Gut, der feministische Einschlag ist manchmal nur versehentlich bei dieser Liste, aber: Wer heute oder am verlängerten Wochenende oder generell einfach mal wieder Lust hat auf einen guten Horrorfilm hat, der ist mit dieser Liste hier vielleicht ganz gut bedient. Wer Horrorfilme nicht aushalten kann schaltet am besten genau jetzt um!
1) A Girl Walks Home Alone At Night (2014)
Den feministische Vampirfilm der iranisch-amerikanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Ana Lily Amirpour aus dem Jahr 2014 kann man nur ein halber Jahrzehnt später tatsächlich als Meilenstein bezeichnen.
2) Ghostbusters (2016)
Never forget mein Oberschatzi Holtzmann. 2019 wäre ein guter Zeitpunkt für einen zünftigen Re-Watch. ❤
3) Teeth – Wer zuletzt beisst, beisst am besten (2007)
Trashiger, sehr heteronormativer Horror, den ich aber immer wieder ballern könnte. Fun Fact: Als ich „Teeth“ vor Jahren als DVD bestellte konnte sie mir aus irgendwelchen Gründen nicht zugestellt werden – und der Film musste seine Rückreise in die USA antreten. Bis heute weiß ich nicht warum!
Sauberer Hexenfilm (der im Original „Hungry Wives“ hieß) mit einer wunderbaren Jan Mitchell in der Hauptrolle. Die Filmposter sind meiner Meinung nach bis heute einfach alle nur i-c-o-n-i-c.
Neuer Track und neues Musik-Video von der wunderbaren Frazey Ford Musik-Video mit „Smash the Patriarchy“-Plakat und allem was man sich sonst noch so wünscht.
So ist es nun also, kurz und schmerzlos: In diesem Sommer starte ich zusammen mit den Blogrebellen, Feminismus im Pott und weiteren geschätzten Kolleginnen die Kampagne „Female Festival Task Force“. Wir werden gemeinsam Festivals und Konzerte besuchen und aus feministischer Perspektive betrachten. Über all das berichten wir und interessante Veranstalter_innen können am Ende auch bei Bedarf ein Auswertungshandout bei uns ordern. Wir machen den Weg frei für schöner, sicherer und weniger sexistisch feiern! Hoffentlich. Die erste Station wird sein: Roskilde. Und so wie alles hat auch dies eine Vorgeschichte.
Wir schruben das Jahr 2017, Laura von Feminismus im Pott und ich chillten auf dem Wacken Open Air, wir hatten ein wunderschönes Zelt mit Fußmatte vor der Tür und einen mobilen Schminktisch, den viele Menschen sehr unterhaltsam fanden, und wir sponnen an einem Traum: Was, wenn man Festivals mal aus feministischer Sicht auseinander nehmen könnte? Was, wenn man sowas wie eine Task Force oder Awareness Group über ein Gelände schicken könnte, einen Trupp fähiger Beobachter_innen, die sich auf dem Gelände umschauen, mit Gäst_innen sprechen und sich ein Bild von der Tauglichkeit eines Festivitäten-Epizentrums auch für Nicht-Cis-Männer machen?
Yes, we survived Wacken together!
Als im Zweiertrupp angereiste Frauen-Camping-Gemeinschaft waren wir damals die exotische Ausnahme auf unserem Camping-Ground: Eingebettet in eine Festival-Nachbarschaft, die entweder aus größeren Gruppen (drei und mehr Leute) oder allenfalls noch romantisch verbundener Paare bestand, bildeten wir eine sehr glitzernde Ausnahme, aber wir hatten ja auch die besten Lidschattenpaletten und den Soundtrack von GLOW als Spotify-Playlist dabei. Alleinreisende? Fehlanzeige. Was, so dachten wir, was macht man eigentlich wenn man nicht das große Glück hat wie wir und eine feministische Reise-Gemeinschaft bilden kann? Wer bleibt ständig zuhause, obwohl Festivals ein beliebtes Ziel sein könnten? Und wie könnte man Abhilfe schaffen? Nachts, wenn wir mit schmerzenden Beinen zurück ins Zelt wankten und uns mit gefühlt 100 Milliliter Mizellenwasser pro Person den Dreck vom Gesicht kratzten, dachten wir uns die wildesten Sachen aus: Ein eigenes Camp mit eigenem Dixie Klo. Ein Vernetzungstool, das interessierte Alleinreisende zusammenbringt, um für angenehme Festival-Erfahrungen einen Safe Space zu generieren.
