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„Henners Traum“: Von Männern, Mettwürsten und Moneten

Ein kleines Doku-Juwel lief gestern im Fernsehen, eine kleine aber feine Geschichte über Finanz- und Größenwahn: „Henners Traum“, ein Film von Klaus Stern – der ebenfalls bekannt ist für seine Dokus über andere Geschäftemacher (u.a. Tan Siekmann, Mehmet Göker), die zumeist irgendwo zwischen Größenwahn und Hochstapelei  operieren. Der Plot war dabei so bizarr wie fesselnd: Ein Tourismus-Paradies für läppische 450 Millionen Euro sollte es werden, in einer nordhessischen kleinen Stadt mit knapp 17.000 Einwohner_innen. Eine kleine Stadt, die – wie es in Deutschland halt mal vorkommen kann – mit Niederschlag größeren Ausmaßes (ganzjährig) gesegnet ist. Wir sehen es schon: Das ist die Örtlichkeit, die Massen anziehen wird, die sonst ihr schwer verdientes Geld für sonnigen Urlaub außerhalb des Landes verprassen. Nicht. Aber egal!

Dokumentarfilmer Klaus Stern begleitete Bürgermeister Heinrich „Henner“ Sattler zwei Jahre lang bei der Investorensuche – und liefert mit seiner Doku „Henners Welt“ Einblicke in ein Universum, in dem Schlipsträger in schwarzen Anzügen zwar nichts wirklich erhellendes zu sagen haben, dafür aber umso strahlendere Visionen von [hier irgendetwas beliebiges einsetzen, das ganz viel Geld kostet aber höchstwahrscheinlich niemals zu re-monetarisieren ist] imaginieren können. Das Ganze kann auch als angedeutete Männlichkeitsstudie in einem bestimmten Milieu durchgehen, als anthroplogische Betrachtung des männlichen Balzens um Geld und Kontakte auf mittlerer kognitiver Ebene, des sensiblen Feldes der Körperlichkeit (Schulterklopfen, Hände schütteln und Umarmungen), denn hier sind die Männer weitgehend unter sich – fernab jeder Frauenquote. Weiterlesen

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