Archiv für den Monat April 2018

Leila K-Doku: „Fuck you. Fuck you very much.“

Euro-Pop-Sternchen, eins von Lady Gagas großen Idolen und über die Jahre wie viele andere in der Versenkung verschwunden (leider mit starken gesundheitlichen Problemen), aber in meinem Plattenschrank und Fan-Herz lebt sie seit 1992 relativ zuverlässig: Leila K. Vor vielen Jahren musste ich mir mal auf sehr einem sehr umständlichen Weg die Doku „Fuck you. Fuck you very much“ über ihre späte Schaffensphase in den 90ern besorgen, nun bin ich gerade bei YouTube darüber gestolpert. Glaubt mir, Ihr wollt diese Doku sehen, spätestens wenn es heute nachmittag anfängt zu regnen.

Seltene Bilder hält „Fuck you. Fuck you very much“ bereit: Eine bereits ziemlich neben sich stehende Leila K steht bei einer Award-Show mit der gerade durchgestarteten Lutricia McNeal („Ain`t that just the way„), die ebenfalls schon etwas verloren wirkt, so dass man am liebsten beide in den Arm nehmen will. Leila Ks Zweifel an ihren Möglichkeiten im Musik-Business („It would have been better if I had a guy“). Zusätzlich ein Blick auf die nordwest-europäische Pop-Musikszene der 90er Jahre, die an mancher Stelle durchaus diverser wirkte als heute – bei den Swedish Grammy Awards 1997 ist Leila nominiert, es gewinnt am Ende aber die kurdischstämmige Sängerin Dilba (und Leila Ks etwas unrühmlich-peinliche Reaktion darauf geht in die schwedische Pop-Geschichte ein).

Über die Jahre gab es immer mal wieder bedrückende News über Leila Ks Gesundheitszustand und zwischenzeitliche Phasen der Obdachlosigkeit, aber seit letztem Jahr geht es ihr glücklicherweise anscheinend wieder besser.

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Janelle Monáe – PYNK

abt a yr ago janelle played me like 20 songs and asked me which one was my fave and i was like ‘def pynk’ which was the right answer {phew} cuz she wanted some harmonies &vibes on it.“ (Grimes)

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Acid Arab – Gul l’Abi (feat. A-WA)

Ein sauberer Track und ein im Nachhinein dazu produziertes und ganz ausgezeichnetes Kurzfilmchen – besser als das letzte The Knife-Comeback.

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Zum Todestag von Kurt Cobain: Brief an Bikini Kill

Tobi Vail & Kurt Cobain (via chapteronemanhatten – deactivated)

[Disclaimer: Das hier ist tatsächlich ein alter Crosspost von mir der mittlerweile auch schon ein halbes Jahrzehnt alt ist.]

Ich mache es kurz, denn es ist ja allgemein bekannt: Ich bin ein ganz großer Nirvana-Fan. Letztes Jahr habe ich Kurt Cobains Tagebücher gelesen, und sie haben mich schwer beeindruckt, weil sie mir unter anderem auch vor Augen führten, wie viel von dem, was wir heute so besprechen und verhandeln, schon Jahrzehnte altes und hart umkämpftes Diskurs-Terrain ist: *Ismen, die Gratwanderung zwischen kritischer Counter- und Pop-Culture, Rape-Culture, und und und.

Niemand, niemand kann sagen, dass zum Beispiel so etwas wie Rape Culture nicht schon immer und immer und immer wieder behandelt und angeprangert worden ist, so dass es doch heute eigentlich ein Witz ist, dass Aktivist_innen sich immer wieder wiederholen müssen, wenn es darum geht, gesellschaftliche strukturelle Missstände (als reale Faktoren) zu thematisieren.

Zu Cobains Todestag heute habe ich mir also hier mal die Mühe gemacht, Kurts Brief an Tobi Vail (Schlagzeugerin von Bikini Kill), den er im Frühjahr 1991 geschrieben hat (wenige Tage nachdem die Aufnahmen zu „Nevermind“ abgeschlossen wurden), hier crosszuposten (also, abzutippen!). Der Brief stammt aus „Journals“ (2002), das auch in Deutschland veröffentlicht wurde („Tagebücher“ von Kurt Cobain, Kiepenheuer & Witsch). Ich kann wirklich sehr (sehr!) empfehlen, diese Tagebücher bzw. gesammelten Werke Cobains zu lesen, da sie wirklich eindrucksvolle Zeitdokumente enthalten und zudem aufzeigen, was der tatsächliche Lebensplan von Kurt Cobain (inklusive Nirvana) gewesen zu sein scheint. Zum generellen Weiterlesen empfehle ich zudem den großartigen Text „Kurt Cobain and Masculinity“ von Cortney Alexander.

Ich denke, mensch muss sich hier auf keine Diskussion versteifen, ob Kurt jetzt tatsächlich durchgängig Feminist gewesen ist oder nicht. Wer sich mit Cobain beschäftigt hat, der weiß, dass er sich gegen Ende seines kurzen Lebens mit Kathleen Hannah von Bikini Kill überworfen hatte und sich danach zudem einige Male über die „ständige Bedürftigkeit“ einiger feministischer Aktivistinnen beschwerte. Müßig, darüber zu philosophieren, ob dies an dem Konflikt mit Hannah lag oder an einer Einstellung, die sich über die Jahre aus irgendwelchen Erfahrungswerten gespeist hatte. Weiterlesen

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