Festival-Camps: Hort des Friedens und Sicherheit oder doch ein Thema mit Regenwolke drüber? Wir wollen dem nachgehen!
Disclaimer: Dieser Text erschien bereits am 8. März 2019 bei den Blogrebellen.
Am 8. März 2019 war mal wieder der Internationale Frauen_tag oder auch Frauen_kampftag oder auch feministische Kampftag, je nachdem wie man ihn bezeichnen möchte um sich halbwegs damit wohlzufühlen, und ich war passenderweise in dieser Woche auf genau zwei Konzerten, die für uninformierte Außenstehende wahrscheinlich im Affekt das Prädikat „Mädchenmucke“ oder auch “Frauen-Rock” aufgepappt bekommen. Das ist für mich mittlerweile natürlich ein Gütesiegel, doch das war nicht immer so, und dazu kommen wir später. Seit Jahren knabbere ich immer wieder an einem Thema, das mich schon seit meiner Jugend schwer beschäftigt: Die chronische Unterschätzung und auch Deklassierung von Musik, die nicht cis-male oder white-cis-male-fronted ist.
Melissa Etheridge spielt im vollgestopften Club, nicht im Stadion
Am Montag erfüllte ich mir einen Kindheits- und Jugendtraum und besuchte das Konzert von Melissa Etheridge im Capitol in Hannover. Etheridge feiert derzeit das 25jährige Jubiläum ihrer Platte “Yes I Am” und spielt aus diesem Anlass dankenswerterweise extra eine der Scheibe gewidmete Tour. Tags drauf ging es direkt weiter nach Köln zum Florence and the Machine-Gig, in eine ausverkaufte Arena, in der es – wenn man untertreiben möchte – zuging wie bei einer spirituellen Messe, nur dass kein Gott und keine Göttin angebetet wurde sondern aus unterschiedlichen aber auch sehr nachvollziehbaren Gründen eben Florence Welch.
Am Montag also waren wir anlässlich Melissa unter lauter Menschen, von denen wie zu erwarten nur sehr wenige Cis-Männer am Start waren (und wenn sie da waren, kamen sie zumeist auch als Hälfte eines Hetero-Paares, also vielleicht gar nicht mal so freiwillig). Während wir mit unseren Radler-Bechern im vollgestopften Capitol standen und versuchten, die hinter uns Schnaps trinkenden und grölenden Karnevalistinnen zu ignorieren um Etheridges Show genießen zu können, kam mir wieder ein Gedanke, den ich seit Jahren immer mal wieder habe wenn es um die Musik von Melissa geht: Die ewige Deklassierung ihrer Musik als “Lesben-Rock”, vor allem auch im deutschsprachigen Raum, obwohl Lesben-Rock aus ziemlich vielen Gründen eine ganz ausgezeichnete Sache ist, aber wenn jemand das Label auspackt ist es ja meistens nie wohlwollend gemeint.
“Like the Way I do”, auch wenn Dich so viele hassen, I`ll always love you!
