Archiv der Kategorie: Toss that ham in the fryin` pan

Menschen, die das „Wetten, dass…?“ Blackfacing gutheißen

Menschen, die das „Wetten, dass…?“-Blackfacing von Samstagabend gutheißen, schreiben auch (ich zitiere nur):

„Das Michelle immer dabei sein sollte und das Abschlußbild ist auch schòn geworden“

„Michelle ist sehr sympathisch,Frida Gold fand ich Klasse 😉 und euch “ NÖRGLERN „!!! schaut doch einfach nicht :(„

„Diese ganzen Nörgler hier gehn mir so auf die Makrone schaltet dich einfach um es gibt doch Sender wie Sand am Meer man“

„Liebes WettenDass-Team, bitte nicht vor den Links-Grünen, die hier posten, einknicken. War eine lustige Aktion.“

„War eine prima Sendung,Michelle soll bleiben war super!!!!Jetzt passt wieder alles!!!“

„Immer die gleichen Nörgler Schauen schon seid Jahrzehnte WETTEN DAS und können nicht verkraften das der arrogante Gottschalk hingeschmissen hat . Wenn Gottschalk was gesagt hat war ihm das verziehen .“

„Viele Menschen sprechen über Dinge [Anm.: Rassismus], von denen sie nichts aber echt nichts verstehen. Typisch deutsch!!!!!“

„Rassismus? Wo denn das? Ich war damals Sternsinger, da gab es immer einen Schwatten.“

„Wie schon geschrieben wenn man was Sucht findet man .. Bei Thomas Gottschalk wäre das ihm verziehen ….“

„Jeder ist seines Glückes Schmied und sein persönliches Scheitern ständig damit zu entschuldigen, dass man behauptet rassistisch angefeindet zu werden, ist feige und selbstgerecht.“

„übrigens pflege ich jeden Tag Menschen aus allen möglichen nationalen Regionen“

„Brauche ich nicht weil ich nicht rassistisch bin ….“ [Anm.: Sich zu Rassismus & Blackfacing informieren]

„Oh Mann. Ihr wisst echt nicht was Rassismus ist…? Dies stellte eine Verkleidung dar. Leute… es ging um die Augsburger Puppen Kiste…“

„Die Figur Jim Knopf ist dunkelhäutig. Vielleicht liegt das daran, dass die Leute sich angemalt haben! -.- Sofort auf die Idee zu kommen, dass das rassistisch sein könnte IST irgendwo schon ein Stück weit rassistisch!“

„Ich weiß sehr wohl was Rassismus bedeutet und ich nehme mir nicht das Recht raus dies zu bestimmen was Rassismus ist.“

„Nein, ich habe tatsächlich recht! Googelt doch einfach mal Jim Knopf!“

„irgendwann wirst auch du erkennen das man unter Rassismus was anderes versteht .“

„Aber das [Anm.: Rassismus] war dich hier nicht die Intension! Die wollten einfach nur so gut wie möglich den Charakter nachstellen! Und der ist nunmal schwarz!“

„Und ein „weißer“ kann also nach deiner LOGIK nicht von Rassismus betroffen sein? Das musst du mir bitte aber dann auch nochmal erklären…“

„Der Begriff Rassismus ist ein Kampfbegriff gegen Weisse Menschen und wird in einem äußerst abwertenden Sinne verwendet.“

„Ich glaube du solltest erstmal kapieren das jeder von Rassismus betroffen werden kann…“ [Anm.: Auch Weiße.]

„Du schnallst es nicht ! du bist so saumäßig naiv unglaublich ! Frechheit ! betrunken? Nee,nur fassungslos wie dämlich du bist .“

„es gibt auch noch normale Menschen die keine Nazis oder Rassisten sind.Komme mal von deinem Verschwörungen wieder runter.“

 

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Was bleibt: Schande.

Flickr (c) Bilal Kamoon

Flickr (c) Bilal Kamoon

Es gibt sie ja: Sachen, die so scheiße sind, dass man sie sich nicht mal ausdenken muss: Die ganze NSU-Geschichte ist nach wie vor so eine. In Massen prasseln seit Monaten nebulöse Infos, Berichterstattung über „Pannen“ und Verwicklungen und die mögliche Involviertheit staatlicher Behörden auf die (lesende und/oder Nachrichten schauende und/oder im Internet surfende) Bevölkerung ein. Auch betreffend des seit April laufenden Prozesses.

