Archiv der Kategorie: Faktotum

Chloe: „Easter“

„I am Chloe Sevigny. It’s recently come to my attention that the bell tolls for [‚E:A:stAaʳ].“

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„Henners Traum“: Von Männern, Mettwürsten und Moneten

Ein kleines Doku-Juwel lief gestern im Fernsehen, eine kleine aber feine Geschichte über Finanz- und Größenwahn: „Henners Traum“, ein Film von Klaus Stern – der ebenfalls bekannt ist für seine Dokus über andere Geschäftemacher (u.a. Tan Siekmann, Mehmet Göker), die zumeist irgendwo zwischen Größenwahn und Hochstapelei  operieren. Der Plot war dabei so bizarr wie fesselnd: Ein Tourismus-Paradies für läppische 450 Millionen Euro sollte es werden, in einer nordhessischen kleinen Stadt mit knapp 17.000 Einwohner_innen. Eine kleine Stadt, die – wie es in Deutschland halt mal vorkommen kann – mit Niederschlag größeren Ausmaßes (ganzjährig) gesegnet ist. Wir sehen es schon: Das ist die Örtlichkeit, die Massen anziehen wird, die sonst ihr schwer verdientes Geld für sonnigen Urlaub außerhalb des Landes verprassen. Nicht. Aber egal!

Dokumentarfilmer Klaus Stern begleitete Bürgermeister Heinrich „Henner“ Sattler zwei Jahre lang bei der Investorensuche – und liefert mit seiner Doku „Henners Welt“ Einblicke in ein Universum, in dem Schlipsträger in schwarzen Anzügen zwar nichts wirklich erhellendes zu sagen haben, dafür aber umso strahlendere Visionen von [hier irgendetwas beliebiges einsetzen, das ganz viel Geld kostet aber höchstwahrscheinlich niemals zu re-monetarisieren ist] imaginieren können. Das Ganze kann auch als angedeutete Männlichkeitsstudie in einem bestimmten Milieu durchgehen, als anthroplogische Betrachtung des männlichen Balzens um Geld und Kontakte auf mittlerer kognitiver Ebene, des sensiblen Feldes der Körperlichkeit (Schulterklopfen, Hände schütteln und Umarmungen), denn hier sind die Männer weitgehend unter sich – fernab jeder Frauenquote. Weiterlesen

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Ich ♥ Julia Engelmann weil ich das Internet ♥

Campus TV 2013Jetzt, wo der Hype weiter durch das Internet zieht und die Mainstreampresse das Clickbait-Phänomen der letzten Woche in gewohnter Schwarz-Weiß-Manier durch den Kakao zieht, indem nun nach einer der Welle der Liebe für Julia Engelmann eine Welle des Hasses gewittert wird, muss ich mich doch nochmal kurz zu Wort melden, denn ich möchte auf keinen Fall das unser kleines Engelmann-Remix-Werk das ich geschrieben habe als Tune der Gehässigkeit gehört oder gelesen wird.

Vorab: Julia Engelmanns Erfolg ist ein toller Erfolg für die Poetry Slam-Szene, und ein toller Erfolg für meine Stadt Bielefeld (ja, Haters, I ♥ Bielefeld too!). Das kann man sagen, ohne neidgeschwängert vorne rüber zu kippen. Einfach mal gönnen, und nicht immer nur verbittert „ABER ICH MACHE DOCH SCHON SEIT JAHREN XYZ UND KEINE_R GUCKT HIN!!!“ sagen. Weil, nicht zuletzt die Kolleg_innen aus der Poetry Szene am besten zeigen, wie man es am besten macht: Sich mal für die eigene Gang freuen. Einfach so, weil man es kann. Weiterlesen

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Stellungnahme im Rahmen der Intervention im DT am 9.1.2014

Mind the Trap

Liebes Publikum,

herzlich willkommen zu MIND THE TRAP!. Als wir Menschen mit den Labels „junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund aus nicht westlichen Ländern, Menschen mit Behinderung und Menschen mit geringen Einkünften“ den Flyer, ich meine das Faltblatt, von MIND THE GAP! angeschaut haben, fanden wir es sehr rührend und niedlich, dass die Veranstalter_innen darauf gekommen sind, dass es Zugangsbarrieren gibt. Ein ambitionierter Versuch, etwas zu verändern. Uns sind jedoch einige erhebliche Traps aufgefallen. Deswegen wollten wir, ein Bündnis von kritischen Kulturschaffenden, es uns nicht nehmen lassen und dazukommen. Sie haben uns nicht nur nicht eingeladen, wir sind trotzdem gekommen. Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen.

