Switching

(c) Disney

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Wie manche_r vielleicht weiß, habe ich mal für die Ruhrbarone geschrieben, und zwar nicht ungerne. Dann habe ich damit aufgehört. Und heute ist wiederholt einer der Tage, an dem ich weiß, warum.

Da ist zum Beispiel der Kollege Martin. Dessen Texte schätze ich sehr oft, finde sie an anderer Stelle dann wieder unerträglich, wie zum Beispiel den aktuellen Text über den „Religionsstreit an der Uni Duisburg-Essen„. Argumentiert wird in diesem Text unter atheistischem Denkmantel. Auch ich bin Atheistin, wenn auch aus einem muslim-originated Haushalt. Mein Atheismus hat nix damit zu tun, dass ich den Islam voll schlimm™ finde, sondern ist ein Habitusmerkmal, das irgendwann in meiner Identitätsbildung dazu gekommen ist, so wie es bei Martin auch der Fall gewesen sein wird. Das heißt aber nicht, dass er und ich jetzt cleverer sind als der komplette Rest der Menschheit, nur weil – keine Zufälle, sondern Strukturen – uns zudem gemacht haben, was wir sind – auch wenn andere vielleicht immer wieder anderes behaupten. 

Der Kontext, in dem es um Martins Text geht, ist also der folgende:

„Eine Posterausstellung über aktuelle Graphic Novels in der Geisteswissenschaftlichen Bibliothek am Campus Essen sorgt für heftige Diskussionen. Eine muslimische Studentin hat ein Plakat zu Craig Thompsons Orient-Comic „Habibi“ auf eigene Faust abgehängt und der Bibliotheksleitung übergeben. Seitdem entspinnt sich an der UDE die so wohlbekannte wie unglückliche Debatte über einen angeblichen Konflikt zwischen künstlerischer Freiheit und religösen Gefühlen, wo eigentlich über Rassismus diskutiert werden müsste.“

Es geht also um ein [anscheinend] problematisches Plakat, dass für rassistische (und sexistische, und orientalistische, und-und-und) Inhalte kritisiert wird. Was man natürlich merkwürdig finden kann, wenn man sich noch nie mit Aneignung oder Post-Kolonialismus oder stereotypem Rassismus oder *ismen auseinander gesetzt hat. Ich schätze mal, dass es tatsächlich viele Leute gibt, die die Problematik solcher Abbildungen nicht verstehen. So ist die Welt, das Leben ist hart, und auch bei der heiligen Einfaltigkeit der akademischen Elite von morgen, die solch Plakate aufhängt, müssen nicht immer viele Groschen gefallen sein, doch sei’s drum.

Ich habe vom Zeichner Thompson noch nie vorher gehört, und nach kurzer Recherche weiß ich auch, warum. Denn um es nochmal deutlich zu sagen: Das erste fette Problem ist doch schon, dass der Künstler wohl einen „stereotyp arabisch aussehenden Mann“ zeichnet. What the fuckin hell also ist ein „stereotyp arabisch aussehender Mann“? Und wieso fällt Martin spätestens nicht hier auf, wie – gelinde gesagt – merkwürdig diese (natürlich von einem weißen Dude gezeichnete Graphic Novel ist, i know that shit, i know) Abbildung ist? „Arabischer Mann“™ ist ungefähr genauso clever wie „Africa is a Country“. Wobei, ach, ich vergaß, die sehen ja alle gleich aus, die Araber. Natürlich.

Und weiter: Warum soll ein „arabischer Mann“™ zwangsläufig was mit dem Islam zu tun haben? Hat jeder – Blut-und-Boden-Scheiße hin-oder-her – „Araber“ geradezu die europäisch-vorurteilsbehaftete Pflicht, Muslim zu sein? Können nur Araber Muslime sein? Was hat der Islam mit Vergewaltigung zu tun? Warum ist es mal wieder eine weiße Flitzpiepe, der künstlerische Islam- und Arabien- und Gesellschaftsexpertise zugesprochen wird, wenn wahrscheinlich die einzige Informationsquelle Film/Fernsehen/Internet gewesen sein werden? Fragen über Fragen. Aber, zum Glück befindet Martin:

