„Henners Traum“: Von Männern, Mettwürsten und Moneten

Ein kleines Doku-Juwel lief gestern im Fernsehen, eine kleine aber feine Geschichte über Finanz- und Größenwahn. Der Plot war dabei so bizarr wie fesselnd: Ein Tourismus-Paradies für läppische 450 Millionen Euro sollte es werden, in einer nordhessischen kleinen Stadt mit knapp 17.000 Einwohner_innen. Eine kleine Stadt, die – wie es in Deutschland halt mal vorkommen kann – mit Niederschlag größeren Ausmaßes (ganzjährig) gesegnet ist. Wir sehen es schon: Das ist die Örtlichkeit, die Massen anziehen wird, die sonst ihr schwer verdientes Geld für sonnigen Urlaub außerhalb des Landes verprassen. Nicht. Aber egal!

Dokumentarfilmer Klaus Stern begleitete Bürgermeister Heinrich „Henner“ Sattler zwei Jahre lang bei der Investorensuche – und liefert mit seiner Doku „Henners Welt“ Einblicke in ein Universum, in dem Schlipsträger in schwarzen Anzügen zwar nichts wirklich erhellendes zu sagen haben, dafür aber umso strahlendere Visionen von [hier irgendetwas beliebiges einsetzen, das ganz viel Geld kostet aber höchstwahrscheinlich niemals zu re-monetarisieren ist] imaginieren können. Das Ganze kann auch als angedeutete Männlichkeitsstudie in einem bestimmten Milieu durchgehen, als anthroplogische Betrachtung des männlichen Balzens um Geld und Kontakte auf mittlerer kognitiver Ebene, des sensiblen Feldes der Körperlichkeit (Schulterklopfen, Hände schütteln und Umarmungen), denn hier sind die Männer weitgehend unter sich – fernab jeder Frauenquote.

Auf der Jagd nach dem großen Geld. Mit PowerPoint.

Die Idee ist groß, und das muss zunächst mal der einheimischen Bevölkerung klar gemacht werden: So etwas wie eine Pressekonferenz wird zu Beginn der Doku für die Bürger_innen von Hofgeismar anberaumt, um den Untertanen bildreich (PowerPoint) zu erklären, warum sie dort wohnen, wo andere Urlaub machen wollen. Dubai, Nizza, Hofgeismar: In der Fantasiewelt der Anzugträger ist alles möglich. Jung und alt strömen zur Sitzung, in der der Bürgermeister und sein Kumpane Tom Krause (Architekt) Wind machen für das Luxus-Ressort der Extra-Extra-Extra-Klasse. Krause hat sich vorher in der Toilette den Schal gerichtet, schließlich muss Mann für den großen Auftritt gut aussehen, und „senkrecht macht schlank“. Auf der Waschbeckenablage liegt ein Flyer irgendeiner Partei mit irgendeiner politische Message, und Krause weiß auch nicht „was der jetzt hier soll, es geht ja nicht um Politik.“

Genau! Es geht schließlich um das größte Touristik-Projekt Deutschlands Europas, und was das für die Bürger_innen bedeuten soll, liegt klar auf der Hand: „Es wird für jeden Arbeit geben, für jeden!“ Und am Ende könnten die Bürger_innen dann auch ihr wohlverdientes Geld in die Entspannungstempel (Wellnessanlagen! Golfplätze (fünf!)! Gourmetrestaurants!) tragen. Das Perpetuum Mobile wird mit allen Mitteln der Rhetorik angepriesen, die Fata Morgana des „Schloss Beberbeck-Ressorts“ währenddessen wie eine Drohung an die Wand projeziert. Mensch, das muss doch laufen!

Tut es aber nicht. Irgendwann später ein Meeting im Bürgermeister-Büro. Sattler rastet aus, weil die Arbeiten zur Investor-Akquise stocken. Also, wenn das alles nicht laufe, sagt Bürgermeister Sattler, und alle im Raum anwesenden (Männer) gucken bedröppelt aus der Wäsche, dann „müssen wir uns irgendwie anders aufstellen“. Aber wie? „Das steht pars pro toto, das steht pars pro toto, DAS STEHT PARS PRO TOTO, DARAN HABEN WIR VIEL ZU LANGE GEARBEITET!“, schimpft der Sattler. Ratlosigkeit. Was will der Bürgermeister damit sagen? Die Männer werden sich nicht einig was jetzt zu tun ist, jeder gibt jedem die Schuld, Bürgermeister-Kumpel Krause fängt an, den Sattler im Schnauzton zu siezen („Nur damit Du jetzt mal siehst, wie das ist!“), und Harmonie kehrt erst ein als sich alle versichern: Eigentlich ist das alles ja ein Selbstläufer. Wenn denn nur die Moneten endlich fließen würden!

