Archiv der Kategorie: Faktotum

Putzen ist eine Kunst, und Kunst kommt von Können

Eine von oben bis unten geputzte Küche. Fragt nicht wie viele verschiedene Putzinstrumente dafür herangezogen wurden.

Gestern hat die ganz wundervolle Fatma Aydemir einen ganz wunderbaren Text über Hausarbeit veröffentlicht, Ihr solltet ihn unbedingt lesen. In ihm geht es darum, das Putzen im eigenen Haushalt ein Vollzeit-Knochenjob ist. Einer, der neu bewertet werden muss. Einer, der viel zu wenig Anerkennung bekommt. Einer, der auch deswegen immerzu so sehr abgewertet wird, weil „putzen angeblich jede_r kann“. Und letztgenanntes führt m. M. in feministischen Debatten (insbesondere in Hetero-Kontexten) zu der fehlgeleiteten Annahme, eine gerechte Aufteilung der Hausarbeit (vor allem) in (Heten-)Beziehungen sei ganz einfach und mir nichts, dir nichts möglich. Das sehe ich anders: Das klappt nur, wenn Menschen über ein gemeinsames und in den meisten Fällen doch sehr ausgeprägtes Wissensrepertoire verfügen und zudem auch noch dieselben Ordnungsvorstellungen teilen. Ob das immer der Fall ist wage ich zu bezweifeln. WGs scheiteren daran, Paare ebenso. Eltern verzweifeln. Kinder sind genervt. Und das hat alles Gründe.

Dass eine Arbeit von jetzt auf gleich von jedermann gemacht werden kann ohne nennenswertes Vorwissen oder zumindest der Bereitschaft dazu, sich dieses Wissen anzueignen, basiert einfach auch auf der Annahme, dass es sich um Tätigkeiten handelt die jede_r Nichtskönner_in ausüben kann – das scheint fürs Putzen und insbesondere Care-Arbeit zu gelten. Hierin spiegelt sich nichts wider als die pure Verkennung und Abwertung einer Tätigkeit. Das bisschen Haushalt macht sich weder mit links, noch ist es ein Wirkungsbereich für komplett Ahnungslose.

Putzen ist eine Fähigkeit. Wer das nicht anerkennt, der verachtet die Menschen, die (professionell) putzen.

Richtiges Putzen ist eine Fähigkeit, eine, die elaboriertes Wissen und Geschick erfordert, eine Praxis, die auf kollektiven Kulturmustern fußt und ebenso auf individuellen Ansprüchen. Putzen ist nichts, was jede_r einfach so automatisch kann. Putzen ist eine Kunst. Putzen muss man können. Und wer das nicht anerkennt, reiht sich ein in den Reigen der Verachtung von Hausarbeit – eine, die natürlich oft auch patriarchal eingefärbt ist.

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Die besten Silent Vlogs für die Quarantäne

Auf Facebook und Co. hatte ich bereits darauf hingewiesen: Denen, die die Quarantäne weitgehend alleine in ihrer Bude verbringen müssen, empfehle ich Silent Vlogs. Inhalt meist: Alleinstehende Personen, oft mit unfassbar süßem Haustier und karierter Bettwäsche, filmen ihren Alltag. Meine Favoritin: Sueddu aus Korea, aber es gibt auch ein paar andere richtig gute.

Wir gehen in Quarantäne, aber vorher müssen wir noch…

Wir gehen in Quarantäne, aber vorher müssen wir nochmal ganz schnell einen Großeinkauf machen. Und in die Apotheke. Und nochmal zur Post. Da liegt ein Paket das abgeholt werden muss, und sonst wird es ja nach sieben Tagen wieder zurückgeschickt, und das ist ja auch schlecht.

Wir gehen in Quarantäne, aber vorher bestellen wir nochmal alle Mitarbeiter_innen ins Office, damit alle einen Antrag auf temporäres Arbeiten von zuhause ausfüllen können. Wir gehen in Quarantäne, und dass das so ist verkünden wir am besten freitags, damit betreuende Eltern, Angestellte, Selbständige und Co. übers Wochende keine Möglichkeit haben sich für die nächste Woche oder gar die nächsten Wochen zu wappnen – aber jeder Tag zählt, natürlich. Wir gehen in Quarantäne, aber vorher müssen wir noch Dinge er-le-di-gen.