„Ich habe den 700-Seiten Comic meinerseits mal überflogen und muss sagen: Nach dem was ich gelesen habe, geht es um die Unterdrückung der Frau in einer männerdominierten Welt. Islamfeindlich ist er nicht. Und wo bitte gehört Religionskritik, auch in scharfer Form, hin, wenn nicht in eine Bildungseinrichtung? Die Alternative wäre der Stammtisch.“

Puh, da bin ich aber beruhigt. Nicht. Weil, nochmal: Weißer Mann kritisiert PATRIARCHAT. Mit einem COMIC. Und es geht irgendwie diffus um ISLAM und ARABIEN und so. Und rezipiert wird das Ganze zum Beispiel als „Märchen vom harschen Alltag Arabiens„. Oder, auch geil, anderswo: „Der Comic hat viel mit Tausendundeiner Nacht gemeinsam„.

Ich fasse es mal so zusammen: HAHAHAHA! Nicht besser machen es übrigens die anscheinend hehren Absichten des Zeichners: Was bei sowas rauskommt – nämlich: Scheiße – hat ja unter anderem der Amina-Hoax eindrücklich gezeigt.

Ich bin ja oft ein Freund davon, mir selbst ein Bild von Sachen zu machen, aber in diesem Fall und nach diesen L-o-b-e-s-h-y-m-n-e-n auf wirklich progressive (hust) Betrachtung (hust) des, äh, Orients?…  naja, würde ich mir die Lektüre Thompsons am besten sparen. Auch, weil ich schon viel Stuss gehört und gesehen und verarbeitet habe, aber, ich mache es natürlich vielleicht, weil, hinterher entgeht mir noch die Aufklärung™ meines Lebens.

Ich lese also ab und zu immer noch aus Versehen Texte, in dem es irgendwie um Islam™ oder muslimische Menschen™ geht, und das, was dabei mir passiert, ist das, was vielen anderen vielleicht auch passiert: Switching. In den Momenten, in denen ich so einen Kram lese, fühle ich mich nicht nur mitbetroffen, ich bin mitbetroffen.

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Es ist 2013, und ich weiß auch gar nicht, warum ich noch  einen Text schreibe, in dem drin steht, was an solchen Texten wie dem von Martin heute das fette Problem ist. Deswegen mache ich es auch nicht. Ich mache es, weil ich mich durchaus manchmal frage, in was für einem Format ich da veröffentlicht habe. Weil ich finde, dass diese Debatte, die an der Uni Essen-Duisburg gefordert wird, nämlich auch mal langsam für Teilbereiche der Ruhrbarone-Redaktion sehr zuträglich wäre. Und dringend nötig. Auch, wenn ich am Ende weiß, wie sich dadurch wahrscheinlich nix und gar nix ändern wird.

Prediger predigen nur zu Bekehrten. Das werden in Martins Fall am Ende die Leute sein, die bei aller Aufgeschlossenheit Religionen und eben auch den Islam irgendwie generalverdächtig finden. Das werden wahrscheinlich auch Leute sein, die wissen, warum ein Fleischhauer nachts Krokodilstränen in sein Kopfkissen heult, weil er das N-Wort bald nirgends mehr lesen kann, was natürlich die Zerstörung von Meinungsfreiheit und Demokratie und gesundem Menschenverstand ist. Bei mir sind die Bekehrten wahrscheinlich der fremdgelabelten P. C.-Sprachpolizei-Radikal-Mafia zugehörig, die im Internet heimisch ist – und für dich ich sehr gerne schreibe.

111abuWas ich aber heute nur loswerden will: Rassismus, Ressentiments, Vorurteile, alle möglichen *ismen, hören nicht auf, nur weil Ihr Euch mit Leuten zusammentut, weil Ihr mit Ihnen arbeitet oder gearbeitet habt, weil Ihr kollegial seid oder in einem Projekt mitwirkt und irgendwie jedes schlechte Gefühl im Bauch mit „Meinungsvielfalt“ runterspült. Am Ende seid Ihr – wie ich es schon so oft war – allerhöchstens noch der Alibi-Islam-Mensch-Dingsbums, oder der Alibi-Feminismus-Dings-Mensch, der vielleicht für mehr Vielfalt im Format sorgen kann, wenn es an anderer Stelle verkackt wird.  Und that´s it.

