Archiv der Kategorie: Faktotum

Rolling Stone Park 2019: Pool und Schwebebahn statt Dixi Klo und Gummistiefel

Es ist November und es ist soweit: Ich bin fix und foxi, durch und feddich, geradezu durchgegart. Die Festival- und Konzertsaison 2019 hat mir in diesem Jahr einiges abverlangt (vielleicht bin ich inzwischen auch halt einfach nur: alt), und ich zähle die Tage bis zu den Weihnachtsferien, die ich zum Großteil im Plüsch-Einteiler auf dem Sofa verbringen möchte, bevorzugt mit einem Becher Grog in der Hand. Vom Glamping beim Graspop bis hin zu Natur- und Sexismuskatastrophen bei Rock im Park bis hin zu Winterjacke-und-Schal-Alarm beim Roskilde-Festival im Juli (ich denke auch heute noch manchmal noch an die neun Grad nachts im Zelt) habe ich mit meinen Girls und der Female Festival Task Force so ziemlich alles erlebt was Open Air-technisch möglich ist – nicht, ohne auch selber ein paar Federn gelassen zu haben.

Fotos: Von uns, geschossen beim ersten Rolling Stone Park im November 2019

Nun steht für 2019 nur noch ein Großfestival an, und zwar Rolling Stone Park im Europapark Rust am kommenden Wochenende. Unter Umständen hätte ich zu diesem Zeitpunkt und bei meiner Verfassung übelst Stress bei der Aussicht auf NOCH EIN RIESENFEST ÜBER MEHRERE TAGE. Aber in diesem Fall ist alles anders. Homies bei Twitter fragten sich letztens warum man sich Festivals antun sollte wo man sich ein Zelt mit „Daniel und Stefan“ und ein „Dixi Klo mit 50.000 Menschen“ teilen muss. Die Antwort ist: Man kann sie sich antun weil es manchmal auch die Komfort-Varianten mit Hotelzimmer, Bett, eigenem Bad und Frühstück gibt – und bei dieser Variante vom 8. bis 11. November in Rust werden wir wieder dabei sein.

Laura und ich haben letztes Jahr der Festival-Premiere im Europapark beigewohnt – und zwar aus Gründen die uns heute unangenehm sind (Ryan Adams). Im Sommer hatten wir bereits die Tickets gebucht, dann sagte Ryan die Show ab, dann waren wir erst traurig, dann nicht mehr nachdem sich in der Welt-Presse rumsprach dass er ein misogynes Arschloch ist, wir fuhren natürlich trotzdem – und hatten einfach die beste Zeit. Bei Anna Calvi standen wir in der ersten Reihe, entdeckten uns bisher unbekannte aber grandiose Bands wie die „Intergalactic Lovers“, schlugen uns abends die Bäuche mit dem feinen Caterer-Buffet voll und schwammen tagsüber im beheizten Außenpool.

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@intergalacticlovers. 👏🏽🎈💕

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Here we go again. . . . #RSPark

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10 Horrorfilme mit feministischem Einschlag

Gut, der feministische Einschlag ist manchmal nur versehentlich bei dieser Liste, aber: Wer heute oder am verlängerten Wochenende oder generell einfach mal wieder Lust hat auf einen guten Horrorfilm hat, der ist mit dieser Liste hier vielleicht ganz gut bedient. Wer Horrorfilme nicht aushalten kann schaltet am besten genau jetzt um!

1) A Girl Walks Home Alone At Night (2014)

Den feministische Vampirfilm der iranisch-amerikanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Ana Lily Amirpour aus dem Jahr 2014 kann man nur ein halber Jahrzehnt später tatsächlich als Meilenstein bezeichnen.

2) Ghostbusters (2016)

Never forget mein Oberschatzi Holtzmann. 2019 wäre ein guter Zeitpunkt für einen zünftigen Re-Watch. ❤

3) Teeth – Wer zuletzt beisst, beisst am besten (2007)

Trashiger, sehr heteronormativer Horror, den ich aber immer wieder ballern könnte. Fun Fact: Als ich „Teeth“ vor Jahren als DVD bestellte konnte sie mir aus irgendwelchen Gründen nicht zugestellt werden – und der Film musste seine Rückreise in die USA antreten. Bis heute weiß ich nicht warum!

4) Season of the Witch (1973)

Sauberer Hexenfilm (der im Original „Hungry Wives“ hieß) mit einer wunderbaren Jan Mitchell in der Hauptrolle. Die Filmposter sind meiner Meinung nach bis heute einfach alle nur i-c-o-n-i-c.