Wir haben uns gewundert, dass es den Begriff Hochkultur noch gibt. Anscheinend sind einige Menschen, mit Ressourcen der sogenannten Hochkultur ausgestattet, so hoch geklettert, dass sie mittlerweile mit einem großen…

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David Foster Wallace: Der bleiche König und der Wille zur Wirklichkeit

Bild: Kiepenheuer und Witsch

Bild: Kiepenheuer und Witsch

Posthum ist David Foster Wallace letzter Roman „The Pale King“ nun auch in der deutschen Übersetzung erhältlich. Vor seinem Suizid am 12. September 2008 hinterlegte er für seine Frau ein Manuskript, 250 Seiten, ordentlich gestapelt – und zusätzlich dazu in seinem Garagenbüro Tausende von Seiten, in Heftern und Ordnern und auf Festplatten und digitalen Speichermedien konserviert. Jahrelang hatte er es nicht geschafft, diesen dritten Roman fertig zu stellen – dieser Aufgabe mussten sich letzten Endes die Nachlassverwalter annehmen, die die umfangreichen Fragmente durchdacht zusammen puzzelten. Das Ergebnis ist groß.

„Er hinterließ seine Notizen und die fertigen Kapitel in einem ordentlichen Stapel in der Garage, in der er arbeitete. Und seine Lampen waren eingeschaltet und beschienen die Arbeit. Ich habe also keinerlei Zweifel daran, dass er es so wollte. So ordentlich hat David selten etwas hinterlassen.“ (Karen Green) Weiterlesen

Schlechte Filme, gute Soundtracks

Ja, das gibt es natürlich: Filme, die grottenschlecht sind, sich aber durch ganz superbe Soundtracks auszeichnen – die dann teilweise sogar noch besser sind als gute Soundtracks richtig guter Filme. Und ich habe es endlich mal geschafft mein Vorhaben umzusetzen und ein paar Fallbeispiele zusammengetragen. Viel Spaß!

Vanilla Sky

Man kann von Tom Cruise halten was man will, und es gibt durchaus Filme mit ihm, die ich bis heute sehr schätze (wie beispielsweise „Jerry Maguire“), aber Vanilla Sky ist einfach nur ein grottenschlechter Film. Punkt. Weiterlesen

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Protestmusik: „Don’t buy this CD, arsehole!“

Wo sind die Protestsongs hin? Wo sind sie geblieben? In Zeiten, in den die rebellische Attitude ein Marketingaspekt ist, ist die Frage der Dissidenz im Pop ein ziemlicher Klops im Hals.

Meine musikalische Sozialisation jedenfalls begann Anfang der Neunziger, nach dem Mauerfall – zu einer Zeit, in der Grunge einerseits das letzte große kommerzielle Aufleben der Spät-80er Rockkultur in den Industriestaaten nordwestlicher Prägung schnappatmend anschob, andererseits mit der Faust alte Ideale zerschlug. Weiterlesen

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Der gruselige Clown von Northampton

Contentwarnung: Dieser Post triggert eventuell Menschen mit Coulrophobie!

Ein mysteriöser Clown, von dem niemand weiß wer er ist oder wo er herkommt, der aber Pennywise verdächtig ähnlich sieht, terrorisiert seit Tagen die Einwohner_innen von Northampton. Beziehungsweise, eigentlich terrorisiert er sie nicht. Er steht immer nur hier und da in irgendwelchen Ecken rum, hält Luftballons und beobachtet. ABER DAS IST JA SCHON EKELIG GENUG!!!111

Eine Facebook-Seite gibt es mittlerweile auch: „Spot Northampton’s Clown„.

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Blog-Geburtstag: Ein Jahr in Shehadistan

Vor genau einem Jahr, am 7. September 2012 schoss ich Shehadistan in die Verwinklungen des World Wide Web. Blog-erfahren zwar, aber einigermaßen planlos darüber, wohin die Reise gehen soll. Heute, 181 veröffentlichte Artikel, 214.202 Aufrufe und 983 genehmigte Kommentare später, sieht das nicht wirklich anders aus.

Und auch wenn Ziellosigkeit dieses Projekt wohl weiter bestimmen wird, wird es immer Dinge geben, die bleiben: Menschen, denen ich begegnet bin und die ich oft auch tatsächlich kennenlernen durfte, und die über irgendeine Art von Zwischenstop in diesem just another WordPress-Blog wohl vielleicht nie meinen Weg gekreuzt hätten. Zu erfahren, wie sehr sich eigene Sichtweisen ändern, aber auch festigen können. Weiterlesen

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