„Aufstieg und Fall der Mädchenmannschaft“™

„Aufstieg und Fall der Mädchenmannschaft: erst gestern noch auf jedem roten Teppich zu Hause, hofiert von den Massenmedien, tingeln sie jetzt durch Einkaufszentren und Elektromarkteröffnungen in der Provinz. Was hat sie bloß so ruiniert? War es diese Berliner PoC-Szene? Waren es die akademischen Kamikazetexte? War es dieser Feminismus? Tragisch, diese Entwicklung vom sexy Alphagirl der Blogosphere zur abscheulichen Machtsekte.“

(Anna-Sarah Hennig, meine geschätzte Kollegin, zum frisch diagnostizierten Untergang™ der Mädchenmannschaft, verursacht durch „solche und solche“ und „die „People of Color“-Szene“.)

Ansonsten amüsierte ich mich auch noch sehr gut: Hier. Weiterlesen

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Critical Whiteness und das Ende der Sektstimmung

Katrin Rönicke betreut beim FREITAG ihre Bildungskolumne. Dort hat sie just ein Buch vorgestellt, das sie einige Zeit beschäftigt hat: Noah Sows „Deutschland Schwarz Weiß“. Sows Buch entfaltet das Thema „Alltagsrassismus“ anhand vielzähliger und diverser Beispiele – es ist ein Buch, das keinen methodologischen Regeln im akademischen Sinne folgt. Und das muss es auch nicht. Das Werk bewegt sich außerhalb des Paradigmas, das institutionalisiertes Wissen nur mit dem exakten Stempel durchwinkt. Und das ist wahrscheinlich sehr gut so. Die Empirie ist stark, und es gelingt aufzuzeigen, wie sehr Rassismus und Alltagsrassismus sämtliche unserer Strukturen durchziehen: Mikromechanismen werden sichtbar. Es wird klar, dass Rassismus in unserem Land kein Problem irgendeines Zentralapparates ist, der sich mit einer bestimmten Intention für seine Ausübung entscheidet, sondern dass er in jeder Ecke unserer Gesellschaft heimisch ist. Ü-ber-all. In jeder Faser des Alltags. Weiterlesen

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Bon Iver – Beth/Rest

„Beth seems like this really cool name for a place you just go to be in paradise forever… Eventually, you start waking up to the fact that you might be ready to spend your life with somebody and still feel good about who you are and what kind of changes you’re going to go through no matter what. And ‚Beth/Rest‘ is that reward. It’s that place you get to be in for the rest of your life.“

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The worst Football Team in Britain

„In every picture, there`s a poem; in every poem, a picture.“

[Via Benjamin Lauterbach]

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Zur Mär vom spaßbefreiten Feminismus sage ich: Wir sind lustiger als Ihr.

[Triggerwarnung: Clown-Bild. Finden Stephen-King-Geschädigte manchmal eklig (Tatsache). Kann auch bei spassbefreiten Feminismus-Kritiker_innen zu Unbehagen führen.]

„Feminist_innen verstehen keinen Spaß.“ Immer wenn (meistens) man(n) nicht weiter weiß, wie mit den Feminist_innen da draußen verhandelt werden soll, wird dieser Satz auf den Tisch gepackt. Immer wieder. Meistens natürlich von Schlaftabletten, die selber so viel Humor haben wie Xavier Naidoo wenn er singt oder wie Susan Stahnke bei ihrer öffentlichen Darmspiegelung.

Ich für meinen Teil habe diese Killer-Argument schon etwa hunderte Male gelesen, heute aktuell mal wieder bei „Promiflash„, beim Daniel. Und letztens bei Marcel von Amy&Pink – in einem Text wohlgemerkt, in dem eigentlich nicht ein guter Joke drin war (ich habe einen mit der Lupe gesucht, ich habe einen gefunden, aber der kommt zum Schluss).  Weiterlesen

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Eva Hermans unerklärlicher Misserfolg

Eva Herman ist pleite. Darüber informiert ist seit gestern die einschlägige Boulevard-Presse. „Merkwürdig“, dachte ich. „Wie konnte das nur passieren?“ Tatsächlich, ich war einigermaßen negativ schockiert. Denn, seien wir ganz ehrlich, eigentlich hätten wir doch gerade jetzt den perfekten Nährboden für Eva Hermans reaktionäre Thesen, die sie – ihrer Zeit weit voraus – ja bereits 2006 in „Das Eva-Prinzip“ formulierte.

Hätte sie nicht gegenwärtig verdient, auf einen Olymp gehoben zu werden mit all den anderen großen Vordenker_innen, die merkwürdiges Zeug von sich geben, Bücher darüber verfassen oder Fernsehsendungen verwalten und damit Kohle einstreichen? Hätte sie nicht verdient, edelmütig ihren Lebensunterhalt zu verdienen mit Geschimpfe auf den Feminismus, mit Botschaften, die die Sehnsucht nach einem traditionellen Frauenbild offenbaren, mit der Artikulierung der Angst, Frauen könnten dank Erwerbsarbeit gar männlich werden?