Es geht also weiter. Ein Termin zur Zwischenfinanzierung bei einer Baufirma. Männer in schwarzen Anzügen stehen zwischen Männern in schwarzen Anzügen, halten Gläser in der Hand und gucken beschwingt auf das Schloss-Beberbeck-Ressort-Modell, das pompös in der Saalmitte unter Glasscheiben thront. Märklin-Modellbau-Fantasien des inzwischen erwachsenen männlichen mittleren Managements und des mittleren Bürokratie-Angestelltentums werden wahr, alle sind erregt: Und wenn das Schloss-Ressort in klein dort schon steht, ist es in Wahrheit dann nicht ganz nah? Natürlich nicht! Außerdem wohnen im tatsächlich vorhandenen Schloss Beberbeck derweil noch Demenzkranke – und wohin die verlegt werden sollen, das ist auch noch nicht ganz klar. Aber egal!

„Bis da oben, wo der Kuhstall sich befindet!“

Jemand plappert munter vor sich hin: „Bei 360 Millionen Investition und 10% Gewinn sind das 36 Millionen!“ Immerhin, ein bisschen rechnen können die Herrschaften. Hallelujah!

Da keine Zeit zu verlieren ist, wird die Ortschaft nun zu Fuß belatscht. Irgendein grau-nieseliger Tag, links und rechts nichtssagende Felder, eine geteerte Straße, also: Einöde. Schwarze Lederschuhe wippen weiterhin beschwingt über die Ortsstraße. „Bis da oben, wo der Kuhstall sich befindet!“, gestikuliert Sattler wild, soll irgendwas hin. Und über Kühe weiß der Sattler auch Bescheid wie kein zweiter, denn er erklärt einem Investor mit Fingerzeig auf einige weidende Exemplare: „Die sind auch in der Zuchtleistung ganz hervorragend!“

© Stern-Film Verleih

© Stern-Film Verleih

Die Attraktionen der Landschaft liegen klar auf der Hand. Derweil ist Bürgermeister Sattler nicht mehr zu bremsen: „Die linke Halle wird das Event-Theater vom Club Robinson, und rechts daneben kommt der Kulturtempel hin.“ Die Schlipsträger sind sich einig: „Das wird einzigartig!“ Es wird weiter marschiert, es werden Bob-der-Baumeister-Parolen skandiert: „Wir packen das!“ Es geht ja schließlich um den Super-Duper-Centerpark für… ja, für wen eigentlich? Aber egal, denn die einzige Weisheit, die zählt, ist: „Es gibt Leute, die haben genug Geld, man muss sie nur finden!“

April 2007. Der Bürgermeister fliegt irgendwohin, rückt sich im Flugzeug die Brille auf der Nase zurecht und guckt in irgendwelche Unterlagen, wankt später durch Flughafenflure und guckt auf sein Klapphandy. Die nächste Einstellung zeigt: In Nizza hat er sich eingefunden. Er ist überzeugt, lächelt er zuversichtlich in die Kamera, dass die Investoren hier „Schlange stehen werden“. Tun sie aber nicht, stattdessen muss er sich selbst ins Four Seasons Hotel begeben, um mit dem nächsten potentiellen Investor zu sprechen. Ergebnis: Hier gibt es auch kein Geld, aber wohlwollende Worte für „so viel Mut“. Immerhin! Dranbleiben!

Zurück in Hofgeismar. Ein ortsansässiger Bauer lenkt den Mähdrescher der Weltmarke Claas über’s Feld. Er persönlich findet es unlogisch, dass „hier ein Riesengolfplatz geplant werden soll, wo in der Nähe doch schon fünf andere sind die nicht laufen.“ Für „realistisch“ hält er das Projekt „Ressort Beberbeck“ jedenfalls nicht. Aber auf ihn hört ja auch keiner. Wozu auch?

