Wetterstation Greifswald: Ein Projekt vom Volk für das Volk [inkl. Antisemitismus]

Via @pantoffelpunk

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Holla die Waldfee, da hat die Twittergemeinde wieder gut aufgepasst: Marina Weisband (@afelia) wurde antisemitisch auf dem Tweetdienst beschimpft, und zwar von dem ominösen Projekt Wetterstation Greifswald, beziehungsweise, einer Person, die diesen Account pflegt. Der betreffende Tweet wurde inzwischen gelöscht, ist aber als Screenshot konserviert (siehe Abbildung, Credits an @pantoffelpunk.)

Ein Impressum findet man auf der Betreiberseite nicht, dafür jedoch eine Verlinkung zum Projekt PegelMV, das als Betreiberprojekt genannt wird. Dort heißt es:

„Diese Seite ist ein Privatprojekt und befindet sich noch in der Betaphase. Es soll helfen, rechtzeitig Situationen zu erkennen, welche zum Schaden durch Hochwasser führen könnten. Sie können die Pegelabfrage auch über unseren RSS-Feed oder mit einem Mobiltelefon nutzen. Die Abfrage über folgende Rufnummern: 0355-2892 5871 344 (Stadt Greifswald) und 0355-2892 5871 345 (Landkreis Vorpommern-Greifswald), zum Festnetztarif, sind jetzt auch im Testbetrieb möglich. Jeder interessierte Bürger kann sich kostenlos unter: abo@pegelmv.de in das Vorwarnsystem eintragen lassen. Alle Benachrichtigungen per E-Mail sind kostenlos. So können Sie sicher stellen, vor einem Ereignis rechtzeitig informiert zu sein! Dies ist ein Projekt vom Volk für das Volk!“

„[V]om Volk für das Volk“, so so! Da wundert mich doch ehrlich gesagt nichts mehr. Es gibt zu PegelMV auch eine Facebookseite und eine App. Und es gibt einen Zeitungsbericht vom letzten Herbst, in dem ein gewisser Christoph Kastius als Betreiber von PegelMV gennannt wird. Was nicht heißen muss, dass er den Tweet gesendet hat, dennoch: Hier. Und jetzt kann man sich noch auf Psiram (ich sehe und verlinke das zum ersten Mal, also, unter Vorbehalt) einiges zu Kastius durchlesen und dann: Ay ay ay.

Christoph Kastius (geb. 20. Oktober 1976) ist ein deutscher rechtsgerichteter KRR-Aktivist und Verbreiter von Verschwörungstheorien und bezeichnet sich als Journalist. Kastius ist für verschiedenste Versuche bekannt, Beachtung für eigene Aktivitäten und Ansichten in den Medien zu finden.“

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5 Gedanken zu „Wetterstation Greifswald: Ein Projekt vom Volk für das Volk [inkl. Antisemitismus]

  1. monodromie sagt:

    also ich muss sagen, bei aller gruseligen Realitaet dieser Eintraege ist das ganze dann doch so derart unfreiwillig komisch und grotesk, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt, ich stelle mir diesen passiv-aggressiven Wetter-Nazi dort in Meckpomm vor, der alle fuenf Minuten auf twitter, den lieben langen Tag lang, diese Eintraege verfasst (hat er dafuer eigentlich ein Programm?) und zwischendurch bricht es dann aus ihm heraus : „juedische Weltverschwoerung! Weltherrschaft!.. Wind 5km/h WSW“. Zu koestlich.

  2. daburna sagt:

    Sehr interessant! Ich wohne seit ein paar Jahren in Greifswald und der Name in Verbindung mit der rechten Szene ist mir neu, aber man kennt zum Glück auch nicht alle Nazis. Eine Abfrage bei Denic bringt als Domaininhaber von wetterstationgreifswald.de/ auch Christoph K. hervor.

    P.S.: Magst du meinen ersten Kommentar bitte löschen, da WordPress den Namen und URL falsch zusammengebastelt hat? Danke!

  3. reichling sagt:

    Ich bin auf den Beitrag gestoßen, weil ich etwas über Christoph Kastius gesucht haben. Der Psiram-Aritikel über ihn ist korrekt. Ich bin vor einigen Jahren auf ihn gestoßen, als er in der Reichsbürgerszene noch sehr aktiv war. Er hat viele Projekte angefangen. Sie hatten alle eines gemeinsam. Sie sind sang- und klanglos gescheitert.

    Jetzt ist er also im Wettergeschehen aktiv. Vielleicht will er nachweisen, dass hinter jedem Hochwasser, an jedem Sturm, eine jüdische Verschwörung steckt.

    Schon damals, als ich erstmals auf ihn gestoßen bin, waren seine Ansichten nicht nur recht extrem, sondern auch recht verworren. Er hat sich also nicht geändert.

  4. gegenentwurf sagt:

    Inzwischen ist Kastius in die Organisation der berüchtigten neurechten Berliner Montagsdemo eingebunden.

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