Wir gehen in Quarantäne, aber vorher müssen wir nochmal in den Buchladen, um ordentlich Lesestoff für die nächsten Wochen zu besorgen. Wir gehen in Quarantäne aber vorher nochmal kurz ins Büro wegen des eines Ordners den wir da vergessen haben – und natürlich wegen dem ganzen Corona-Klatsch und Tratsch.

Wir gehen in Quarantäne aber vorher noch ein Eis essen, das Wetter ist doch grad so schön. Wir gehen in Quarantäne aber vorher noch zu Saturn, die drei Playstation-Spiele besorgen bevor es demnächst richtig langweilig wird.  Wir gehen in Quarantäne, aber vorher noch in den Baumarkt damit wir das Zeug kaufen können das wir für diverse Renovierungsarbeiten brauchen. Wir gehen in Quarantäne, und vorher noch in die Drogerie damit man auch genug Selfcare-Krams zur Hand hat an den langweiligen Quarantäne-Tagen. Wir gehen in Quarantäne, aber vorher nochmal schnell zur Bank um Geld zu ziehen, vielleicht sind die ja auch bald zu.

Wir gehen in Quarantäne, und zwar am besten ab… Naja, wir gehen halt dann in Quarantäne wenn wir vorher alles Wichtige erledigt haben. Vorher geht`s ja eh nicht.

Zwei Freundinnen stellen Homer Simpsons Food Tour in New Orleans nach & es ist ausgezeichnet

Katrin von Niederhäusern und ihre Fraundin Janine Wiget haben die Simpsons-Episode von Homers New Orleans-Food-Tour nachgestellt – und zwar Shot für Shot. Mehr brauche ich nicht für einen gelungenen Start ins Wochenende.

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Der musikalische Jahresrückblick: Die besten Tracks 2019

(Fotos von Lizzo & Robyn: (c) Bogrebellen
Rest: made by me)

Wie jedes Jahr pie mal Daumen um diese Zeit kommen meine besten Tracks des Jahres, und das was ich da so zusammenkuratiert habe ist ungefähr so ein Durcheinander wie das Essen der letzten Tage. Sehr Lizzo-lastig, aber auch mit dem Kunststück Sophie B. Hawkins und Behemoth in eine Liste zu packen – verzeiht es mir, aber so bin ich halt und so war mein Musik-Jahr. Euch alles Liebe! ❤

Ladytron – Deadzone

Meg Myers – Running Up That Hill

Jade Bird – I Get No Joy

Nadia Reid – Fade Into You

Bat For Lashes – Jasmine Weiterlesen

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Haben wollen: Der (nicht nur) Feminist Killjoy-Geschenke-Guide

Es ist wieder soweit: Alles Gute zum Black Friday, Hals- und Beinbruch in der Vorweihnachtszeit und fröhliches Shoppen! Mein Geschmack ist nicht Jedermanns Sache, aber hier sind Dinge die ich kaufen würde oder bereits gekauft habe, manches davon völlig sinnlos aber hübsch. Xoxo wie jedes Jahr von Eurer Lieblingskonsumberaterin! ❤

1) Das Gute an diesem 3D Jane Austen Cookie Cutter ist dass beim Backen der Kekse die Gesichtszüge ein bisschen in Richtung Resting Bitch Face gehen. Also allein deshalb schon einer meiner Favoriten. Bestellen kann man das gute Ding: Hier.

2) Literarische Figuren und Ornamente von The Crow Imperium: In diesem Jahr bin ich ja die Reise meines Lebens angetreten, und zwar nach Haworth/England, dem Heimatörtchen der Brontë-Schwestern. Auf The Crow Imperium könnt Ihr alles mögliche ordern – u.a. auch unfassbar schöne literarische Figuren. Ich hab mir Emily Brontë und Katherine Earnshaw aus „Wuthering Heights“ auf die Wunschliste gesetzt.

(c) The Crow Emporium

(c) The Crow Emporium

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Róisín Murphy – Narcissus

Kann Róisín Murphy nun endlich mal 1 ein Disco-Album rausbringen?

