Archiv des Autors: shehadistan

Róisín Murphy – Narcissus

Kann Róisín Murphy nun endlich mal 1 ein Disco-Album rausbringen?

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Allein auf dem Rolling Stone Park 2019: Quasi ein Livestream

07. November 2019, 09:01 Uhr

Liebes Tagebuch, heute ist Donnerstag, die ganze Woche schon ein ziemlicher Abschuss, heute abend muss/darf ich noch zum Ilgen-Nur-Konzert und nun hat mir Laura, mit der ich ja morgen e-i-g-e-n-t-l-i-c-h zum Rolling Stone Park fahre, grad geschrieben: „Hello! Schlechte Nachrichten. Ich bin absolut krank und kann mich eigentlich nirgends wo hinbewegen.“ RIP. VERDAMMT! Was nun? Muss absagen. Kann auf k-e-i-n-s-t-e-n 2,5 Tage alleine auf 1 Festival abhängen. ICH STERBE. Muss alles stornieren. Kann morgen auf gar keinen Fall fahren! Brauche erstmal Kaffee. A B S T U R Z!

07. November 2019, 12:21 Uhr

Liebes Tagebuch, habe mich bis zur Mittagspause wieder bissi sortiert. Bin doch ein harter Hund. Und habe mir gedacht: Wenn das kein Fall für die Female Festival Task Force ist, was dann? Fahre nun alleine zum RS Park. Habe im Europa Park-Hotel angerufen und ein Einzelzimmer geordert. Habe schließlich den ganzen Sommer über gerätselt ob ich mich jemals trauen würde alleine auf ein Festival zu fahren und hier muss ich nicht mal ein Zelt aufbauen. Und habe ein eigenes Klo, von der eigenen Dusche ganz zu schweigen. Packe das. Bin ja kein Schisser. Lade mir vor Abreise paar Serien aufs Tablet und kann mich im Notfall auch ins Hotel-Schwimmbad oder aufs Zimmer verpieseln und Schokolade vorm Fernseher essen. Wie bei einer Dienstreise. Ist ja so gesehen auch eine.

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Rolling Stone Park 2019: Pool und Schwebebahn statt Dixi Klo und Gummistiefel

Es ist November und es ist soweit: Ich bin fix und foxi, durch und feddich, geradezu durchgegart. Die Festival- und Konzertsaison 2019 hat mir in diesem Jahr einiges abverlangt (vielleicht bin ich inzwischen auch halt einfach nur: alt), und ich zähle die Tage bis zu den Weihnachtsferien, die ich zum Großteil im Plüsch-Einteiler auf dem Sofa verbringen möchte, bevorzugt mit einem Becher Grog in der Hand. Vom Glamping beim Graspop bis hin zu Natur- und Sexismuskatastrophen bei Rock im Park bis hin zu Winterjacke-und-Schal-Alarm beim Roskilde-Festival im Juli (ich denke auch heute noch manchmal noch an die neun Grad nachts im Zelt) habe ich mit meinen Girls und der Female Festival Task Force so ziemlich alles erlebt was Open Air-technisch möglich ist – nicht, ohne auch selber ein paar Federn gelassen zu haben.

Fotos: Von uns, geschossen beim ersten Rolling Stone Park im November 2019

Nun steht für 2019 nur noch ein Großfestival an, und zwar Rolling Stone Park im Europapark Rust am kommenden Wochenende. Unter Umständen hätte ich zu diesem Zeitpunkt und bei meiner Verfassung übelst Stress bei der Aussicht auf NOCH EIN RIESENFEST ÜBER MEHRERE TAGE. Aber in diesem Fall ist alles anders. Homies bei Twitter fragten sich letztens warum man sich Festivals antun sollte wo man sich ein Zelt mit „Daniel und Stefan“ und ein „Dixi Klo mit 50.000 Menschen“ teilen muss. Die Antwort ist: Man kann sie sich antun weil es manchmal auch die Komfort-Varianten mit Hotelzimmer, Bett, eigenem Bad und Frühstück gibt – und bei dieser Variante vom 8. bis 11. November in Rust werden wir wieder dabei sein.

Laura und ich haben letztes Jahr der Festival-Premiere im Europapark beigewohnt – und zwar aus Gründen die uns heute unangenehm sind (Ryan Adams). Im Sommer hatten wir bereits die Tickets gebucht, dann sagte Ryan die Show ab, dann waren wir erst traurig, dann nicht mehr nachdem sich in der Welt-Presse rumsprach dass er ein misogynes Arschloch ist, wir fuhren natürlich trotzdem – und hatten einfach die beste Zeit. Bei Anna Calvi standen wir in der ersten Reihe, entdeckten uns bisher unbekannte aber grandiose Bands wie die „Intergalactic Lovers“, schlugen uns abends die Bäuche mit dem feinen Caterer-Buffet voll und schwammen tagsüber im beheizten Außenpool.

