Archiv der Kategorie: Anthem

David Foster Wallace: Unfinished Jest

Flickr (c) Steve Rhodes

Flickr (c) Steve Rhodes

David Foster Wallace wäre heute 51 Jahre alt geworden, wenn er sich nicht im September 2008 in Kalifornien umgebracht hätte. 1996 erschien sein Roman „Unendlicher Spaß“ (Infinite Jest), und „Unendlicher Spaß“ sollte viele Leute fertig machen, unter anderem mich 14 Jahre später. (14 Jahre später deswegen, weil ich 1996 noch niemals etwas von Foster Wallace gehört hatte und damals noch Paul Auster für das Nonplusultra hielt. Harhar.)

Ich würde so gerne ganz genau sagen können, wann genau ich das erste Mal von Foster Wallace gehört habe, und wann von „Unendlicher Spaß“. Ich kann es nicht.

Flickr (c) Erasing Scott

Flickr (c) Erasing Scott

Informationsfetzen über dieses Wunderwerk, dieses Opus Magnum erreichten mich irgendwann wie durch Nebelwände, ich hörte von endlosen Schachtelsätzen, von Fremdwörter-Tiraden, von über tausendfünfhundert Seiten (auf hauchdünnes Bibelpapier gedruckt), und von verworrenen Handlungssträngen, die man nur mit unendlich viel Disziplin schnallen würde, von bergeweise Fußnoten, zum Teil meterlang, und von sechs Jahren Übersetzungsarbeit, und dann schlich ich irgendwann monatelang in diversen Buchhandlungen um diesen Brocken herum, bis ich mich irgendwann 2010 entschloss, einfach mal diese unfassbare Investition zu tätigen (39,95€,), und dann schleppte ich dieses Buch nach Hause, das gefühlt drei Kilo wog. Weiterlesen

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Sylvia Plath: Sheep in Fog

sylvia plath

Sheep in Fog

The hills step off into whiteness.
People or stars
Regard me sadly, I disappoint them.  Weiterlesen

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Childfood-Memories: Magic Gum, Nudeln mit Ketchup und Jaffa Kacke

center shockDamals. Als ein Liter Cola noch weggezischt werden konnte wie Mineralwasser ohne Kohlensäure, ohne dass einem schlecht wurde, als ganze Sommer aus Double Dip und Magic Gum und Frigeo Puffreis und Haribo-Teilen im Freibad bestanden, und aus komischen Bonbons, die man in diversen Sorten einzeln bei der Tankstelle kaufen konnte, und wenn man zwei gleichzeitig aß hatte man eine neue Geschmacksrichtung, und mehr vom Leben wollte man gar nicht außer zwei Glukosebrocken im Mund auf einer Schaukel.wassereus

Als eine Mark achtzig das pure Lebensglück weil Pommes mit Mayo bedeuteten. Als Wassereis einem noch wie Nouvelle Cuisine vorkam, und Center Shock Kaugummis als gefährliche Mischung aus Mutprobe und Geschmacksexplosion gehandelt wurden. Als man blaue Chupa Chups Lutscher noch ganztägig essen konnte, weil man zur Schule ging und keinen festen Job hatte, bei dem man Kunden beraten muss, und genau aus diesem Grund aß man nach dem blauen noch den grünen. Als man sich mit Gobstoppern (aka Kieferbrechern) fast die Zähne ruinierte, weil man noch nicht mal ansatzweise wusste, was eine private Zusatzversicherung ist, und selbst wenn man es gewusst hätte: Was soll`s. Weiterlesen

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Happy Birthday, Eva Cassidy

Screenshot, live at Blues Alley

Screenshot, live at Blues Alley

Eva Cassidy wäre heute 50 Jahre alt geworden. Zu Lebzeiten ist sie nur in Washington D.C. bekannt und führt hauptsächlich ein bescheidenes Leben als Gärtnerin, ihre erste Platte nimmt sie bei einem kleinen Label 1987 auf. Große Plattenfirmen werden solange sie lebt niemals Interesse an ihr haben.

Sie erkrankt Anfang der 90er Jahre an Hautkrebs und spielt ihr letztes Live-Konzert, bereits schwer von der Krankheit gezeichnet, im Herbst 1996 auf einer Benefiz-Veranstaltung, die für sie organisiert wurde. „What a wonderful World“ ist der letzte Song, den sie jemals live performen wird.

Sie stirbt am 2. November 1996, erst zwei Jahre später erscheint bei ihrer Plattenfirma eine Compilation ihrer Songs.

Im Jahr 2000 spielt Terry Wogan Evas „Somewhere over the Rainbow“ in seiner BBC Radio-Show.