5) Der Hexenclub (1996) Weiterlesen

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Künstler_innen-Shaming in der Musikrezeption und wieso ich meine Mädchenmusik immer lieben werde

Disclaimer: Dieser Text erschien bereits am 8. März 2019 bei den Blogrebellen & ich lade ihn hier nochmal hoch weil ich nach und nach meine Texte crossposte.

Am 8. März 2019 war mal wieder der Internationale Frauen_tag oder auch Frauen_kampftag oder auch feministische Kampftag, je nachdem wie man ihn bezeichnen möchte um sich halbwegs damit wohlzufühlen, und ich war passenderweise in dieser Woche auf genau zwei Konzerten, die für uninformierte Außenstehende wahrscheinlich im Affekt das Prädikat „Mädchenmucke“ oder auch “Frauen-Rock” aufgepappt bekommen. Das ist für mich mittlerweile natürlich ein Gütesiegel, doch das war nicht immer so, und dazu kommen wir später. Seit Jahren knabbere ich immer wieder an einem Thema, das mich schon seit meiner Jugend schwer beschäftigt: Die chronische Unterschätzung und auch Deklassierung von Musik, die nicht cis-male oder white-cis-male-fronted ist. 

Melissa Etheridge spielt im vollgestopften Club, nicht im Stadion

Am Montag erfüllte ich mir einen Kindheits- und Jugendtraum und besuchte das Konzert von Melissa Etheridge im Capitol in Hannover. Etheridge feiert derzeit das 25jährige Jubiläum ihrer Platte “Yes I Am” und spielt aus diesem Anlass dankenswerterweise extra eine der Scheibe gewidmete Tour. Tags drauf ging es direkt weiter nach Köln zum Florence and the Machine-Gig, in eine ausverkaufte Arena, in der es – wenn man untertreiben möchte – zuging wie bei einer spirituellen Messe, nur dass kein Gott und keine Göttin angebetet wurde sondern aus unterschiedlichen aber auch sehr nachvollziehbaren Gründen eben Florence Welch.

Am Montag also waren wir anlässlich Melissa unter lauter Menschen, von denen wie zu erwarten nur sehr wenige Cis-Männer am Start waren (und wenn sie da waren, kamen sie zumeist auch als Hälfte eines Hetero-Paares, also vielleicht gar nicht mal so freiwillig). Während wir mit unseren Radler-Bechern im vollgestopften Capitol standen und versuchten, die hinter uns Schnaps trinkenden und grölenden Karnevalistinnen zu ignorieren um Etheridges Show genießen zu können, kam mir wieder ein Gedanke, den ich seit Jahren immer mal wieder habe wenn es um die Musik von Melissa geht: Die ewige Deklassierung ihrer Musik als “Lesben-Rock”, vor allem auch im deutschsprachigen Raum, obwohl Lesben-Rock aus ziemlich vielen Gründen eine ganz ausgezeichnete Sache ist, aber wenn jemand das Label auspackt ist es ja meistens nie wohlwollend gemeint.

“Like the Way I do”, auch wenn Dich so viele hassen, I`ll always love you!

Zudem stellte ich mir wie so oft zuvor die Frage, warum ein Track wie „Like The Way I Do“ bis heute so kriminell unterbewertet ist – auch, wenn er natürlich mal ein solider Kassenschlager war, von Menschen mit gutem Musikgeschmack durchaus auch geschätzt aber heutzutage zumeist in Schützenfestzelten oder auf meinen Geburtstagsfeiern oder bei Autofahrten mit guten Freund_innen abgespielt wird. Und so sah ich mir also Melissa an und dachte: Warum wirst Du nicht mindestens genauso gehyped wie Bruce Springsteen, wo Du es doch absolut verdienst, Schwester? Vermeintlich objektive Stimmen können nun denn dazu anmerken: Naja, die Zeiten in denen Melissa noch was reißen konnte sind ja nun eh schon laaangeee vorbei, und man muss doch sehen, sie tourt immer noch international, veröffentlicht Platten und hat eine stabile Fanbase, und dennoch nagt immer noch etwas in mir: Melissa, so wurde es mir seit den 1990er Jahren immer wieder gespiegelt, ist sozusagen der Arche-Typus der Rock-Musik spielenden Frauen, die verkannt werden, weil sie sich bestimmten Anforderungen entziehen. Weil sie nicht für den Male Gaze existieren. Weil sie zu homo sind. Weil sie jetzt, 2019, zusätzlich dazu auch noch in die Jahre gekommen sind. 