Ich weiß nicht, ob die Masse der Informationen nicht schon längst zur Übermüdung vieler Rezipient_innen geführt hat, getreu dem Motto: „Ach, schon wieder so eine NSU-Meldung, laaaangweilig!“ Und das hier ist wahrscheinlich der fünftausendste Text, der erwartungsgemäß einige weitere übermüdete oder resignierte Köpfe zurücklässt. Die Korrelation zwischen des Volumens der Nachrichtenmasse und darauf folgend einer eher schwachen Empörung scheint mir mittlerweile eklatant (obschon es insgesamt doch viele Empörte gibt, zum Glück, und nur um sich einen weiteren Überblick zu schaffen lohnte diese Woche zum Beispiel ein Blick auf Thomas Mosers Vorwurf, im Zusammenhang mit der NSU-Berichterstattung gäbe es Zensur-Maßnahmen). Und heute nun das:

„Die Mutter des mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt hat den Behörden in Thüringen die Verantwortung für die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gegeben. Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München sagte Brigitte Böhnhardt am Dienstag aus, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz hätten 1999 Zusagen gebrochen. „Wenn die Behörden zu ihrem Wort gestanden hätten, dann hätten wir alle drei überreden können, sich zu stellen,“ sagte sie.“ (FAZ)

1999: Das war, als zehn von zehn Erschossenen noch am Leben waren. Rassismus allerdings scheint weiterhin so salonfähig, dass das große Unbehagen sich gesamtgesellschaftlich nicht so wirklich ausbreiten möchte.

Und das bittere ist: Darauf hinzuweisen, dass solange diese ganze Drecksscheiße nicht aufgeklärt ist, jeder *migrantisierte Mensch in Deutschland Gefahr läuft, Opfer von Gewalt- oder Mordanschlägen zu werden, wirkt auch irgendwie nur halbgar – diesen Status Quo haben wir ja sowieso schon, und zwar ohne viel Zutun (sei es nun von oben, unten, außen oder innen).

Yvonne Boulgarides, Ehefrau des erschossenen Theo Boulgarides, hielt am 13. April diesen Jahres in München anlässlich der antifaschistischen Demonstration zum Auftakt des NSU-Prozesses in München eine Rede:

„Ich wünschte, alle autorisierten Stellen würden mit Nachdruck dafür sorgen, dass die zur lückenlosen Wahrheitsfindung benötigten Fakten und Beweise zur Vefügung gestellt würden. (…)

Müsste ich jedoch ein Statement abgeben, dann am liebsten mit einem Zitat von Albert Einstein: „Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen.““ (Quelle)

Was auf jeden Fall fehlt: Demonstrationen. Aufruhr. Mehr Empörung. Fragen. Was bis dahin bleibt: Schande.

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Rassismus? Der Staat nennt es: Toleranz.

In Dinslaken gibt es ein neues Jugendprojekt. Gefördert wird es vom Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ – ein Programm, das dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) entspringt. Das Programm, so heißt es, „knüpft an die Erfolge des präventivpädagogischen Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ und des beratend angelegten Programms „kompetent für Demokratie“ an. Weiterlesen

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Chronik der Brandanschläge der letzten Wochen (unvollständig)

Auf Facebook wurde eine vorläufige Übersicht aller Anschläge auf Unterkünfte von Migrant_innen gepostet mit der Bitte um Weiterleitung (Urheber_in, wie mir von der Person die es in meinen Kreisen teilte mitgeteilt wurde, ist unbekannt):

„BITTE TEILEN!!!

*Chronik der Brandanschläge gegen Unterkünfte von Migrant*innen in den letzten 2 Monaten – mit der Bitte um Weiterleitung!

(Unvollständige) Chronik der jüngsten Brandanschläge gegen von Migrant_innen bewohnte Häuser: Weiterlesen

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10 Dinge, die das Duett von Chavril schlimmer hätten machen können

[Es folgt: Eine Koproduktion von Kotzendes Einhorn und mir.]

via idolator

Es ist soweit: Avril Lavigne und Chad Kroeger haben ihren ersten gemeinsamen Track veröffentlicht. Alles nicht so schlimm sagen Kotzendes Einhorn und ich – denn es hätte wie immer alles schlimmer kommen können! Wer Utensilien zum Ohrspülen im Hause hat darf gerne das Lied der Eheleute anhören – und dann unsere Top Ten der Grauensvervielfachung lesen.

1. Ein Video. Wir sind uns sicher, dass das kommen wird. Aber geben wir es zu, es macht die Sache bisher einfacher. Und warum sind wir uns genau so sicher, dass die Haare von Avril und Chad Kroeger um die Wette dem künstlichen Wind (DRAMA!) standhalten müssen?! Weiterlesen

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Demos and all the Fails: It’s not my Party, but I cry if I want to

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Foto: privat

Heute morgen, bevor die große Pinkstinks-Demo in Berlin losging, gab es im verwunschenen Lande von Facebook und auf unserem Mädchenmannschafts-Blog eine halbgroße Diskussion, in der es unter anderem darum ging, warum die Großdemo in Berlin heute gegen Sexismus in der Werbung nicht prominent promotet wurde.

Da ich diesen Vorwurf als Konglomeratsmitglied dann auch auf den Bereich hier übertragen kann, möchte ich einfach nochmal kurz bündeln, wieso-weshalb-warum ich mittlerweile solche Art von Großveranstaltungen skeptisch beäuge. Und ich fasse eigentlich auch nur nochmal zusammen, was ich an anderen Stellen heute schon den Tag über so gesagt habe.