Und deswegen heute also mal Tacheles. Zu einem Projekt, bei dem ich mal gerne mitgemacht habe. Und mich heute aber, bei eben solchen Texten, die mich quasi selber ins Knie ficken, immer mal wieder frage: Wieso eigentlich?

Getaggt mit , , ,

13 Gedanken zu „Switching

  1. Selvi sagt:

    hello!
    ich hab deinen blog vor kurzem über maedchenmannschaften entdeckt und freu mich immer, was von dir zu lesen. ich muss sagen, beim ersten lesen deines textes, war ich ganz schön verwirrt, aber nach eigener recherche und martins artikel, ist alles klar.

    ich bin zwar nicht muslimisch aufgewachsen, aber dank meines türkischen vaters (der kein moslem ist, wie der rest meiner familie. ja, ich weiß. krass, ne, dass es sowas gibt?) wurde der mir aber in deutschland immer zugesprochen. also prinzipiell durfte ich ja nie schweinefleisch essen, wenn ich bei freunden war, weil ich war ja muslima. und der ganze schabernack. naja, irgendwie ist es aber so, dass immer wenn ich solche artikel lese, indem jemand über den Islam schreibt, ich mich plötzlich betroffen fühle. bestimmt aus völlig anderen gründen als du. ich war leider irgendwie immer die „islamexpertin“ im bekanntenkreis, dank mangelder muslime und hab mir also selbst wissen angeeignet, weil ich ja ein möglichst differenziertes bild wiedergeben wollte. außerdem finde ich religion im allgemeinen spannend.

    zum artikel gesagt: ich finde es sehr bedenklich, wie wenig auf die problematiken dieser graphic novel eingegangen wird. wie du schon sagst „stereotyp arabisch“, von einem weißen mann etc pp.
    zudem der anspruch „arabiens realität darzustellen“. Es spiele zwar in einem „fiktionalen orientalischem Land“ (zitat), aber trotzdem realität sein wollen. das find ich krass.

    und die ganzen kommentare unter dem artikel hätt ich einfach nicht lesen sollen.

    merci beaucoup.
    S

    ps. thompson kritik am patriarchat ist die eine sache, aber die erzählerische stärke eines/r comics/graphic novel/manga sollte man nicht unterschätzen. MAUS, Barfuss durch Hiroshima etc kann ich nur empfehlen 😉

  2. selvisiehtdiewelt sagt:

    hello!
    ich hab deinen blog vor kurzem über maedchenmannschaften entdeckt und freu mich immer, was von dir zu lesen. ich muss sagen, beim ersten lesen deines textes, war ich ganz schön verwirrt, aber nach eigener recherche und martins artikel, ist alles klar.

    ich bin zwar nicht muslimisch aufgewachsen, aber dank meines türkischen vaters (der kein moslem ist, wie der rest meiner familie. ja, ich weiß. krass, ne, dass es sowas gibt?) wurde der mir aber in deutschland immer zugesprochen. also prinzipiell durfte ich ja nie schweinefleisch essen, wenn ich bei freunden war, weil ich war ja muslima. und der ganze schabernack. naja, irgendwie ist es aber so, dass immer wenn ich solche artikel lese, indem jemand über den Islam schreibt, ich mich plötzlich betroffen fühle. bestimmt aus völlig anderen gründen als du. ich war leider irgendwie immer die “islamexpertin” im bekanntenkreis, dank mangelder muslime und hab mir also selbst wissen angeeignet, weil ich ja ein möglichst differenziertes bild wiedergeben wollte. außerdem finde ich religion im allgemeinen spannend.

    zum artikel gesagt: ich finde es sehr bedenklich, wie wenig auf die problematiken dieser graphic novel eingegangen wird. wie du schon sagst “stereotyp arabisch”, von einem weißen mann etc pp.
    zudem der anspruch “arabiens realität darzustellen”. Es spiele zwar in einem “fiktionalen orientalischem Land” (zitat), aber trotzdem realität sein wollen. das find ich krass.

    und die ganzen kommentare unter dem artikel hätt ich einfach nicht lesen sollen.

    merci beaucoup.
    S

    ps. thompson kritik am patriarchat ist die eine sache, aber die erzählerische stärke eines/r comics/graphic novel/manga sollte man nicht unterschätzen. MAUS, Barfuss durch Hiroshima etc kann ich nur empfehlen

  3. David Schraven sagt:

    Hi Nadia,

    Der Comic Habibi ist große Kunst. Solltest Du mal reinsehen, bevor Du Dich aufregst.