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Check: Wo haben wir denn jetzt nun Rassismus und wo nicht?

In den letzten Tagen, Wochen, Monaten, vielleicht im ganzen Jahr 2018 gab es unterschiedliche Einschätzungen und Meinungen von Expert_innen und Hohlbroten dazu, wo es in Deutschland denn nun Rassismus gibt und wo nicht. Damit Ihr nicht durcheinander kommt habe ich nochmal zusammengetragen wer/wie/was/wann/wo.

Fußball

Hier diagnostizierte der Torwart der Nationalmannschaft Manuel Neuer nach dem ganzen Aufruhr den Mesut Özil verzapft hatte Anfang August: Im deutschen Fußball gibt es ganz klar keinen Rassimus. Man arbeite stattdessen mit dem Prinzip „Integration“()(lol). Schwein gehabt, würde ich sagen!

Sport

Hier wurde ein anderer Experte, nämliche DFB-Kapitän Thomas Müller, ebenfalls deutlich: Genauso wie im Fußball gäbe es im ganzen Sport natürlich überhaupt kein Fitzelchen Rassismus, von Rassismus könne „keine Rede sein“. Auch hier gilt: Glück gehabt, hätte ja sein können!

Schulen

Rassismus an Schulen? Was die Wissenschaft seit Jahren belegt wurde an der ein oder anderen Stelle im Feuilleton wegen der #metwo-Karambolage im Netz erstmal unter „Man könnte den Eindruck haben, dass…“ abgehandelt, durchaus auch mit dem Ergebnis: Jo, könnte sein. Zum Glück aber gibt es die Aufräum-Kolonne „Schule ohne Rassismus„: Paar Projekttage, Unterschriftenlisten, dies-das, und dann kommt ein Klebi an die Schule und zack: Praktisch kein Rassismus mehr! Yeah! Wie geil ist das denn bitte?

Ausschreitungen in Chemnitz da letztens

Ja, eigentlich sind sich die meisten sicher dass das Motiv Rassismus ist, wobei aber Seehofer, BILD-Zeitung und ein paar andere Konsorten das Gegenteil behaupten. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer betonte außerdem, dass da vielleicht ein paar rechtsradikale Sportläufer rumgerannt sind auf den Demos was aber nicht gleich heißen muss dass es zu irgendwelchen Hetzjagden kam. Weiterlesen

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All-Time-Favs – 10 Platten, die mich prägten

Auf Facebook gibt es wieder so eine Kettenbrief-Aktion, aber von der Sorte gut, für die ich eigentlich auch unbedingt nominiert werden wollte, denn es geht um die 10 Platten, die einen am meisten geprägt haben, und mein Leib- und Magen-Schwafelthema ist ja bekannterweise Musik. Daniel aka Kotzendes Einhorn kann vielleicht Gedanken lesen und hatte die blendende Idee, das Ganze etwas umzubauen und ein Blog-Stöckchen daraus zu machen – und ein Wurf ging an mich. YEAH! Danke Daniel! Und hier kommt nun also meine schonungslose und nicht gerade innovative Liste – mal mit mehr, mal weniger aber insgesamt zu viel Geschwafel. Genau die richtige Lektüre für verträumte Minuten im Orthopädie-Wartezimmer!

Außerdem nominiere ich für die nächsten Runden: Herrn Urbach, Ninia LaGrande, Nilz Bokelberg, Laura und Svenja (warum die noch keinen Blog hat ist mir übrigens schleierhaft).

1. Madonna – Immaculate Collection

Sommer 1989, wir waren im Jahr zuvor gerade aufs Land in ein Kaff nahe Paderborn gezogen, unser Garten grenzte direkt an eine Kuhwiese, diese Wiese wurde rechts von einem Bachlauf eingesäumt in dem man im Sommer – wenn man nicht gerade versuchte die Kühe einzureiten was für alle beteiligten Menschen und Tiere weder spaßig noch ungefährlich war – auch rumplantschen konnte, es gab eine Forellenzucht in der Nachbarschaft, riesengroße Maisfelder und überall Trauerweiden in die man ganz vortrefflich Baumhäuser installieren konnte. Es roch wahrscheinlich auch überall und den ganzen Tag latent nach Gülle, aber damals gewöhnte man sich an alles. Und nichts in diesem Jahr sollte mein Leben so sehr prägen wie meine Freundschaft zu Anne vom Pferdehof nebenan, die vier Jahre älter als ich und bereits in der siebten Klasse war (und jetzt wisst Ihr auch ungefähr wie alt ich bin, obwohl ich gerne behauptet hätte ich wäre 1989 minus vier Jahre alt gewesen).