Und der Disclaimer: Ich habe nicht an der Demo teilgenommen. Ich wollte es auch nicht. Es ist bisher auch nicht denkbar, dass ich in der Zukunft an solchen überdimensionalen Veranstaltungen nochmal mit gutem Gewissen teilnehme. Weiterlesen

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“Auf der Flucht – Das Experiment”: Beschwerde an den ZDF-Fernsehrat

ZDFneo

ZDFneo

Sehr geehrte Mitglieder des ZDF-Fernsehrates,

ich beschwere mich hiermit formell über die Sendung “Auf der Flucht – Das Experiment”, die auf ZDFneo ausgestrahlt wird. In genannter Sendung machen sich sechs teilnehmende „Prominente“ „in die Ursprungsländer Asylsuchender in Deutschland auf“ und sollen so „am eigenen Leib [erfahren], was es heißt, auf der Flucht zu sein“. Weiterlesen

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Jonathan Meese, Bushido, Ameisen und Klassismus

Flickr (c) Unhindered by Talent

Flickr (c) Unhindered by Talent

Jonathan Meese ist eine Ameise in der Armee der „Das ist aber Kunst!“-Verfechter_innen. Bushido ist sein Bruder im Geiste. In Deutschland wird bei Entgleisungen mit zweierlei Maß gemessen. Wir haben zwei Lümmel, die im Namen der Kunst schon viel Gesellschaftsscheiße reproduziert haben – wie so viele andere,  und vielleicht sollte man Subversion mittlerweile überall nur noch mit der Lupe suchen, oder am besten gar nicht mehr.

Diese beiden Mediengiganten werden nun von den Medien auseinander genommen, und es wird in Waagschalen geworfen, abweichendes Verhalten identifiziert (oder auch nicht), und es wird verhandelt. Beim Tagesspiegel sieht das dann zum Beispiel so aus:

„Aber Jonathan Meese ein Neonazi, ein gewaltverherrlichender Ewiggestriger? Wohl kaum. Anders als Bushido, der mit konkreten Straftaten in seinem Song kokettiert, bewegt sich Meese in einem geschlossenen Kosmos, der mit der Wirklichkeit nicht in Verbindung zu bringen ist.“

Bushido, der „Chabo terrible“, versus Meese, Goldkind aller Kunstkenner_innen. Zum ewiggestrigen Rassismus in der Rezeption Bushidos kommt neuerdings also auch immer wieder eine klassistische Komponente dazu: Ein studierter, feinsinniger Meese kann halt niemals so schlecht und so böse sein wie ein grobschlächtiger Bushido! Ist bei Meese noch alles „neurotischer Realismus“, der „spektakuläre Hang zur Wiedergabe von Angstgefühlen, Depressionen und Zwangsphänomenen“ (Elize Bisanz), so kommt das Conclusio der Werkschau Bushidos meist zum Ergebnis: „As*-Rap“.

(Es zählt übrigens nicht anzumerken, dass Bushido selbst sehr hart an der eigenen „Vom Bordstein zur…“-Mär gestrickt hat und er immer schon bürgerlicher gewesen ist, als er es bisweilen vielleicht gerne hätte. Jemand, der bei Bushido nicht den „geschlossenen Kosmos“ sieht, der ebenfalls nicht mehr viel mit der Wirklichkeit zu tun hat, hat am Ende nämlich nur eins geschafft: Mal wieder die stereotypen Klischees zu bedienen, die das vermeintlich „Eigene“ so gern vom vermeintlich „Fr*mden“ hat.)

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Zur Lage der Nation in Ägypten

"The shitting Camel" (c) Mohammad Farid

„The shitting Camel“ (c) Mohammad Farid

[Eingeholt wurde eine zweite Meinung direkt aus Gizeh.]

N.: „We have about 2000 experts for egypt in Germany now.“

M.: „We have experts for egypt here [in egypt] too.“

N.: „Here, they don’t speak arabic. Of course.“

M.: „No job? Speak about egyptian politics on TV.“ Weiterlesen

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Switching

(c) Disney

(c) Disney

Wie manche_r vielleicht weiß, habe ich mal für die Ruhrbarone geschrieben, und zwar nicht ungerne. Dann habe ich damit aufgehört. Und heute ist wiederholt einer der Tage, an dem ich weiß, warum.

Da ist zum Beispiel der Kollege Martin. Dessen Texte schätze ich sehr oft, finde sie an anderer Stelle dann wieder unerträglich, wie zum Beispiel den aktuellen Text über den „Religionsstreit an der Uni Duisburg-Essen„. Argumentiert wird in diesem Text unter atheistischem Denkmantel. Auch ich bin Atheistin, wenn auch aus einem muslim-originated Haushalt. Mein Atheismus hat nix damit zu tun, dass ich den Islam voll schlimm™ finde, sondern ist ein Habitusmerkmal, das irgendwann in meiner Identitätsbildung dazu gekommen ist, so wie es bei Martin auch der Fall gewesen sein wird. Das heißt aber nicht, dass er und ich jetzt cleverer sind als der komplette Rest der Menschheit, nur weil – keine Zufälle, sondern Strukturen – uns zudem gemacht haben, was wir sind – auch wenn andere vielleicht immer wieder anderes behaupten.  Weiterlesen

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