    Grüße David

    • shehadistan sagt:

      Hi David,
      danke für Deinen Comment. Ich verstehe, dass Menschen, die von einer derartigen Darstellung von „Culture“ nicht „betroffen“ sind, zunächst einmal sehr begeistert sind von den Info-Innovationen, die jemand wie Thompson dort zu geben scheint. Künstlerisch würde ich die Qualität der Zeichnungen nicht mal in Frage stellen, aber die Message die dahinter steckt bleibt fragwürdig.
      Hier werden wieder Stereotype bedient, mit denen ich und viele andere quasi in der Fremdlabelung aufgewachsen sind, und zudem wird die vermeintliche emanzipatorische Botschaft des Heftes ad absurdum geführt, wenn man sieht, wer die Menschen sind, die dieses Heft (und warum) abfeiert. Da wird eine vermeintliche feministische Botschaft gelobt, von Leuten, die sich dann wieder über bestimmte Bubbles witzig machen. Das ist übrigens uralter Käse den ich da erzähle, und ich glaube auch nicht, dass irgendjemand da jetzt sagt: Ah, ja, stimmt! So läuft es ja auch nicht.

  4. paule t. sagt:

    Was ich an der ganzen Debatte höchst merkwürdig finde: Weder die Plakatabhänger noch der Artikel auf den Ruhrbaronen noch dieser Artkel hier befassen sich damit, was auf dem Plakat draufsteht. Kritisiert wurde anscheinend nur das abgebildete Bild aus dem Comic – über den Sekundärtext auf dem Plakat findet man nirgendwo was.

    Für diese Kritik an dem Comic mag es gute, sehr gute Gründe geben – ich kenne den Comic nicht. Aber, da sich damit niemand befasst hat – vielleicht wird ja diese Kritik auf dem Plakat selbst formuliert?

    Aber selbst wenn das nicht so ist: An einer Universität will ich nicht, dass die Arbeit von Kommilitonen einfach zensiert wird (erst recht will ich aber nicht, dass sie zensiert wird, bloß weil der Gegenstand der Arbeit Anstoß erregt, wie es anscheinend der Fal war). Man kann sowohl diese Arbeit (das Plakat) als auch den Gegenstand (den Comic) gerne in Grund und Boden kritisieren – dafür gibt es Gelegenheiten: einen Artikel in der Studentenzeitung schreiben, ein Ko-Plakat neben das ursprüngliche hängen, die Diskussion mit dem Autor suchen und diese öffentlich machen, etc.pp. Aber ich als Student will mir selbst ein Bild machen können, und das geht nicht, wenn das Plakat einfach abgehängt wird.

  5. Hallo Nadia,

    vielen Dank für deinen wieder einmal sehr sehr lesenswerten Artikel!

    „Das werden wahrscheinlich auch Leute sein, die wissen, warum ein Fleischhauer nachts Krokodilstränen in sein Kopfkissen heult, weil er das N-Wort bald nirgends mehr lesen kann, was natürlich die Zerstörung von Meinungsfreiheit und Demokratie und gesundem Menschenverstand ist.“

    Das N-Wort hat vor kurzem übrigens auch an der Uni Bielefeld zu einer erneuten ‚Debatte‘ (eigentlich das falsche Wort) geführt. Wer nachlesen möchte, worum es genau geht, kann dies hier tun:

    http://akrassismuskritik.wordpress.com/2013/06/11/flyer-uni-bielefeld-juni-2013/

    die Kritik, die an Vertreter_innen der Studierendenschaft gerichtet wurde ist bis heute fast vollkommen ins Leere gelaufen. Aussitzen und Wegducken lautet hier auch selbst unter sich als links/ progressiv verstehenden Menschen einmal mehr das allseits beliebte Motto…

  6. Zara(thustra) sagt:

    Hallo.