„Ich bin der Bürgermeister einer Stadt mit 17 Einwohnern.“

Derweil sind jetzt auch schon fast alle Stricke beim Sattler gerissen, und deswegen geht es weiter zur internationalen Tourismus-Börse, schnurstracks zum Stand des Botschafters aus Dubai. Herzliche Begrüßung, hilflos-charmante Versuche verbaler Anbahnungen auf dem Messestandssofa. Der Bürgermeister wankt im Schulenglisch längst vergangener Zeiten durch die Konversation: „I am ze mayor of a town in germany … äh… my town has… äh… seventeen inhabitants.“ Es ist ja auch alles nicht so einfach und die Aufregung groß. „Wir planen ein Ressort“, hängt er noch dran, und die Emiratis nicken höflich. Dem Ehepaar Sattler wird ein ausgestopfter Falke als Gastgeschenk in die Arme gepropft, und dann ist das zarte Gebuhle um Geld auch schon wieder vorbei. Architekt Krause kommt kurze Zeit später an und fingert sofort an einer Karte herum, auf der Dubais Touri-Rohrkrepierer „The Palm“ abgebildet ist. So, sagt er, bevor er sich später an gepflegter Konversation mit Tee trinkenden arabischen Frauen versucht („Sprechen sie deutsch?“), stellt er sich das in Hofgeismar auch vor. Na dann!

© Stern-Film Verleih

© Stern-Film Verleih

Dem Bürgermeister drückt wieder daheim dann jedoch langsam der Stress um mangelnde Investitionsbereitschaft auf die Stimmung. Wie kann es sein, dass ihm das Geld für „das schönste, feinste, dollste, eleganteste Ressort in der Bundesrepublik“ nicht einfach so hinterher geschmissen wird? Es ist wie verhext!

Immerhin, Ministerpräsident Roland Koch hat sich angekündigt. Am Tag seines Besuchs schnauzt Sattler in sein Telefon. Irgendwas stimmt mit der Pressemitteilung in den Pressemappen nicht, „da muss jetzt überall ’ne Seite rausgerissen werden!“ Keiner weiß so wirklich was er meint, aber wenigstens wird hier das Kerngesetz des Peter-Prinzips nochmal klar: Nicht der mit dem meisten Wissen hat das Sagen, sondern der mit dem Sagen hat das Sagen. Peng. Wie einfach unsere schlichte Welt doch manchmal strukturiert ist!

Der Minister lässt sich mit seinem schwarzen Panzerbus bis vor die Tür des Hofgeismar’schen Rathauses fahren. Und, Gott sei’s gedankt, das Wetter ist wie so oft mal wieder: Schlecht. Im strömenden Regen wird die Landschaft mit dem Minister erst per Bus befahren und dann zu Fuß erkundet. „Hier entsteht dasunddas Fünf-Sterne-Areal und hier entsteht dasunddas Fünf-Sterne-Areal“, so in etwa lallt der Bürgermeister zwischen irgendwelchen Feldern, denn nach all den Gesprächen ist er wohl überzeugt, dass allein das Reden über Sterne für das Gedeihen seiner Vision schon noch sorgen wird.

Hauptsache, die Bilder sind bunt!

Wochen später. Es gibt inzwischen eine Image-DVD zum Schloss Beberbeck-Traum, die jetzt angeguckt werden soll, „eine tolle DVD!“, betont der Presse-Experte-Anzugträger-Typ im Sattler-Büro. Der Flachbildfernseher an der Wand im Bürgermeister-Büro funktioniert nicht. „Warum geben wir so viel Geld aus?!“, schnauzt der Bürgermeister. „Siebzehntausend Steine für Lautsprecher am Fernseher!“, importiert „aus China oder Korea oder vom Nordpol!“, meckert er, und die Anzugträger grinsen hilflos. Die Männer behelfen sich mit einer technischen Notlösung: Der Computer wird als Tonträger angeschlossen. Endlich in der Bilderflut des Renderings schwelgen! „Reichtum hat einen Namen“ wird zu Beginn des Imagefilmchens eingeblendet. Alle sind glücklich, für den Moment. „Willkommen in einem wahren Märchen!“

beberbeck

November 2007, über zwei Jahre wurde bereits verhandelt, es nieselt schon wieder in Hofgeismar, und, ajo, Ministerpräsident Koch ist auch mal wieder am Start. Er spricht im Rathaus, berühmte Mettwürste der Region liegen als Gastgeschenke auf der Bühne, Roland Koch erzählt wieder irgendwas von der Unterstützung des Landes für das Projekt, und was er erzählt ist inzwischen auch irgendwie Wurscht, denn Sattler ist dem Kernproblem des schwerfälligen Geldeintreibens dicht auf der Spur: „Kapital ist wie ein scheues Wesen, aber wir sind auf einem guten Wege“, sagt er zuversichtlich. Binsenweisheiten sind für den Anzugträger von heute schließlich immer noch das Öl im Getriebe!

