Rosemarie. Zwangsgeräumt, gestorben.

rosemarieEine 67 Jahre alte schwerbehinderte Frau wird am 9. April aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt und stirbt zwei Tage später in der Wärmestube der Kälte Nothilfe. Gegen diese Zwangsräumung wurde harsch protestiert. Wenige Tage zuvor hatte ein Gericht durch ein fachärtztliches Attest bestätigt, dass der schwerbehinderten und schwer kranken Rosemarie F. eine Wohnungsräumung unzumutbar ist. Die Mietzahlungen für Rosemarie F. wurden nicht bezahlt, da vermutlich beim Amt für Grundsicherung formale Fehler vorlagen. 

Letzte Woche wurde viel über Margaret Thatcher geschimpft, und über den Abbau des Sozialstaats Großbritanniens. Was wir aber nicht vergessen sollten: Dieser Abbau inklusive der einhergehenden Verrohung läuft auch bei uns auf vollen Touren. Wie gesagt, auch bei uns. Ansonsten: Ohne Worte.

Hier eine persönliche Stellungnahme der Menschen, die den letzten Abend mit Rosemarie verbracht haben.

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Und Edit: Leseempfehlung, Tante Ösistan.

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5 Gedanken zu „Rosemarie. Zwangsgeräumt, gestorben.

  1. ein menschenleben ist nichts mehr wert was die alte dame in ihrem leben wohl schon alles geleistet hat daran denken die schnössel beim amt nicht das macht einem nur wütend

  2. […] Ich schrieb dazu schon an anderer Stelle: […]

  3. tikerscherk sagt:

    Was ich nicht begreife: wie konnte sie geräumt werden, wenn ein Gericht, auf Grundlage eines fachärztlichen Attestes, dies für unzumutbar hielt. Wer ordnet das an? Wer kann sich über eine Entscheidung der Judikative derart hinweg setzen?
    Es ist einfach schrecklich, und es macht mich sehr wütend.

    • andre kirsch sagt:

      Die Richter Rosenow und Piorkowski und die Richterin Niermann haben auch ignoriert, dass das Bezirksamt die Zahlung der Miete zugesichert hatte. Die Richter haben nur die Interessen von Birgit und Ralph Hartig verfolgt, die erklärtermassen nur eine in ihre Augen lästige Mieterin loswerden wollten. Die Mietrückstände, die entstanden waren, weil das Bezirksamt die Miete 6 Monate lang (!) auf das falsche Konto überwiesen hatte, waren nur ein Vorwand.

  4. monodromie sagt:

    was ich allerdings auch nicht verstehe ist, wie man einen Menschen mit bekannter chronischer Herzinsuffizienz 500 Meter laufen lassen kann, ihm fuenfmal beim Erbrechen zuschaut und nicht auf die Idee kommt, das koennten lebensbedrohliche Symptome sein. Notaufnahmen gibt es in Berlin in hinreichend hoher Dichte. Man kann sich auch mal bei google ueber Herzinsuffizienz und assoziierte Symptome informieren, wenn man schon die Verantwortung eingeht, jemanden als seinen ‚Schuetzling‘ zu behandeln. Stattdessen laedt man ihn in irgendeiner Besenkammer ab. Leider draengt sich auch beim Lesen der auffaellig schnell vom ‚Speziellen‘ zum Allgemeinen übergehenden AktivistInnenkommentare ein wenig der Verdacht auf, dass der schlechte Zustand der Rosemarie F. irgendwie ganz gut ins Konzept passte: seht wie schlecht es ihr geht, das haben sie ihr angetan. Rosemarie F. hat leider nichts mehr davon jetzt der Märtyrer der ‚Occupy‘-Szene zu sein, inkl. sekundaeren Antisemitismus allerorten (etwa bei youtube).

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