Archiv der Kategorie: Faktotum

Moko – Your Love

„She has been compared to UK trip hop bands of the 1990s, with NME describing Moko’s music as „London’s answer to Massive Attack.“ Kann es sein dass diese gute Frau hier trotzdem noch ein bisschen zu underrated ist?

Ein tolles Video gibt es natürlich auch, allerdings nicht bei YouTube. Was ich zumindest hier schon mal anbieten kann: Eine tolle gif-Parade via nokiabae:

Das Problem mit weißen Konvertiten

Jordan Horner, Part des Londoner Pendants der Sharia-Polizei – und Konvertit. via dailymail.co.uk

Zum Islam konvertierte weiße Menschen gehörten schon vor Breitbandinternet immer wieder zu meinem sozialen Nahfeld. Im Kindesalter ergab sich dies durch diverse multi-ethnische Familien mit denen meine Eltern befreundet waren, und in denen in der Regel die (weiße, nicht immer deutsche) Frau zum Islam konvertiert war. Heute nerven mich weiße Konvertit_innen vor allem in Schlagzeilen und Internet. Und sie nerven nicht nur, sie müssen langsam mal dringend als Teil rassistischer Praxis problematisiert werden wenn es um kulturelle Aneignung geht: Vor allem dann, wenn sie als i-Tüpfelchen ein schlechtes Licht auf marginalisierte communities werfen und als Vertreter_innen migrantisierter Menschen oder einer muslimischen Diaspora (in Deutschland oder anderswo) identifiziert werden. Den einzigen Reflex den sie mittlerweile bei mir noch auslösen ist eigentlich  nur noch der hier: OOOOOOOOOOOOOOAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRR. Weiterlesen

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11 Kinderserienklassiker und 1 Film

Ein bisschen Nostalgie mit einer zufällig zusammengestellten Liste, brauchbar zum Beispiel an Schlechtwettersonntagen.

1) Frankensteins Tante

Dieser Klassiker stammt aus dem Jahre 1986 und hat mit der Kette rauchenden Tante Hanna Frankenstein (Viveca Lindfors) eine der besten Frauenfiguren europäischer Fernsehgeschichte zu bieten. Ich weiß zwar bis heute nicht so genau, wie Wasserleichen, eingemauerte Zofen und erdolchte Menschen mit pädagogischer Kinderunterhaltung d’accord gehen, aber wie man sieht hat mir diese Serie (vielleicht) nicht geschadet!

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Video-Statements von Personen aus der Schule vom 01.07. 23 Uhr

@OhlauerInfo

Warum diese Videos zeigen ein Botschaften von Geflüchteten aus dem Sudan. Die erste Person erzählt kurz ihre Geschichte, wie sie in Europa versucht hat einen sicheren Ort zum leben zu finden. Sie beendet die Botschaft damit, dass sie bereit ist zu springen. Im zweiten Video erklärt die Person, warum sie nichts zu verlieren hat und auf keinen Fall zurück in ein Lager gehen wird. Die Videos wurden am 01.07. um ca. 23 Uhr in der Schule aufgenommen.

„One Refugee Activist explains why he is ready to jump from the roof of the occupied school in Ohlauerstraße, if an eviction by force takes place and their demand, the right to stay, is still ignored.

Einer der Refugee Aktivist_innen erklärt warum er bereit ist vom Dach der besetzten Schule in der Ohlauerstraße zu springen, wenn eine Zwangsräumung stattfindet und ihre Forderung nach Bleiberecht weiterhin ignoriert wird.“

Youtube Beschreibung

Skript des ersten Videos:

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Das Beste an „Boyhood“? Nicht die Boys.

Wenn die Presse einen Drei-Stunden-Schinken über den Pudding lobt, ihn als neuen Meilenstein der Filmgeschichte abfeiert und selbst der Spiegel fast zu Tränen gerührt über den „Triumph der Beharrlichkeit“ schreibt, dann sollte man sich doch vielleicht fragen, ob es sich wirklich lohnt einen kleinen Batzen Euros (Überlänge) für ein Filmerlebnis hinzublättern, das einem zeigt, was man mehr oder weniger selbst schon alles durchlebt hat (nämlich mehr oder weniger: die Jahre 2001 bis 2013). Doch vorweg die gute Nachricht: „Boyhood“ lohnt sich. Wirklich!

Um jedoch erstmal zu verstehen, was eins der Grundprobleme von „Boyhood“ ist, genügt es zunächst, sich den Film in einem unterbesetzten Kinosaal anzuschauen, am besten: werktags, nachmittags, vorzugsweise in einer eher beschaulichen Stadt. Weiterlesen

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Ein Selbstmord aus ›fremder‹ Hand – Das gestellte Ende des Nationalsozialistischen Untergrundes/NSU

Lesen.

Eyes Wide Shut

Ein Selbstmord aus ›fremder‹ Hand – Das gestellte Ende des Nationalsozialistischen Untergrundes/NSU

Auf den ersten Blick scheint es wenig gute Gründe zu geben, sich mit der offiziellen Version auseinanderzusetzen, dass die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4.11.2011 in ihrem geliehenen Campingwagen in Eisenach durch Selbstmord ums Leben gekommen sind. Ist doch egal, wie diese Neonazis umgekommen sind … könnte man dabei heraushören.

Das ist es eben nicht – gerade auch dann, wenn man Neonazismus nicht für eine Ansichtsache hält, sondern für ein Verbrechen.