    Was ich nicht verstanden habe:

    Wäre das Plakat bzw. der Comic „in Ordnung“, wenn es von einem Araber oder einer Araberin gezeichnet worden wäre (da ja darauf hingewiesen wird, dass der Zeichner ein Mann und weiß ist)?

    Denkt du es gibt (k)einen Zusammenhang zwischen „dem Islam“ (bzw. meist Sunniten und Schiiten) und der mangelnden Entwicklung dieser Länder (wieso konnten sich die südamerikanischen Länder, China oder auch Israel nach dem Kolonialismus schneller entwickeln, als die arabischen)?

    Schöne Grüße

    • Ohno! sagt:

      Die Frage ist alleine schon deswegen Unsinn, weil sie falsche Tatsachen behauptet. Vergleiche doch einfach südamerikanische Länder wie Haiti oder selbst Nicaragua mit arabischen Ländern wie Bahrain, Katar, Kuwait oder selbst den Vereinigten Arabischen Emiraten.

      Die Rede von einer angeblichen „mangelnden Entwicklung“ ist sowieso problematisch. Wenn man sich aber darauf einließe, müsste man aber feststellen: Dass sich Haiti/Nicaragua nach dem Zeitalter des Kolonialismus besser entwickelt haben als z.B. die islamisch geprägten Länder Bahrain/Katar/Kuwait und die VAE, kann nun wirklich niemand behaupten.

      Also: Lieber mal die Vorurteile stecken lassen. So einfache, holzschnittartige Erklärungsmuster taugen bestenfalls für billigen Populismus.

  7. […] Religionskritiker brauchen eure Schützenhilfe nicht. Gerade an diesem Thema zeigt sich (übrigens auf beiden Seiten) deutlich, wer intellektuell diskutieren kann und wer sich einfach nur mal wieder ein Snickers aus […]

  8. Mugel sagt:

    Martin Niewendick hat noch einen weiteren Artikel dazu geschrieben, in dem auch dieser Artikel verlinkt ist:

    http://www.ruhrbarone.de/snickers-und-pissrinnen/

  9. Arnold Voß sagt:

    Der „weiße Mann“ ist auch eine Stereotyp, Nadia. Dieses gegenseitige Stereotypisieren nennt man schon lange „reverse racism“. So kommt man und auch frau nicht aus dem Gedankengefängnis heraus. Herzlichen Gruß!

  10. Stephan sagt:

    Es gilt die Kunst- und Meinungsfreiheit und an der ist nicht zu rütteln. Dass sich eine Mohammedanerin wegen einem Kunstwerk beleidigt fühlt, ist mir genauso egal, wie es dir egal ist, ob ich (weiß, männlich, heterosexuell – also praktisch der Satan in Person) mich durch deine Texten beleidigt fühle (ich tue es nicht :)). Der Punkt: wenn wir die Freiheit zugunsten der Muslima einschränken, wird als nächstes die Axt bei deinem Blog angelegt werden – Menschen sind sehr kreativ wenn’s um’s Hassen geht und es gibt in diesem Blog bestimmt vieles, was der Sprach-, Religions- und Gesinnungspolizei nicht gefallen dürfte.

    Schließlich: der einzige Grund, dass in Deutschland und Europa allgemein so plötzlich und so penibel auf die Gefühlslage von Moslems gelegt wird, liegt an ihrer Gewaltbereitschaft. Vor diesem Hintergrund ist den Christen – und das macht mir als Atheist Angst – nur zu raten, selbst mit Gewalt zu drohen. In ein paar Wochen heißt es dann politisch-korrekt „christlicher Fundamentalismus hat nichts mit dem Christentum zu tun“ und „Christentum bedeutet Friede“; und die Papst- und Jesuskarikaturen würden schneller von dem Titelbild der „Titanic“ verschwinden als du „Meinungsfreiheit“ sagen kannst.

  11. […] Shehadistan schreibt Nadia Shehadeh zum “Religionsstreit an der Uni Duisburg” und vor allem wie über diesen Konflikt gesprochen wird. Es geht zum Beispiel um […]

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