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Allein auf dem Rolling Stone Park 2019: Quasi ein Livestream

07. November 2019, 09:01 Uhr

Liebes Tagebuch, heute ist Donnerstag, die ganze Woche schon ein ziemlicher Abschuss, heute abend muss/darf ich noch zum Ilgen-Nur-Konzert und nun hat mir Laura, mit der ich ja morgen e-i-g-e-n-t-l-i-c-h zum Rolling Stone Park fahre, grad geschrieben: „Hello! Schlechte Nachrichten. Ich bin absolut krank und kann mich eigentlich nirgends wo hinbewegen.“ RIP. VERDAMMT! Was nun? Muss absagen. Kann auf k-e-i-n-s-t-e-n 2,5 Tage alleine auf 1 Festival abhängen. ICH STERBE. Muss alles stornieren. Kann morgen auf gar keinen Fall fahren! Brauche erstmal Kaffee. A B S T U R Z!

07. November 2019, 12:21 Uhr

Liebes Tagebuch, habe mich bis zur Mittagspause wieder bissi sortiert. Bin doch ein harter Hund. Und habe mir gedacht: Wenn das kein Fall für die Female Festival Task Force ist, was dann? Fahre nun alleine zum RS Park. Habe im Europa Park-Hotel angerufen und ein Einzelzimmer geordert. Habe schließlich den ganzen Sommer über gerätselt ob ich mich jemals trauen würde alleine auf ein Festival zu fahren und hier muss ich nicht mal ein Zelt aufbauen. Und habe ein eigenes Klo, von der eigenen Dusche ganz zu schweigen. Packe das. Bin ja kein Schisser. Lade mir vor Abreise paar Serien aufs Tablet und kann mich im Notfall auch ins Hotel-Schwimmbad oder aufs Zimmer verpieseln und Schokolade vorm Fernseher essen. Wie bei einer Dienstreise. Ist ja so gesehen auch eine.

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Rolling Stone Park 2019: Pool und Schwebebahn statt Dixi Klo und Gummistiefel

Es ist November und es ist soweit: Ich bin fix und foxi, durch und feddich, geradezu durchgegart. Die Festival- und Konzertsaison 2019 hat mir in diesem Jahr einiges abverlangt (vielleicht bin ich inzwischen auch halt einfach nur: alt), und ich zähle die Tage bis zu den Weihnachtsferien, die ich zum Großteil im Plüsch-Einteiler auf dem Sofa verbringen möchte, bevorzugt mit einem Becher Grog in der Hand. Vom Glamping beim Graspop bis hin zu Natur- und Sexismuskatastrophen bei Rock im Park bis hin zu Winterjacke-und-Schal-Alarm beim Roskilde-Festival im Juli (ich denke auch heute noch manchmal noch an die neun Grad nachts im Zelt) habe ich mit meinen Girls und der Female Festival Task Force so ziemlich alles erlebt was Open Air-technisch möglich ist – nicht, ohne auch selber ein paar Federn gelassen zu haben.

Fotos: Von uns, geschossen beim ersten Rolling Stone Park im November 2019

Nun steht für 2019 nur noch ein Großfestival an, und zwar Rolling Stone Park im Europapark Rust am kommenden Wochenende. Unter Umständen hätte ich zu diesem Zeitpunkt und bei meiner Verfassung übelst Stress bei der Aussicht auf NOCH EIN RIESENFEST ÜBER MEHRERE TAGE. Aber in diesem Fall ist alles anders. Homies bei Twitter fragten sich letztens warum man sich Festivals antun sollte wo man sich ein Zelt mit „Daniel und Stefan“ und ein „Dixi Klo mit 50.000 Menschen“ teilen muss. Die Antwort ist: Man kann sie sich antun weil es manchmal auch die Komfort-Varianten mit Hotelzimmer, Bett, eigenem Bad und Frühstück gibt – und bei dieser Variante vom 8. bis 11. November in Rust werden wir wieder dabei sein.

Laura und ich haben letztes Jahr der Festival-Premiere im Europapark beigewohnt – und zwar aus Gründen die uns heute unangenehm sind (Ryan Adams). Im Sommer hatten wir bereits die Tickets gebucht, dann sagte Ryan die Show ab, dann waren wir erst traurig, dann nicht mehr nachdem sich in der Welt-Presse rumsprach dass er ein misogynes Arschloch ist, wir fuhren natürlich trotzdem – und hatten einfach die beste Zeit. Bei Anna Calvi standen wir in der ersten Reihe, entdeckten uns bisher unbekannte aber grandiose Bands wie die „Intergalactic Lovers“, schlugen uns abends die Bäuche mit dem feinen Caterer-Buffet voll und schwammen tagsüber im beheizten Außenpool.

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@intergalacticlovers. 👏🏽🎈💕

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Here we go again. . . . #RSPark

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