Als ich den Text Selbstmord – was sonst? vor einem Jahr für die zweite Auflage des Buches Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund – wo hört der Staat auf? überarbeitete, lagen sehr wenige Beweise dafür vor, was sich in jenem Campingwagen am 4.11.2011 in Eisenach ereignet hatte, in dem die beiden NSU-Mitglieder tot aufgefunden wurden.

Die tatbegleitenden Umstände wiesen hingegen schon damals darauf…

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Blogstöckchen: Fünf Buchvorsätze

Wie praktisch, dass heute Welttag des Buches ist! Ninia hat mir nämlich mal wieder ein Blogstöckchen zugeworfen: Es geht um Bücher, die man noch nicht gelesen hat, und der Deal geht so:

“Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.”

Acht Blogger_innen zu benennen ist zwar ein bisschen sportlich, aber trotzdem kriege ich ein paar Auserwählte zusammen: Charlott, Katrin, Daniel, Sarah, Tasnim, Frau Gehlhaar, Samir und Salma. (Edit: Es ist schwieriger acht Blogger_innen zu benennen als fünf ungelesene Bücher vorzustellen!)

Und schon geht es ohne Überleitung weiter mit den fünf ausgewählten Wunschteilen:

220px-Davidis1. Henriette Davidis: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche

Henriette ist wohl die bekannteste Kochbuchautorin Deutschlands gewesen, und ihr Kochbuch ist als Generationenerbstück von Küche zu Küche weitergereicht worden – ich habe auch schon antiquarische Prachtexemplare gesehen und durchgeblättert. Und irgendwann werde ich nochmal richtig darin lesen. Weniger, um tatsächlich irgendwas daraus nachzukochen, sondern um einfach nochmal so spannende Fun Facts zu erhalten: Zum Beispiel war es damals (wie heute?) anscheinend möglich, auch mal 22 Eier in einem Kuchen zu verbacken. Weiterlesen

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Chloe: „Easter“

„I am Chloe Sevigny. It’s recently come to my attention that the bell tolls for [‚E:A:stAaʳ].“

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„Henners Traum“: Von Männern, Mettwürsten und Moneten

Ein kleines Doku-Juwel lief gestern im Fernsehen, eine kleine aber feine Geschichte über Finanz- und Größenwahn: „Henners Traum“, ein Film von Klaus Stern – der ebenfalls bekannt ist für seine Dokus über andere Geschäftemacher (u.a. Tan Siekmann, Mehmet Göker), die zumeist irgendwo zwischen Größenwahn und Hochstapelei  operieren. Der Plot war dabei so bizarr wie fesselnd: Ein Tourismus-Paradies für läppische 450 Millionen Euro sollte es werden, in einer nordhessischen kleinen Stadt mit knapp 17.000 Einwohner_innen. Eine kleine Stadt, die – wie es in Deutschland halt mal vorkommen kann – mit Niederschlag größeren Ausmaßes (ganzjährig) gesegnet ist. Wir sehen es schon: Das ist die Örtlichkeit, die Massen anziehen wird, die sonst ihr schwer verdientes Geld für sonnigen Urlaub außerhalb des Landes verprassen. Nicht. Aber egal!

Dokumentarfilmer Klaus Stern begleitete Bürgermeister Heinrich „Henner“ Sattler zwei Jahre lang bei der Investorensuche – und liefert mit seiner Doku „Henners Welt“ Einblicke in ein Universum, in dem Schlipsträger in schwarzen Anzügen zwar nichts wirklich erhellendes zu sagen haben, dafür aber umso strahlendere Visionen von [hier irgendetwas beliebiges einsetzen, das ganz viel Geld kostet aber höchstwahrscheinlich niemals zu re-monetarisieren ist] imaginieren können. Das Ganze kann auch als angedeutete Männlichkeitsstudie in einem bestimmten Milieu durchgehen, als anthroplogische Betrachtung des männlichen Balzens um Geld und Kontakte auf mittlerer kognitiver Ebene, des sensiblen Feldes der Körperlichkeit (Schulterklopfen, Hände schütteln und Umarmungen), denn hier sind die Männer weitgehend unter sich – fernab jeder Frauenquote. Weiterlesen

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Ich ♥ Julia Engelmann weil ich das Internet ♥

Campus TV 2013Jetzt, wo der Hype weiter durch das Internet zieht und die Mainstreampresse das Clickbait-Phänomen der letzten Woche in gewohnter Schwarz-Weiß-Manier durch den Kakao zieht, indem nun nach einer der Welle der Liebe für Julia Engelmann eine Welle des Hasses gewittert wird, muss ich mich doch nochmal kurz zu Wort melden, denn ich möchte auf keinen Fall das unser kleines Engelmann-Remix-Werk das ich geschrieben habe als Tune der Gehässigkeit gehört oder gelesen wird.

Vorab: Julia Engelmanns Erfolg ist ein toller Erfolg für die Poetry Slam-Szene, und ein toller Erfolg für meine Stadt Bielefeld (ja, Haters, I ♥ Bielefeld too!). Das kann man sagen, ohne neidgeschwängert vorne rüber zu kippen. Einfach mal gönnen, und nicht immer nur verbittert „ABER ICH MACHE DOCH SCHON SEIT JAHREN XYZ UND KEINE_R GUCKT HIN!!!“ sagen. Weil, nicht zuletzt die Kolleg_innen aus der Poetry Szene am besten zeigen, wie man es am besten macht: Sich mal für die eigene Gang freuen. Einfach so, weil man es kann. Weiterlesen

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