Archiv der Kategorie: Faktotum

Video-Statements von Personen aus der Schule vom 01.07. 23 Uhr

@OhlauerInfo

Warum diese Videos zeigen ein Botschaften von Geflüchteten aus dem Sudan. Die erste Person erzählt kurz ihre Geschichte, wie sie in Europa versucht hat einen sicheren Ort zum leben zu finden. Sie beendet die Botschaft damit, dass sie bereit ist zu springen. Im zweiten Video erklärt die Person, warum sie nichts zu verlieren hat und auf keinen Fall zurück in ein Lager gehen wird. Die Videos wurden am 01.07. um ca. 23 Uhr in der Schule aufgenommen.

„One Refugee Activist explains why he is ready to jump from the roof of the occupied school in Ohlauerstraße, if an eviction by force takes place and their demand, the right to stay, is still ignored.

Einer der Refugee Aktivist_innen erklärt warum er bereit ist vom Dach der besetzten Schule in der Ohlauerstraße zu springen, wenn eine Zwangsräumung stattfindet und ihre Forderung nach Bleiberecht weiterhin ignoriert wird.“

Youtube Beschreibung

Skript des ersten Videos:

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Das Beste an „Boyhood“? Nicht die Boys.

Wenn die Presse einen Drei-Stunden-Schinken über den Pudding lobt, ihn als neuen Meilenstein der Filmgeschichte abfeiert und selbst der Spiegel fast zu Tränen gerührt über den „Triumph der Beharrlichkeit“ schreibt, dann sollte man sich doch vielleicht fragen, ob es sich wirklich lohnt einen kleinen Batzen Euros (Überlänge) für ein Filmerlebnis hinzublättern, das einem zeigt, was man mehr oder weniger selbst schon alles durchlebt hat (nämlich mehr oder weniger: die Jahre 2001 bis 2013). Doch vorweg die gute Nachricht: „Boyhood“ lohnt sich. Wirklich!

Um jedoch erstmal zu verstehen, was eins der Grundprobleme von „Boyhood“ ist, genügt es zunächst, sich den Film in einem unterbesetzten Kinosaal anzuschauen, am besten: werktags, nachmittags, vorzugsweise in einer eher beschaulichen Stadt. Weiterlesen

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Ein Selbstmord aus ›fremder‹ Hand – Das gestellte Ende des Nationalsozialistischen Untergrundes/NSU

Lesen.

Eyes Wide Shut

Ein Selbstmord aus ›fremder‹ Hand – Das gestellte Ende des Nationalsozialistischen Untergrundes/NSU

Auf den ersten Blick scheint es wenig gute Gründe zu geben, sich mit der offiziellen Version auseinanderzusetzen, dass die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4.11.2011 in ihrem geliehenen Campingwagen in Eisenach durch Selbstmord ums Leben gekommen sind. Ist doch egal, wie diese Neonazis umgekommen sind … könnte man dabei heraushören.

Das ist es eben nicht – gerade auch dann, wenn man Neonazismus nicht für eine Ansichtsache hält, sondern für ein Verbrechen.

Als ich den Text Selbstmord – was sonst? vor einem Jahr für die zweite Auflage des Buches Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund – wo hört der Staat auf? überarbeitete, lagen sehr wenige Beweise dafür vor, was sich in jenem Campingwagen am 4.11.2011 in Eisenach ereignet hatte, in dem die beiden NSU-Mitglieder tot aufgefunden wurden.

Die tatbegleitenden Umstände wiesen hingegen schon damals darauf…

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Blogstöckchen: Fünf Buchvorsätze

Wie praktisch, dass heute Welttag des Buches ist! Ninia hat mir nämlich mal wieder ein Blogstöckchen zugeworfen: Es geht um Bücher, die man noch nicht gelesen hat, und der Deal geht so:

“Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.”

Acht Blogger_innen zu benennen ist zwar ein bisschen sportlich, aber trotzdem kriege ich ein paar Auserwählte zusammen: Charlott, Katrin, Daniel, Sarah, Tasnim, Frau Gehlhaar, Samir und Salma. (Edit: Es ist schwieriger acht Blogger_innen zu benennen als fünf ungelesene Bücher vorzustellen!)

Und schon geht es ohne Überleitung weiter mit den fünf ausgewählten Wunschteilen:

220px-Davidis1. Henriette Davidis: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche

Henriette ist wohl die bekannteste Kochbuchautorin Deutschlands gewesen, und ihr Kochbuch ist als Generationenerbstück von Küche zu Küche weitergereicht worden – ich habe auch schon antiquarische Prachtexemplare gesehen und durchgeblättert. Und irgendwann werde ich nochmal richtig darin lesen. Weniger, um tatsächlich irgendwas daraus nachzukochen, sondern um einfach nochmal so spannende Fun Facts zu erhalten: Zum Beispiel war es damals (wie heute?) anscheinend möglich, auch mal 22 Eier in einem Kuchen zu verbacken. Weiterlesen

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Chloe: „Easter“

„I am Chloe Sevigny. It’s recently come to my attention that the bell tolls for [‚E:A:stAaʳ].“

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„Henners Traum“: Von Männern, Mettwürsten und Moneten

Ein kleines Doku-Juwel lief gestern im Fernsehen, eine kleine aber feine Geschichte über Finanz- und Größenwahn: „Henners Traum“, ein Film von Klaus Stern – der ebenfalls bekannt ist für seine Dokus über andere Geschäftemacher (u.a. Tan Siekmann, Mehmet Göker), die zumeist irgendwo zwischen Größenwahn und Hochstapelei  operieren. Der Plot war dabei so bizarr wie fesselnd: Ein Tourismus-Paradies für läppische 450 Millionen Euro sollte es werden, in einer nordhessischen kleinen Stadt mit knapp 17.000 Einwohner_innen. Eine kleine Stadt, die – wie es in Deutschland halt mal vorkommen kann – mit Niederschlag größeren Ausmaßes (ganzjährig) gesegnet ist. Wir sehen es schon: Das ist die Örtlichkeit, die Massen anziehen wird, die sonst ihr schwer verdientes Geld für sonnigen Urlaub außerhalb des Landes verprassen. Nicht. Aber egal!

