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Paradies: Liebe. Film: Hölle.

Paradies: Liebe

Paradies: Liebe (Screenshot)

Wider besseren Wissens tut man ja vieles. Zum Beispiel: Ins Kino gehen. Um sich Filme anzugucken, von denen man schon ahnt, man sollte besser die Augen und Ohren davon lassen. Trotzdem wirken sie auf einen wie eine Massenkarambolage und man kann einfach nicht weggucken, auch nicht beim zweiten, dritten, vierten Mal. „Paradies: Liebe“ ist so ein Film.

Die Story geht so wurde mir versprochen: Die Österreicherin Teresa (im Übrigen grandios gespielt von Margarethe Tiesel) fliegt nach Kenia, um dort nochmal sowas wie Liebe zu erleben. Im Zweifelsfall gegen Bares. Sowas gibt es ja in echt, sagt das Feuilleton, also, weibliche Prostitutionskundinnen. Und Ulrich Seidl, der Filmemacher, würde auch zeigen, wie sehr das Ganze Business mit Rassismus durchzogen ist.

Grund genug für mich also, einen Kinosaal in Deutschland aufzusuchen, denn warum auch immer habe ich mich also entschieden, mir diesen Film anzugucken. Der Saal ist halbleer oder halbvoll – je nachdem, wie man`s nimmt. Ich gucke mich um und bemerke schnell, dass ich von deutschen Bildungsbürger_innen umzingelt bin, vor mir, hinter mir, rechts-links. Ich bin die Einzige von allen, die sowas hat, was Bildungsbürger_innen im Allgemeinen einen Migrationshintergrund nennen, und ich bin wahrscheinlich nur deshalb hier weil ich mich ab und zu in den Feuilleton-Bereich von Bildungsbürgermassenmedien verirre. Aber nun ja, diese Settings kenne ich bereits, und ich kann sie – das weiß ich mittlerweile aus Erfahrung – ziemlich schmerzbefreit überleben. Weiterlesen

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