Später, auf der Immobilienmesse in München. 285 Millionen seien schon zugesagt, und die restlichen, so Sattler, besorge er bis morgen. An einem Konferenztisch spricht zum ersten Mal eine Frau zur Sachlage: Sie sei „in großer Sorge“ was das Projekt betrifft, und sie werde „auf keinen Fall ihre Kontakte zu Großinvestoren aktivieren, wenn das am Ende alles nicht klappt“. Die Männer nicken beeindruckt. Daran haben sie noch gar nicht gedacht! Die Schlipse müssen gelockert werden, denn es zeigt sich langsam, dass fast alle Vorinvestoren verschossen werden, da zu viele Gelder zu lange reserviert werden müssen ohne das in Hofgeismar eine Schaufel überhaupt den Erdboden berührt oder gar gerochen hätte. Die Roulette-Kugel des Schloss Beberbeck-Firlefanz droht langsam vom Tisch zu rollen.

„Do you know Dornröschen?“

Ungerührt torkelt der Bürgermeister jedoch mit seinen weiterhin stabilen weil nicht-aufgefrischten Englischkenntnissen durch das nächste Investoren-Gespräch: „Zis is ze rischion of Hess“, fummelt er auf einer Karte herum, „and now, äh, we have only… äh… Landwirtschaft.“ Schweigen. Gefühlte Ewigkeiten später jubelt die Dolmetscherin des Risikokapitalgebers: „Aaaaah, they have cows!“ Der Risikokapitalgeber möchte aufgrund so vieler kompetenter Informationen nun wissen, wie Phase Eins des Projekt aussehen soll. „Wir machen alles auf einmal“, schießt Sattler euphorisch zurück, und: „Do you know Dornröschen?“

„I can give u a little bit of feedback“, bietet der Investor an, und setzt zu einem betriebswirtschaftlichen Vortrag an. „You are not Ludwig der 2. von Bayern!“, lächelt er zwischendrin.

„Ich hab‘ das gewusst, ich wollte das canceln“, flucht der Sattler als sie die Messe unverrichteter Dinge wieder verlassen. Es hält ihn trotzdem nicht davon ab, im November 2008 wieder in den Süden zu fliegen um Kapitalgeber für sein Lebenstraumprojekt zu erwärmen. Er sprüht sich im Hotelbadezimmer Haarspray auf’s Haupt und wirft einen Schwung Schlipse auf’s Bett, um sich für den Tag ausreichend zu wappnen. Doch die Krawatten helfen ihm nicht weiter, die Odysee soll noch zwei Jahre weitergehen, bis Sattler 2010 endgültig verlauten lässt: „Die Bedingungen des Kaufvertrages lassen sich bis Jahresende nicht erfüllen.“ Und die Moral von der Geschicht? Ein paar Anzugträger mit Schlips auf Kapitaljagd schicken ist günstig. Nicht.

Getaggt mit

13 Gedanken zu „„Henners Traum“: Von Männern, Mettwürsten und Moneten

  1. Björn sagt:

    Klingt wirklich nach einer spaßigen Doku 😀 Hofgeismar ist sogar in der Nähe meiner Heimat.. und wenn sonst nichts los ist, muss man eben selbst mal was losmachen 😀

  2. Chris sagt:

    Oh mein Gott. Ich liebe es. Ich muss diese Doku sehen. JETZT SOFORT!!! 😀

  3. Betti sagt:

    Du bist SO gut!!

  4. Denis sagt:

    Im Amt ist der Sattler immer noch. Aber das überrascht vermutlich eh niemand von uns, richtig? 🙂

  5. […] Hofgeismar auf der Suche nach einer Millionen-Investition im Fernsehen – die eigentlich eine Männlichkeitsstudie […]

  6. ?? sagt:

    war ganz enttäuscht als dein bericht zu ende war. hat spaß gemacht zu lesen.

  7. katta sagt:

    Drei Frauen sitzen vor dem Fernseher. Sie trinken Softdrinks und essen Chips. Es sind drei Frauen. Und ein Fernseher.