Dokumentarfilmer Klaus Stern begleitete Bürgermeister Heinrich „Henner“ Sattler zwei Jahre lang bei der Investorensuche – und liefert mit seiner Doku „Henners Welt“ Einblicke in ein Universum, in dem Schlipsträger in schwarzen Anzügen zwar nichts wirklich erhellendes zu sagen haben, dafür aber umso strahlendere Visionen von [hier irgendetwas beliebiges einsetzen, das ganz viel Geld kostet aber höchstwahrscheinlich niemals zu re-monetarisieren ist] imaginieren können. Das Ganze kann auch als angedeutete Männlichkeitsstudie in einem bestimmten Milieu durchgehen, als anthroplogische Betrachtung des männlichen Balzens um Geld und Kontakte auf mittlerer kognitiver Ebene, des sensiblen Feldes der Körperlichkeit (Schulterklopfen, Hände schütteln und Umarmungen), denn hier sind die Männer weitgehend unter sich – fernab jeder Frauenquote. Weiterlesen

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Ich ♥ Julia Engelmann weil ich das Internet ♥

Campus TV 2013Jetzt, wo der Hype weiter durch das Internet zieht und die Mainstreampresse das Clickbait-Phänomen der letzten Woche in gewohnter Schwarz-Weiß-Manier durch den Kakao zieht, indem nun nach einer der Welle der Liebe für Julia Engelmann eine Welle des Hasses gewittert wird, muss ich mich doch nochmal kurz zu Wort melden, denn ich möchte auf keinen Fall das unser kleines Engelmann-Remix-Werk das ich geschrieben habe als Tune der Gehässigkeit gehört oder gelesen wird.

Vorab: Julia Engelmanns Erfolg ist ein toller Erfolg für die Poetry Slam-Szene, und ein toller Erfolg für meine Stadt Bielefeld (ja, Haters, I ♥ Bielefeld too!). Das kann man sagen, ohne neidgeschwängert vorne rüber zu kippen. Einfach mal gönnen, und nicht immer nur verbittert „ABER ICH MACHE DOCH SCHON SEIT JAHREN XYZ UND KEINE_R GUCKT HIN!!!“ sagen. Weil, nicht zuletzt die Kolleg_innen aus der Poetry Szene am besten zeigen, wie man es am besten macht: Sich mal für die eigene Gang freuen. Einfach so, weil man es kann. Weiterlesen

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Stellungnahme im Rahmen der Intervention im DT am 9.1.2014

Mind the Trap

Liebes Publikum,

herzlich willkommen zu MIND THE TRAP!. Als wir Menschen mit den Labels „junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund aus nicht westlichen Ländern, Menschen mit Behinderung und Menschen mit geringen Einkünften“ den Flyer, ich meine das Faltblatt, von MIND THE GAP! angeschaut haben, fanden wir es sehr rührend und niedlich, dass die Veranstalter_innen darauf gekommen sind, dass es Zugangsbarrieren gibt. Ein ambitionierter Versuch, etwas zu verändern. Uns sind jedoch einige erhebliche Traps aufgefallen. Deswegen wollten wir, ein Bündnis von kritischen Kulturschaffenden, es uns nicht nehmen lassen und dazukommen. Sie haben uns nicht nur nicht eingeladen, wir sind trotzdem gekommen. Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen.

Wir haben uns gewundert, dass es den Begriff Hochkultur noch gibt. Anscheinend sind einige Menschen, mit Ressourcen der sogenannten Hochkultur ausgestattet, so hoch geklettert, dass sie mittlerweile mit einem großen…

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David Foster Wallace: Der bleiche König und der Wille zur Wirklichkeit

Bild: Kiepenheuer und Witsch

Bild: Kiepenheuer und Witsch

Posthum ist David Foster Wallace letzter Roman „The Pale King“ nun auch in der deutschen Übersetzung erhältlich. Vor seinem Suizid am 12. September 2008 hinterlegte er für seine Frau ein Manuskript, 250 Seiten, ordentlich gestapelt – und zusätzlich dazu in seinem Garagenbüro Tausende von Seiten, in Heftern und Ordnern und auf Festplatten und digitalen Speichermedien konserviert. Jahrelang hatte er es nicht geschafft, diesen dritten Roman fertig zu stellen – dieser Aufgabe mussten sich letzten Endes die Nachlassverwalter annehmen, die die umfangreichen Fragmente durchdacht zusammen puzzelten. Das Ergebnis ist groß.

„Er hinterließ seine Notizen und die fertigen Kapitel in einem ordentlichen Stapel in der Garage, in der er arbeitete. Und seine Lampen waren eingeschaltet und beschienen die Arbeit. Ich habe also keinerlei Zweifel daran, dass er es so wollte. So ordentlich hat David selten etwas hinterlassen.“ (Karen Green) Weiterlesen