Es gibt diese Menschen, die wahrscheinlich ihr Leben lang nicht wissen werden wie groß ihr Einfluss auf andere gewesen ist, und Anne ist so ein Mensch für mich, zumindest in musiktechnischer Hinsicht, denn was ich von ihr in alles lernte lässt sich gar nicht in Worte fassen. Ich will es ganz unpathetisch und ohne Übertreibung sagen: Alles, was ich heute musikalisch und vielleicht auch so insgesamt als Mensch bin, lässt sich immer wieder unmittelbar auf Anne zurückführen (und später auch auf Helena, doch dazu später mehr bei Punkt 2). Anne nahm die ersten Mix-Tapes für mich auf, obwohl ich im Vergleich zu ihr ein kleiner Piep war, und ich glaube sie machte das weil sie irgendwie verstand dass mich der CD-Player in ihrem Teenie-Zimmer auf dem Bauernhof mehr interessierte als alle Maisfelder, Pferde und Baumhäuser (und Gülle-Geruch) zusammen, und das fand sie gut, denn ich glaube ihr ging es genauso. Weiterlesen

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Zum Todestag von Kurt Cobain: Brief an Bikini Kill

Tobi Vail & Kurt Cobain (via chapteronemanhatten – deactivated)

[Disclaimer: Das hier ist tatsächlich ein alter Crosspost von mir der mittlerweile auch schon ein halbes Jahrzehnt alt ist.]

Ich mache es kurz, denn es ist ja allgemein bekannt: Ich bin ein ganz großer Nirvana-Fan. Letztes Jahr habe ich Kurt Cobains Tagebücher gelesen, und sie haben mich schwer beeindruckt, weil sie mir unter anderem auch vor Augen führten, wie viel von dem, was wir heute so besprechen und verhandeln, schon Jahrzehnte altes und hart umkämpftes Diskurs-Terrain ist: *Ismen, die Gratwanderung zwischen kritischer Counter- und Pop-Culture, Rape-Culture, und und und.

Niemand, niemand kann sagen, dass zum Beispiel so etwas wie Rape Culture nicht schon immer und immer und immer wieder behandelt und angeprangert worden ist, so dass es doch heute eigentlich ein Witz ist, dass Aktivist_innen sich immer wieder wiederholen müssen, wenn es darum geht, gesellschaftliche strukturelle Missstände (als reale Faktoren) zu thematisieren.

Zu Cobains Todestag heute habe ich mir also hier mal die Mühe gemacht, Kurts Brief an Tobi Vail (Schlagzeugerin von Bikini Kill), den er im Frühjahr 1991 geschrieben hat (wenige Tage nachdem die Aufnahmen zu „Nevermind“ abgeschlossen wurden), hier crosszuposten (also, abzutippen!). Der Brief stammt aus „Journals“ (2002), das auch in Deutschland veröffentlicht wurde („Tagebücher“ von Kurt Cobain, Kiepenheuer & Witsch). Ich kann wirklich sehr (sehr!) empfehlen, diese Tagebücher bzw. gesammelten Werke Cobains zu lesen, da sie wirklich eindrucksvolle Zeitdokumente enthalten und zudem aufzeigen, was der tatsächliche Lebensplan von Kurt Cobain (inklusive Nirvana) gewesen zu sein scheint. Zum generellen Weiterlesen empfehle ich zudem den großartigen Text „Kurt Cobain and Masculinity“ von Cortney Alexander.

Ich denke, mensch muss sich hier auf keine Diskussion versteifen, ob Kurt jetzt tatsächlich durchgängig Feminist gewesen ist oder nicht. Wer sich mit Cobain beschäftigt hat, der weiß, dass er sich gegen Ende seines kurzen Lebens mit Kathleen Hannah von Bikini Kill überworfen hatte und sich danach zudem einige Male über die „ständige Bedürftigkeit“ einiger feministischer Aktivistinnen beschwerte. Müßig, darüber zu philosophieren, ob dies an dem Konflikt mit Hannah lag oder an einer Einstellung, die sich über die Jahre aus irgendwelchen Erfahrungswerten gespeist hatte. Weiterlesen

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Jetzt neu: Musik-Dokumentation „Syrian Metal is War“

Seit 2013 hat Monzer Darwish an seiner Dokumentation über die Metal-Szene in Syrien gearbeitet, genau heute vor vier Jahren startete er mit dem Crowdfunding für das Langzeitprojekt. Jetzt ist „Syrian Metal is War“ endlich fertig, anderthalb Stunden lang geworden und frei zugänglich auf YouTube oben.