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@intergalacticlovers. 👏🏽🎈💕

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Here we go again. . . . #RSPark

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10 Horrorfilme mit feministischem Einschlag

Gut, der feministische Einschlag ist manchmal nur versehentlich bei dieser Liste, aber: Wer heute oder am verlängerten Wochenende oder generell einfach mal wieder Lust hat auf einen guten Horrorfilm hat, der ist mit dieser Liste hier vielleicht ganz gut bedient. Wer Horrorfilme nicht aushalten kann schaltet am besten genau jetzt um!

1) A Girl Walks Home Alone At Night (2014)

Den feministische Vampirfilm der iranisch-amerikanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Ana Lily Amirpour aus dem Jahr 2014 kann man nur ein halber Jahrzehnt später tatsächlich als Meilenstein bezeichnen.

2) Ghostbusters (2016)

Never forget mein Oberschatzi Holtzmann. 2019 wäre ein guter Zeitpunkt für einen zünftigen Re-Watch. ❤

3) Teeth – Wer zuletzt beisst, beisst am besten (2007)

Trashiger, sehr heteronormativer Horror, den ich aber immer wieder ballern könnte. Fun Fact: Als ich „Teeth“ vor Jahren als DVD bestellte konnte sie mir aus irgendwelchen Gründen nicht zugestellt werden – und der Film musste seine Rückreise in die USA antreten. Bis heute weiß ich nicht warum!

4) Season of the Witch (1973)

Sauberer Hexenfilm (der im Original „Hungry Wives“ hieß) mit einer wunderbaren Jan Mitchell in der Hauptrolle. Die Filmposter sind meiner Meinung nach bis heute einfach alle nur i-c-o-n-i-c.

5) Der Hexenclub (1996) Weiterlesen

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Frazey Ford – The Kids Are Having None of It

Neuer Track und neues Musik-Video von der wunderbaren Frazey Ford Musik-Video mit „Smash the Patriarchy“-Plakat und allem was man sich sonst noch so wünscht.

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Jetzt neu: Wir sind ab diesem Sommer Eure „Female Festival Task Force“

So ist es nun also, kurz und schmerzlos: In diesem Sommer starte ich zusammen mit den Blogrebellen, Feminismus im Pott und weiteren geschätzten Kolleginnen die Kampagne „Female Festival Task Force“. Wir werden gemeinsam Festivals und Konzerte besuchen und aus feministischer Perspektive betrachten. Über all das berichten wir und interessante Veranstalter_innen können am Ende auch bei Bedarf ein Auswertungshandout bei uns ordern. Wir machen den Weg frei für schöner, sicherer und weniger sexistisch feiern! Hoffentlich. Die erste Station wird sein: Roskilde. Und so wie alles hat auch dies eine Vorgeschichte.

Wir schruben das Jahr 2017, Laura von Feminismus im Pott und ich chillten auf dem Wacken Open Air, wir hatten ein wunderschönes Zelt mit Fußmatte vor der Tür und einen mobilen Schminktisch, den viele Menschen sehr unterhaltsam fanden, und wir sponnen an einem Traum: Was, wenn man Festivals mal aus feministischer Sicht auseinander nehmen könnte? Was, wenn man sowas wie eine Task Force oder Awareness Group über ein Gelände schicken könnte, einen Trupp fähiger Beobachter_innen, die sich auf dem Gelände umschauen, mit Gäst_innen sprechen und sich ein Bild von der Tauglichkeit eines Festivitäten-Epizentrums auch für Nicht-Cis-Männer machen?

Yes, we survived Wacken together!

Als im Zweiertrupp angereiste Frauen-Camping-Gemeinschaft waren wir damals die exotische Ausnahme auf unserem Camping-Ground: Eingebettet in eine Festival-Nachbarschaft, die entweder aus größeren Gruppen (drei und mehr Leute) oder allenfalls noch romantisch verbundener Paare bestand, bildeten wir eine sehr glitzernde Ausnahme, aber wir hatten ja auch die besten Lidschattenpaletten und den Soundtrack von GLOW als Spotify-Playlist dabei. Alleinreisende? Fehlanzeige. Was, so dachten wir, was macht man eigentlich wenn man nicht das große Glück hat wie wir und eine feministische Reise-Gemeinschaft bilden kann? Wer bleibt ständig zuhause, obwohl Festivals ein beliebtes Ziel sein könnten? Und wie könnte man Abhilfe schaffen? Nachts, wenn wir mit schmerzenden Beinen zurück ins Zelt wankten und uns mit gefühlt 100 Milliliter Mizellenwasser pro Person den Dreck vom Gesicht kratzten, dachten wir uns die wildesten Sachen aus: Ein eigenes Camp mit eigenem Dixie Klo. Ein Vernetzungstool, das interessierte Alleinreisende zusammenbringt, um für angenehme Festival-Erfahrungen einen Safe Space zu generieren.

Festival-Camps: Hort des Friedens und Sicherheit oder doch ein Thema mit Regenwolke drüber? Wir wollen dem nachgehen!

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Elizabeth Sweetheart: The Green Lady of Brooklyn

„I think people really, really like the belief that you like something enough to really carry it through.“ (Elizabeth Sweetheart)

Manchmal bin ich echt dankbar für meinen YouTube-Feed, der mir an verregneten Sonntagen auch mal sowas hier reinspült.