Zudem stellte ich mir wie so oft zuvor die Frage, warum ein Track wie „Like The Way I Do“ bis heute so kriminell unterbewertet ist – auch, wenn er natürlich mal ein solider Kassenschlager war, von Menschen mit gutem Musikgeschmack durchaus auch geschätzt aber heutzutage zumeist in Schützenfestzelten oder auf meinen Geburtstagsfeiern oder bei Autofahrten mit guten Freund_innen abgespielt wird. Und so sah ich mir also Melissa an und dachte: Warum wirst Du nicht mindestens genauso gehyped wie Bruce Springsteen, wo Du es doch absolut verdienst, Schwester? Vermeintlich objektive Stimmen können nun denn dazu anmerken: Naja, die Zeiten in denen Melissa noch was reißen konnte sind ja nun eh schon laaangeee vorbei, und man muss doch sehen, sie tourt immer noch international, veröffentlicht Platten und hat eine stabile Fanbase, und dennoch nagt immer noch etwas in mir: Melissa, so wurde es mir seit den 1990er Jahren immer wieder gespiegelt, ist sozusagen der Arche-Typus der Rock-Musik spielenden Frauen, die verkannt werden, weil sie sich bestimmten Anforderungen entziehen. Weil sie nicht für den Male Gaze existieren. Weil sie zu homo sind. Weil sie jetzt, 2019, zusätzlich dazu auch noch in die Jahre gekommen sind.
Hallo, ich bin wahrscheinlich ein bisschen spät dran mit diesem Artikel. Das kommt daher, weil ich im Januar meine Wohnung entrümpelt habe, und zwar radikal, und ein bisschen auch nach der KonMari-Methode (die ich bereits 2014 mal punktuell in meinen Räumlichkeiten durchgezogen habe, und was soll ich sagen, it changed my life). Nun ist Marie Kondo phänomenal erfolgreich und das fast schon seit knapp einem halben Jahrzehnt, und das heisst auch es gibt mittlerweile ungefähr eine Million Memes (oft auch richtig gute!), und ordentlich Lob, und ordentlich Bashing, und Bashing des Bashings weil es oft eindimensional und racist und überflüssig ist. Die Universalschubladen des Kondo-Bashings sollten mittlerweile bekannt sein: Marie Kondo ist das Gegenteil von Feminismus blabla, Marie Kondo propagiert ein problematisches Bild von Häuslichkeit blabla, Marie Kondo versteht nicht dass nicht die Unordnung das Problem ist sondern das Patriarchat in dem zumeist nur die „Frauen“(tm) putzen oder zumindest am allermeisten putzen blabla, dieses Aufräumprogramm von Marie Kondo ist nur für Privilegierte die überhaupt auch Zeug haben dass sie wegwerfen können blabla. Vorab: Natürlich sind das Patriarchat und Hetenbeziehungen und soziale Ungleichheit ein Problem, wenn nicht sogar die gewaltigsten. Aber, das ist der Punkt: Sie sind nicht Marie Kondos Problem. Und, was gerne unter den Tisch fällt bei der ganzen Meckerei: Dass Unordnung und Horterei auch einfach ein Kulturmuster sein kann, erwachsen aus Kapitalismus, den verschiedenen Gelegenheiten die Wohnraum so bieten kann und vielleicht auch einem, sagen wir, historischem Hang zu Dreck und Schmutz.
Unordnung und Sammelwahn – maybe it`s white?