„Thank you all for your unrelenting support since I started this project a little over four years ago. This film is intended to shed light and preserve the memories of metal artists and fans in war-torn Syria. It was filmed between mid-2013 and late 2014. The film is in no means extensive; it was filmed with a mobile phone and DSLR. Production, travelling, filming, and editing were minimal and utilized DIY methods.

It was a personal endeavour and hence naturally limited to my own resources. The footage and project traveled with me across continents, starting in Syria and following through to Algeria, Turkey, Greece, and the Netherlands. I carried it with me while applying for asylum, and it kept me going despite being entirely depleted of both will and resources to continue. Sam Zamrik believed in the project since its conception and its possible effects in bringing exposure to this small, down-trodden Syrian community. He worked on the linguistic presentation of the film, including interviews, translations, and creative writing. Through crowd funding efforts, our friends in Switzerland managed to raise enough money for gear to edit and actually finish the film.

Having finalized the film, my intent was to submit it to international festivals, since they would bring the most exposure to the artists. The intended runtime was two hours, but, having to accommodate festivals standards, I cut that to an hour and a half. Despite doing that, it wasn’t accepted. After several tries, I decided to bring the film to its audience; those who are truly interested, who have donated and supported us, and those in the film themselves.

The film is now on YouTube. It is accessible to everyone for free. It now belongs to you and what you make of it. Having said that, we will be wholeheartedly accepting donations to the film, as opposed to ticket sales or any revenue.“ (Monzer Darwish)

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Men to watch out for

Passend zu den aktuellen McHetzfeminismus-Wochen: Kein Bock auf Alice Schwarzer, lieber Hetze aus dem letzten Jahr!

Wann immer es in meiner feministischen Laufbahn um feministische Cis-Männer ging, sie mir begegneten, ich mit ihnen sprach oder mir zum Feminismus konvertierte Mannsbilder via Telefon, Mail, Blog-Kommentarspalte oder Sprachnachricht mitteilten, sie hätten es jetzt begriffen und würden sich ab sofort »für die Sache« einsetzen, kam es zu gespenstischen Szenen und Erlebnissen, von denen ich die meisten gerne vergessen würde.

So konnte es vorkommen, dass Männer, die erst drei Tage zuvor bewusst das Wort »Geschlechterungerechtigkeit« in ihrem Gehirn von der einen in die andere Ecke geschoben hatten, mir lautstark Nachhilfe in Sachen Feminismus geben wollten. Andere Männer nutzten das dazugewonnene Feminismus-Label, um vor allem in sozialen Netzwerken auf Sympathiefang zu gehen – und am Ende eigentlich andere Transferprodukte zu bewerben: Musik, Kunst, Text, Bild, Ton oder einfach sich selbst. Weiterlesen

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Der musikalische Jahresrückblick: Die besten Tracks 2015

Jahrescharts

Wie immer ohne viel Schnickschnack: Meine besten Tracks 2015. Und ich gebe alles zu. Auch Selena Gomez und David Guetta. (Und dass ich nix mit Joanna Newsom anfangen kann.)

Chvrches – Leave a Trace

Speedy Ortiz – Raising The Skate

Alessia Cara – Here

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Nach der Flucht: Deemah Tesare fordert gleichberechtigten Hochschulzugang für Geflüchtete

Deemah Tesare, die in Syrien acht Semester Zahnmedizin studiert hat und seit geraumer Zeit mit vielen Hürden kämpft um ihr Studium in Deutschland weiterverfolgen zu können, fordert gleichberechtigte Hochschulzugangsmöglichkeiten für Geflüchtete. Obschon in den letzten Wochen immer mal wieder in der Presse davon die Rede war, dass Geflüchtete ihr Studium in  Deutschland fortsetzen oder aufnehmen können (und sollen), ist es in der Praxis aufgrund diverser Restriktionen und Ungleichbehandlungen für Geflüchtete fast unmöglich, einen Studienplatz zu erhalten und das im Heimatland begonnen Studium nahtlos weiterzuführen – oder ein Studium zu beginnen. Warum das so ist, erklärt Deemah in einem offenen Brief – mit der Einladung, ihren Aufruf zu verbreiten und sich zwecks Verbesserung der Situation mit ihr zu vernetzen. Sie möchte außerdem ähnliche Geschichten sammeln publik machen um darauf hinzuweisen, wie schwierig die Situation für Studienbewerber_innen mit Geflüchtetenstatus ist. Ich unterstütze ihre Initiative und verbreite gerne ihren Aufruf:

Hallo,

ich bin Deemah (23). Ich bin aus Syrien und lebe seit Januar 2014 mit meiner Familie in Deutschland. In Syrien habe ich acht Semester Zahnmedizin studiert.
Seit meinen ersten Tagen in Deutschland habe ich zunächst bei Multitude Deutsch gelernt. Anfang März 2014 habe ich begonnen Sprachkurse bei den Sprachschulen VIPA, als auch bei der Hartnackschule und der IFS zu besuchen. Mittlerweile habe ich das Sprachniveau C1 erreicht.


Ein großer Wunsch von mir besteht darin, in Deutschland mein Zahnmedizinstudium fortzusetzen. Aus diesem Grund bemühe ich mich derzeit die erforderlichen Sprachkenntnisse zu erwerben bzw. durch den Test DAF4/DSH2 nachzuweisen.
Leider hat es sich als wesentlich schwieriger herausgestellt diesen Test überhaupt zu bestehen. Und auch bei dem Bewerbungs- und Auswahlverfahren für die Uni gab es große Probleme. Als Geflüchtete fallen wir unter die Ausländerquote, die nur fünf Prozent der Studienplätze ausmacht. Darüber hinaus musste ich allein für die Bewerbung über Uni-assist und die Beglaubigungen meiner Unterlagen sehr viel Geld bezahlen (bisher etwa 600€, Tendenz steigend). Trotz guter Noten, mehrfacher Bewerbung, mehrfachen Versuchen den Deutschtest zu bestehen und vielen weiteren Diskriminierungserfahrungen, die ich während des Bewerbungsverfahrens sammeln musste, habe ich keinen Studienplatz erhalten. Jetzt muss ich weitere acht Monate warten, nochmal Geld für die Bewerbungen bezahlen und habe effektiv in den nächsten Monaten nichts zu tun.
Die Zahl der Geflüchteten steigt stetig an und es müssen Lösungen gefunden werden, um Geflüchteten eine Perspektive in Deutschland zu schaffen. Viele der Geflüchteten, die nach Deutschland gekommen sind oder noch kommen haben, wie ich, bereits in ihren Heimatländern studiert. Sie möchten ihr Studium genau wie ich hier fortsetzen. Das derzeitige Bewerbungssystem an den deutschen Universitäten macht es jedoch für die meisten von uns unmöglich das Studium in Deutschland fortzusetzen.


Ich möchte mich dafür einsetzen, dass sich diese Bedingungen ändern.
Wir sind alle junge Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten, da wir aufgrund von Kriegen und zahlreichen anderen guten Gründen dort keine Lebensperspektive mehr haben. Deswegen wollen und brauchen wir eine Perspektive hier in Deutschland.

Deswegen möchte ich mich mit anderen Geflüchteten und allen anderen Personen, die uns unterstützen wollen und können, zusammentun um folgende Forderung umzusetzen:

Wir als Geflüchtete können bzw. dürfen nicht irgendwo außerhalb Deutschlands studieren, deswegen fordere ich, dass wir als Geflüchtete und insbesondere als anerkannte Asylbewerber_innen die gleichen Rechte zum Hochschulzugang erhalten wie Deutsche.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Lust hättet mich zu unterstützen oder wir in irgendeiner Form zusammenarbeiten könnten. Wenn ihr mögt, teilt Eure Geschichten mit mir. Viele von uns haben ähnliches erlebt, und ich möchte gerne Erlebnisse publik machen, die zeigen, wie problematisch sich der Versuch für uns gestaltet, in Deutschland ein Studium (wieder-)aufzunehmen. Ich möchte auch insbesondere Initiativen, Vereine und Institutionen, die sich für mehr Chancengleichheit und den Abbau von Diskriminierung, Restriktionen und benachteiligender Gesetzgebung einsetzen, einladen, meinen Aufruf zu unterstützen und/oder zu verbreiten.

Hier findet Ihr die Facebook-Seite, und Ihr könnt mich gerne per Email kontaktieren:

Email: dimataizari92[at]gmail.com

Mit solidarischen Grüßen, Deemah.

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