Alanis Morissette: 20 Jahre „Jagged Little Pill“

alanis

Alanis spielt Gott (in „Dogma“, 1999).

Am 13. Juni 1995 wurde „Jagged Little Pill“ veröffentlicht, und mit der Geschichte von „Jagged Little Pill“ und Alanis Morissette ist das ja so eine Sache: Man kann nicht sagen dass die Scheibe damals, vor 20 Jahren, die allerkrasseste Platte über female rage war, oder das progressivste Singer-Songwriting, oder total feministisch – aber trotzdem sorgte sie für ordentlich Aufruhr.

Ich persönlich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit: Ich war 15, ein paar Wochen lang waren sich irgendwie alle scheinbar einig dass „You Oughta Know“ ein insgesamt sehr aufgeräumter und ordentlicher Track ist, und dann setzte irgendwann eine allgemeine Alanis-Übermüdung ein, die darin gipfelte dass ein Großteil cooler Schulhof-Cliquen (mit Protagonist_innen, die immer up to date die angesagtesten Bandshirts trugen) beschlossen, Alanis gehöre zur Fraktion „Wütende junge Frau mit Message“, was damals übersetzt so viel bedeutete wie: Mucke mit hohem Peinlichkeitspotential.

Nicht besser wurde es als später unter anderem „Ironic“ folgte (und der Track irgendwann auch in einer VH1-Pop-Up-Video-Version vereimert wurde). Alanis bot sich ab sofort an für sämtliche Deklassierungsmechanismen die (immer noch) gerne angewendet werden auf „Mädchenmusik“ (oder, im allgemeinen Bewertungsschemata noch für schrecklicher befunden: Junge-Frauen-Musik, oder, noch schlimmer: Musik für wütende Frauen): „Überbewertet, nervig, penetrant“ – so lautete das vernichtende Urteil vieler Hörer_innen (und auch heute noch treffe ich auf viele Gesprächspartner_innen, die auf das Thema „Jagged Little Pill“ im allgemeinen und Alanis Morissette im speziellen nicht sonderlich gut zu sprechen sind).

Fairerweise muss ich aber sagen, es waren sehr harte Zeiten damals: Sachen, die eine Weile noch als absolut salonfähig galten (Guns’n’Roses, zum Beispiel), konnten innerhalb weniger Monate zu den schlimmsten musikalischen Undingen des Planeten verkommen (teilweise mit Recht). Unbarmherzigkeit regierte, und selbst Courtney Love (im Kollektiv mit Hole) und Beck wurden von einigen zeitweise in den Giftschrank verbannt – meist aufgrund von Gehörgang-Überdosis.

Alanis versteht in „Ironic“ nicht die Bedeutung des Wortes „ironic“.

Ich für meinen Teil aber finde „Jagged Little Pill“ natürlich immer noch super, und es ist für mich mittlerweile eines der besten Adoleszenz-Alben aller Zeiten, und auch wenn Alanis in den letzten Jahren nichts veröffentlicht hat was mich komplett vom Stuhl gehauen hätte (außer damals, als sie Fergie von den Black Eyed Peas verarscht hat), mag ich diese Frau einfach. Ich meine, mit 21 habe ich alles mögliche gemacht, aber kein Album dass es in die „1001 Albums You Must Hear Before You Die“ geschafft hätte. (Und deswegen finde ich es nach wie vor auch mehr als gerechtfertigt dass sie damals Gott in „Dogma“ gespielt hat.) Außerdem (außer der Dread-Fail in „You Learn“): Ihre Haare!!!1111einself ❤

Aber die wichtigste Frage: Warum zur Hölle ist das alles schon unfassbare 20 Jahre her?

1) All I Really Want

2) You Oughta Know

3) Perfect

4) Hand In My Pocket

5) Right Through You

6) You Learn

7) Head Over Feet

8) Mary Jane

9) Ironic

10) Not The Doctor

11) Wake Up

 

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