Ein ehemaliger Beatles-Roadie hört Songs von Eva Cassidy in einem amerikanischen Plattenladen, kauft die CD „Songbird“ und bringt sie einem Freund beim Radio (BBC 2) mit. Dieser setzt irgendwann Eva Cassidys Titel „Over The Rainbow“ in seiner Morgensendung ein. Daraufhin laufen bei der britischen Radiostation die Telefone heiß, alle wollen wissen, wo der Titel zu kaufen ist. Problem: „Songbird“ ist bei einer kleinen Plattenfirma verlegt und ist in England zunächst nicht erhältlich. Eilig wird ein Vertriebsweg aufgebaut.“

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ALF

(Screenshot)

(Screenshot)

Weil Milenskaya sagte, dieser Fund hier hätte ihren Abend gerettet. Deswegen nochmal für alle: Die Goldgrube von heute – und alles weitere dann immer im rechten Balken auf YouTube. Cheers.

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RebellComedy: Uallah, die sind perfekt. Und bald auf Tour.

Rebell ComedyInformations- und Lesebefehl. [Content-Warning: Dieser Blogpost enthält Vetternwirtschaft in heavy Dosis.]

Also. Es gibt da diese Crew, die grad den Humor Deutschlands rettet. Ihr wisst ja, wir haben ein gelinde gesagt kleines Problem mit Rollenspielchen, Verkleidungsspäßen, Witz-Galas im Schützenfest-Style undundund in einer Comedy-Szene, die irgendwie 1994 auch schon ein bisschen so war wie sie heute noch ist. Das ist dramatisch. Aber jetzt ist zum Glück mal so langsam Schluss mit unlustig, weil RebellComedy sich seit etwa einer Drittel-Dekade für den großen Schuss ins Knie der Spaßbefreiung fit gemacht haben. UND ES GIBT EINE NEUE TOUR („Lach kaputt was Dich kaputt macht“).

Ich hoffe jetzt hart, ich muss nicht erklären wer diese Dudes oder was RebellComedy ist. Deswegen gibt es an dieser Stelle auch nur Insider-Informationen. Zum Beispiel ist der Head of RebellComedy, Ususmango, auf Twitter chronisch unterfolgt, was eins der krassesten Mysterien der Menschheit für mich ist (direkt nach der Kurzlebigkeit von Nutella-Gläsern in Shehadeh-Haushalten) – und außerdem ist er wohl der einzige Mensch auf diesem Planeten, der „Alter“ zu mir sagt, und das auch noch genauso meint. Weiterlesen

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Twitter-Star Without a Cause: To read and not to lead

TwitterEs gibt diesen Twitterer, der nicht prominent ist, der praktisch kaum twittert, und trotzdem: Über 300.000 Follower_innen eingesammelt hat. Das ist eine ganze Menge und bringt: Platz 6 der deutschen Twittercharts. Geschafft hat dies Julian Holthaus (@JHolthaus). Oder sollte man vielleicht lieber sagen: Ihm ist es einfach so passiert?

Auf jeden Fall eine ganz charmante Geschichte, irgendwie. Und zwar von einem, der auszog, auf Twitter wahrscheinlich nichts zu werden – um dann am Ende selbst unseren Herrn Tutorial Sami Slimani zu überholen. Ein Nobody aus Münster schafft das, was ganze PR-Agenturen nicht mal mit einer Armee gut ausgebildeter Fachleute stemmen kann. Der rätselhafte Sachverhalt konnte aber nun aufgeklärt werden, denn eine Münsteraner Online-Arbeitsgruppe knackte das Mysterium: Die Follower_innen kamen zustande, ohne dass Holthaus es irgendwie forciert oder darauf angelegt hätte. Weiterlesen

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Simone de Beauvoir: Chabos wissen wer die Mama ist

Flickr (c) ELAINE CAMPOS

Flickr (c) ELAINE CAMPOS

Simone de Beauvoir wäre heute 105 Jahre alt geworden, und zur Feier des Tages gibt`s hier nochmal ein paar hübsche Anekdoten, die ich letztes Jahr schon mal an anderer Stelle veröffentlicht habe.

  • Michel Foucault und Simone de Beauvoir hatten zu Lebzeiten einen kleinen, besonderen Beef miteinander. Sartre und de Beauvoir hatten “Les Mots et les choses” [„Die Ordnung der Dinge“] abgewatscht, und das konnte Chefmaster Foucault natürlich nicht leiden. Im zweiten Teil von Didier Eribons “Michel Foucault und seine Zeitgenossen” kann man dazu einige lustige Passagen lesen. Unter anderem war Foucault irgendwann zu einer Veranstaltung geladen, zu der auch de Beauvoir kommen sollte, und Foucalt sagte völlig entnervt ab: “Nicht wenn diese Frau kommt!” Weiterlesen
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Review: 10 Tracks, eine Playlist, ein 2012

2012

Auf die Schnelle habe ich nochmal meine Favoriten des letzten Jahres zusammengeschustert. Es war ein sehr durchwachsenes Jahr, vor allem, da die Kleinen die Großen schlugen: Zu den Enttäuschungen des Jahres gehörten zum Beispiel der Orchester-Kitschaufguss von Tori Amos-Hits, die neuen Alben von Alanis Morrissette und Bob Dylan oder auch die Neuauflage Soundgardens, aber es gab natürlich auch ganz viel Gutes. Und jetzt höre ich mit der Phrasendrescherei auf und es gibt nur noch Videos. Einen guten Rutsch ins neue Jahr Euch allen. (Herz.) Weiterlesen

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