Das Marie Kondo-Bashing gibt es meiner Meinung nach in erster Linie aufgrund des Zusammenstoßens der Unordnung weißer Menschen mit Marie Kondos frischer Aufgeräumtheit. Denn, Hand aufs Herz, mit Tinnef und Staubfängern vollgestopfte Wohnungen sind das Spezialgebiet der Spezies weiße Europäer_innen nordwestlicher Prägung (egal wo sie am Ende gelandet sind auf diesem Planeten) – und all derer die in ihrem Dunstkreis leben müssen. Nehmen wir der Einfachheit halber nur Deutschland: Hier bin ich groß geworden, und hier habe ich seit über drei Jahrzehnten den Horror des Wohnschrottes miterlebt und auch mitgemacht. Aufgewachsen im Deutschland der 80er und 90er Jahre habe auch ich vieles nicht ausgelassen: Tigerenten aus Holz (omg). Lava-Lampen. Kresse-Igel. Klamottenberge. Zaubertrolle. Kurzum: SCHROTT, aber manchmal brauchte ich ihn irgendwie für mein Leben. Und don`t judge me wenn Ihr nichts davon hattet, ich bin sicher, Ihr hattet anderen Sinnlos-Müll! Weiterlesen →
Mit ohne viel Firlefanz und noch passend vorm Jahreswechsel habe ich Euch meine wie immer kuddelmuddeligen Jahrescharts zusammengebaut (denn wer schafft es schon Janelle Monáe und Judas Priest quasi direkt hintereinander wegzuballern?
Lieblingsbands 2018 auf jeden Fall: Oceans of Slumber & Thundermother.
Beste Neuentdeckung: Alela Diane (Anfang des Jahres im Polarwinter-Februar an einem Sonntag in einem Plattenladen in Arnheim zufällig gehört und direkt verliebt).
Bestes Band-Ereignis: boygenius – wie sehr ich mich auf die Tour freue!
Beste Cover: „Friday I´m in Love“ von Phoebe Bridgers & „Heart-Shaped Box“ von Ramin Djawadi.
Beste Soundtracks: „Westworld“ und „Sharp Objects“ und wahrscheinlich „A Star is Born“.
Bestes Live-Erlebnis: Nick Cave & The Bad Seeds, First Aid Kit, Anna Calvi (krass!) und Thundermother.
Den Rest ansonsten hier und auf Spotify. I love you und Euch ein schönes 2019!
Das dritte Mal in Folge: Wie jedes Jahr bekommt Ihr wieder meine Weiterverschenkempfehlungen für den Rest des Jahres (oder natürlich auch jede andere Gelegenheit im nächsten Jahr). Oder Ihr schenkt Euch selbst mal wieder was. Wie gewohnt mit den besten Empfehlungen von Eurer Konsumberaterin, Nadia xx. PS: Auch Magda hat bereits einen Geschenke-Guide zusammengestellt, ihre Liste findet Ihr hier.
1 FOR ALL-VINYL-STICKER
Ein Sticker auf dem Marvelous Mrs. Maisel, Amy Sherman-Palladio, Rory & Lorelai Gilmore und Michelle aus Bunheads drauf sind – Du denkst das ist zu schön um wahr zu sein? Gibt es aber: Bei Etsy! Auch andere sehr logische Kombinationen sind möglich, zum Beispiel: Rory und Chewbacca!
Etsy, AdultsAreKidsToo
Etsy, AdultsAreKidsToo
1 EIN BECHER FÜR ALLE FÄLLE
Nachdem im letzten Jahr der Token-Pulli der große Renner war empfehle ich in diesem Jahr mit einer Not your Token-Tasse. Da schmeckt das heiß-oder Kaltgetränk doch gleich viel besser! Gesehen bei: REDBUBBLE.
Und wenn wir schon beim Thema Tassen sind: Ich finde ja auch Universal-Lösungen toll, also zum Beispiel Motive die einerseits für male tears stehen aber andererseits auch Dawson Leary veräppeln.
Etsy / VictoryScreechLabs
BJÖRK-ANHÄNGER
Björk im berühmten Schwankleid als Anhänger, vielleicht überflüssig, vielleicht aber auch ein Must Have! Kann man zur Not auch an den Weihnachtsbaum hängen, ist aber auf jeden Fall ein All Season-Gerät. Gesehen bei: HeyKidsRocknRoll.
HeyKidsRocknRoll
POSTKARTEN / POSTER
Ob sinnvolle Feiertagsgrüße oder all year-Weisheiten: Wunderschöne Karten und Poster gibt es bei LeoAndSag und bei decolonial_killjoy.