Ich verstehe es einfach nicht. Vor allem nicht nach diesem Wochenende: Da wurden ja zum Beispiel die Vorfälle bei neoParadise scharf diskutiert. Joko Winterscheidt hatte im Rahmen seiner Kumpel-Sendung mit Klaas eine Mutprobe mit Bravour bestanden. Es galt, eine Frau an Brust und Po zu begrapschen. Kontextlos, versteht sich. Das löste bei einigen Zuschauer_innen Entsetzen aus. Das wiederum löste beim ZDF ein bisschen Entsetzen aus, denn die hatten bisher anscheinend noch nie etwas gehört von der Trivialisierung und Bagatellisierung sexualisierter Übergriffe, geschweige denn von Sexismus, geschweige denn von Grenzen des guten Geschmacks, und man versuchte schnell, sich peinlich zu erklären. Weiterlesen

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Hat Anonymous Facebook kaputt gemacht?

Eine knappe Stunde off – in weiten Teilen Deutschlands, Italiens, Rumäniens und Österreichs, soweit man Twitterer-Bekundungen folgen kann. Dann tauchte dieser Link auf – außerdem guckstu hier: AnonymousOwn3r auf Twitter.

Und nun? Hätten wir endlich Zeit und können die Wohnungen putzen! Juhu!

[Jetzt is alles wieder heile.]

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Das Simpsons-Opening im Real-Life-Style

Das Simpsons-Opening, real life, nachgestellt mit echten Menschen. Ganz großartig! Liebe Schwarmintelligenz, wenn es dieses Video doch schon seit Juni gibt – warum landet es erst heute in meiner Timeline?

[Übrigens: Via Boschblog.]

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Was mit Feminismus, nix mit Flausch

Ja, ja, dieser ganze Krawall um Feminismus und einfache Sprache und Anschlussfähigkeit und die Frage, ob er jetzt inkludierend ist oder nicht. Er ist wahrscheinlich im weitesten Sinne nix von alledem, und das Ganze wird sich z.B. in dem Blogkontext hier vielleicht in dem Sachverhalt äußern, dass einige meiner Leser_innen, die bisher noch nie etwas mit Feminismus zu tun hatten, sich dieses Ding hier (vielleicht) durchlesen und sich denken: „Alter, was hat die denn jetzt schon wieder für Probleme.“

Und insgeheim weiß mensch das auch irgendwie, beziehungsweise, ich weiß es, beziehungsweise, ich bilde mir ein dass es so ist, denn empirische Studien habe ich dazu natürlich noch nicht durchgeführt. (Und igitt, harrr, sie hat „empirische Studien“ gesagt, diese Exkludiererin.)

Naja, und dann wird damit rumgelaufen, und das ganze Gezanke um leichte Sprache wird sich angeguckt, und just for the record: Ich war nicht auf dem Barcamp (tut nix zur Sache), aber ich habe zum Beispiel das hier gelesen. Und just for the record: Ich habe nichts gegen einfache Sprache, aber ich weiß, viele meiner verehrten Leser_innen, die hier ab und zu mal wegen Musik oder sonstwas reinschauen, werden spätestens jetzt winke-winke machen, wahrscheinlich.  Weiterlesen

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Homophober FOCUS: „Je größer das Publikum, desto dümmer für gewöhnlich die Rede.“

Anlässlich des homophoben Ausrasters im FOCUS, kompetent zusammen gefasst von queer unter Bezugnahme auf dieses Zitat des Debattenressort-Willys Michael Klonovksy…:

„Homosexuellen-Probleme sind in der letzten Zeit in der Öffentlichkeit ausgiebig behandelt worden. […] Angesichts der Tatsache, dass die Probleme der Schwulen und Lesben für die Zukunft dieser Republik eher sekundär sind, vielleicht zu ausgiebig. […] Es ist […] nicht einzusehen, warum sich die heterosexuelle Mehrheit auch noch auf dem Fußballplatz mit schwulen Coming-outs beschäftigen soll. Die Grenzen der gebotenen Toleranz sind erreicht, wenn sie in Belästigung umzuschlagen beginnt.“

… habe ich mir erlaubt, hier nochmal ein Potpourri der schönsten Klonovksy-Verse zu sammeln und zu kommentieren. Sie alle sind – dem Autor sei Dank – auf seiner Webpräsenz zu finden, bestechen durch schlichte Botschaften und sind allgemein auf ihre ganz eigene Art merkwürdig faszinierend. Lange Rede, kurzer Sinn, here we go:

  • „Ein Emanzipationskollektiv von echtem Schrot und Korn hält sogar den Ekel, den es auslöst, für Diskriminierung.“ [Wird mir irgendwie ganz gruselig wenn ich mir grob vorstelle, welches Emanzipationskollektiv sie da meinen könnten.]

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