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Dorothy & Angel Haze – Freedom (TROY NōKA Remix)

Kristin Burns

Regie: Lisa Bonet. Executive Producer: Linda Perry und Kerry Brown. Mehr kann man sich für einen Samstagmorgen nicht wünschen!

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Marie Kondo: Noch ein Bashing, dieses Mal über die unordentlichen Privileged White People dieser Welt

Netflix

Hallo, ich bin wahrscheinlich ein bisschen spät dran mit diesem Artikel. Das kommt daher, weil ich im Januar meine Wohnung entrümpelt habe, und zwar radikal, und ein bisschen auch nach der KonMari-Methode (die ich bereits 2014 mal punktuell in meinen Räumlichkeiten durchgezogen habe, und was soll ich sagen, it changed my life). Nun ist Marie Kondo phänomenal erfolgreich und das fast schon seit knapp einem halben Jahrzehnt, und das heisst auch es gibt mittlerweile ungefähr eine Million Memes (oft auch richtig gute!), und ordentlich Lob, und ordentlich Bashing, und Bashing des Bashings weil es oft eindimensional und racist und überflüssig ist. Die Universalschubladen des Kondo-Bashings sollten mittlerweile bekannt sein: Marie Kondo ist das Gegenteil von Feminismus blabla, Marie Kondo propagiert ein problematisches Bild von Häuslichkeit blabla, Marie Kondo versteht nicht dass nicht die Unordnung das Problem ist sondern das Patriarchat in dem zumeist nur die „Frauen“(tm) putzen oder zumindest am allermeisten putzen blabla, dieses Aufräumprogramm von Marie Kondo ist nur für Privilegierte die überhaupt auch Zeug haben dass sie wegwerfen können blabla. Vorab: Natürlich sind das Patriarchat und Hetenbeziehungen und soziale Ungleichheit ein Problem, wenn nicht sogar die gewaltigsten. Aber, das ist der Punkt: Sie sind nicht Marie Kondos Problem. Und, was gerne unter den Tisch fällt bei der ganzen Meckerei: Dass Unordnung und Horterei auch einfach ein Kulturmuster sein kann, erwachsen aus Kapitalismus, den verschiedenen Gelegenheiten die Wohnraum so bieten kann und vielleicht auch einem, sagen wir, historischem Hang zu Dreck und Schmutz.

Unordnung und Sammelwahn – maybe it`s white?

Das Marie Kondo-Bashing gibt es meiner Meinung nach in erster Linie aufgrund des Zusammenstoßens der Unordnung weißer Menschen mit Marie Kondos frischer Aufgeräumtheit. Denn, Hand aufs Herz, mit Tinnef und Staubfängern vollgestopfte Wohnungen sind das Spezialgebiet der Spezies weiße Europäer_innen nordwestlicher Prägung (egal wo sie am Ende gelandet sind auf diesem Planeten) – und all derer die in ihrem Dunstkreis leben müssen. Nehmen wir der Einfachheit halber nur Deutschland: Hier bin ich groß geworden, und hier habe ich seit über drei Jahrzehnten den Horror des Wohnschrottes miterlebt und auch mitgemacht. Aufgewachsen im Deutschland der 80er und 90er Jahre habe auch ich vieles nicht ausgelassen: Tigerenten aus Holz (omg). Lava-Lampen. Kresse-Igel. Klamottenberge. Zaubertrolle. Kurzum: SCHROTT, aber manchmal brauchte ich ihn irgendwie für mein Leben. Und don`t judge me wenn Ihr nichts davon hattet, ich bin sicher, Ihr hattet anderen Sinnlos-Müll! Weiterlesen

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Der musikalische Jahresrückblick: Die besten Tracks 2018

Mit ohne viel Firlefanz und noch passend vorm Jahreswechsel habe ich Euch meine wie immer kuddelmuddeligen Jahrescharts zusammengebaut (denn wer schafft es schon Janelle Monáe und Judas Priest quasi direkt hintereinander wegzuballern?

Lieblingsbands 2018 auf jeden Fall: Oceans of Slumber & Thundermother.

Beste Neuentdeckung: Alela Diane (Anfang des Jahres im Polarwinter-Februar an einem Sonntag in einem Plattenladen in Arnheim zufällig gehört und direkt verliebt).

Bestes Band-Ereignis: boygenius – wie sehr ich mich auf die Tour freue!

Beste Cover: „Friday I´m in Love“ von Phoebe Bridgers & „Heart-Shaped Box“ von Ramin Djawadi.

Beste Soundtracks: „Westworld“ und „Sharp Objects“ und wahrscheinlich „A Star is Born“.

Bestes Live-Erlebnis: Nick Cave & The Bad Seeds, First Aid Kit, Anna Calvi (krass!) und Thundermother.

Den Rest ansonsten hier und auf Spotify. I love you und Euch ein schönes 2019!

Oceans of Slumber – The Banished Heart

Christina Vantzou – At Dawn

First Aid Kit – Rebel Heart

Anna Calvi – As a Man

Brandi Carlile – The Joke Weiterlesen

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