  8. Trippmadam sagt:

    Tja, früher war die Fruchtfolge in Nordhessen Roggen, Gerste, Bauplätze, aber seit Anfang des Jahrtausends soll jedes Kaff mit mehr als drei Kühen einen Golfplatz bauen. Versteht mich nicht falsch, es gibt in Nordhessen Landschaften von geradezu herzzerreißender Schönheit (auch wenn das Foto das nicht vermuten lässt – Hofgeismar kenne ich aber auch nicht). Das Klima ist mild, statt Schnee gibt es eben Regen. Ich erinnere mich an heiße Sommer, die nach reifem Getreide rochen, nach Liebstöckel, Sauerkirschen und einer besonderen Sorte süßer, roter Stachelbeeren. Eigentlich ist das eine Gegend, die sich eher zum Wandern und zum Reiten eignet. Wer die Ruhe und die Einsamkeit mag, ist in Nordhessen richtig, aber für den typischen Golftouristen ist das eher nichts.

    Was die „Mettwürste“ betrifft: es handelt sich um mit Knoblauch und Cognac verfeinerte, über Monate luftgetrocknete Würste, deren Geschmack an Parmaschinken erinnern kann, wenn man nicht zu viel Salz und Pfeffer verwendet. Sie schmecken aber in jedem Dorf anders. Mettwürste! Ich bin beleidigt! 😉

  9. Theo sagt:

    naja, wenn man sich die jährlichen berichte des rechnungshofs und des bunds der st-zahler nicht regelmäßig penibel zu gemüte führt und man wie die meisten zeitgenossen sowieso mit scheuklappen (auch nach vorne zu) durchs leben zieht, mag das ja als lustige demokartenfilzanekdote taugen. wenn man aber in einer kleinstadt am rande des ruhrgebiets lebt, die sich selbst aus resignation und der einfachheit halber zur ‚wohnstadt im grünen‘ erklärt hat (mit dem größten prokopfhaushaltsdefizit in ganz nrw können wir leider nicht mehr dienen u. miete zahlt eh die arge), dann ist das schnödester alltag.

    zu bewundern gibt es brückenpfeiler in freier wildnis, ohne brücke und ohne straße (dafür mit schönen graffitti), brandneue parkautomaten, weil nach 2 jahren in betrieb einer der 2 vollzeit(!)stadtjuristen feststellte, dass die alten illegal waren (30 min kostenlos-taste), einen ebenfalls brandneuen straßenbelag in der city, weil nach einem halben jahr benutzung die davor brandneue bepflasterung (nach 1 – 2 jahren vollsperrung), leider durch war, weil keiner wusste, dass man bei vielen autos auch viel zeugs in den straßenbelag packen muss, einer zechenbrache am ortseingang, bei der man nur 14 jahre brauchte, um den bebauungsplan zu ändern, so daß wir nach insg. ca. 20 jahren nix jetzt immerhin schon 4 gewerbe dort finden können (o-ton bürgermaisterin: „das verstehe ich auch nicht, immerhin bewerben wir die flächen auf unserer website. sind halt die unternehmer schuld, dass sie nicht auf www. waltrop.de kucken (und kein bock auf unsere hebesätze haben))

    was aber nicht heisst, dass man hier kein biznis machen kann. inzestuös allemal und falls du nicht zufällig in eine unserer 3 großgrundbesitzerfams reingeboren wurdest, mit den nötigen vision (z.b. diskontlebensmittel für alle oder so alte überteuere scheisse am arsch der welt zu verkaufen) und der ein oder anderen ’spende‘ für den guten zweck geht alles. laden an der hauptverkehrsstr. am stadion (lidl)? pittoreskes ladenlokal in der alten zeche (manufactum)? geht alles, aber einmal alles renovieren bitte. dann kriegst du auch deine achse paris-london-waltrop 😀

  10. Bonsai sagt:

    Was mich interessiert, diese vielen Reisen die der Bürgermeister gemacht hat, wer hat die denn alle finanziert?
    Dubai, Nizza etc. Flug, Hotelaufenthalt (mit Gattin) das hat doch sicher mehr gekostet als der Spesensatz eines Bürgermeisters von Hofgeismar hergibt.
    Dann die weiteren Kosten für die Planung, der Stararchitekt, die Sitzungen von denen jede 20.000 € kostet, und und und.
    Wie viel Schulden hat Hofgeismar denn dadurch bekommen, oder besser gefragt, wer trägt diese Kosten?

    Einer trägt sie auf jeden Fall – der Steuerzahler und das ist das arge an der Sache.

  11. Angela sagt:

    Ja, das ist doch aber die deutsche Märchenstraße !!!

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