Twitter-Star Without a Cause: To read and not to lead

TwitterEs gibt diesen Twitterer, der nicht prominent ist, der praktisch kaum twittert, und trotzdem: Über 300.000 Follower_innen eingesammelt hat. Das ist eine ganze Menge und bringt: Platz 6 der deutschen Twittercharts. Geschafft hat dies Julian Holthaus (@JHolthaus). Oder sollte man vielleicht lieber sagen: Ihm ist es einfach so passiert?

Auf jeden Fall eine ganz charmante Geschichte, irgendwie. Und zwar von einem, der auszog, auf Twitter wahrscheinlich nichts zu werden – um dann am Ende selbst unseren Herrn Tutorial Sami Slimani zu überholen. Ein Nobody aus Münster schafft das, was ganze PR-Agenturen nicht mal mit einer Armee gut ausgebildeter Fachleute stemmen kann. Der rätselhafte Sachverhalt konnte aber nun aufgeklärt werden, denn eine Münsteraner Online-Arbeitsgruppe knackte das Mysterium: Die Follower_innen kamen zustande, ohne dass Holthaus es irgendwie forciert oder darauf angelegt hätte. Weiterlesen

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Political-Correctness-Debatte: Ich mag die Tomate einfach nicht

Flickr (c) MaplessInSeattle

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Political Correctness, das N.-Wort, heiße Diskussionen – und nun die Zeit, das Frittierfett nochmal ein bisschen zu ordnen. Gestern las ich in Zadie Smiths „Von der Schönheit“ einige ganz erhellende Stellen, die man ohne Umschweife zwecks lustigen Denkexperiments auf die Debatte übertragen könnte. Es geht um: Die „Tomate“.

Ich übernehme Smiths Passagen Wort für Wort, um zu verdeutlichen, wie die Debatte von einigen Debattierern geführt wird. Manche Diskutanten betonten den  „natürliche[n] Gegensatz zur anerzogenen Tomate“ und glaubten, das Problem per Erläuterungen beim Vorlesen in den Griff kriegen zu können – was beim marginalen Themen-Verständnis dieser Fraktion ein eher bedenkliches Unterfangen zu sein scheint.

Was ebenfalls erklärt wurde: „Um eine Tomate in ihrer Totalität verstehen zu können, müssen wir erst die unterdrückte (…) Seite in ihrer Entwicklung freilegen.“ Es geht natürlich auch jenseits jeglicher Hermeneutik, ich nenne es „Strukturalismus by Accident“: „Die Tomate weist die Struktur einer Aubergine auf.Weiterlesen

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Dar Williams & Ani DiFranco – Comfortably Numb

„If you listen to Pink Floyd a lot (as I’m sure we all do), over the years the songs tend to lose their feeling a little, in a way we become „numb“ to them. So whenever we hear something a little bit different, in as good of quality as this is, it tends to spark those original feelings we had when we first heard this song.“

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Liebe Mely Kiyak!

Flickr (c) Bilal Kamoon

Flickr (c) Bilal Kamoon

Entweder, man will sich gegen rassistische Gewalt in Deutschland engagieren, oder man verzichtet auf Kolumnen, die sich engagiert für den Erhalt rassistischer Sprache – und dann auch noch in Kinderbüchern – einsetzen. Weiterlesen

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Shitstorm: „Who wants to fuck…“

Flickr (c) MightyPirate Threepwood

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Tele 5 startet am 14.2. das Format „Who wants to fuck my Girlfriend“. Fronter ist Christian Ulmen (aka eins seiner Alter Egos Uwe Wöllner). „Inhalt„:

„Darin treten zwei vergebene, erfolgreiche Männer gegeneinander an. Jeder von ihnen wettet: „Meine Freundin ist die geilste – und: Alle Männer dieser Welt möchten mit ihr schlafen. (…) In vier Spieldisziplinen schicken die Männer ihre Freundinnen zum Punktesammeln – etwa ins Café, ins Bordell oder sogar auf den Straßenstrich. Derjenige, dessen Freundin die meisten eindeutigen Angebote bekommt, gewinnt – laut Wöllner gibt’s als Preis „einen Kranz, auf dem ‚Everybody wants to fuck my girlfriend‘ steht“.““

Wer nicht total merkbefreit ist, wird sich schon seinen Teil denken: Sexismus, Frauenfeindlichkeit, und und und. Wer komplett merkbefreit ist, wird sich vielleicht denken: „Haha, ist doch voll lustig! Und die Frauen machen das ja freiwillig! Und tut auch keinem weh! Und außerdem, hohe Kunst darf man bei Tele 5 auch nicht erwarten!“ (Die Letztgenannten können übrigens weitergehen, denn es gibt hier nichts zu sehen.) Weiterlesen

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CHVRCHES – The Mother We Share

Universal„I can’t remember the last time I heard something new that’s this good.“

Auf Deutschlandtour:

19. April im Berghain, Berlin
11. Mai im Gebäude 9, Köln
12. Mai im Ampere, München
14. Mai im Übel & Gefährlich, Hamburg
15. Mai im Lido, Berlin
16. Mai im Zoom, Frankfurt

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Toastbrot, Toastbrot. Und über Kinderbücher, Freundschaft und Rassismus

Flickr (c) dbgg1970

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Warum auch immer haben seit einigen Tagen Menschen Probleme mit Otfried Preußlers Entscheidung, seine Bücher einer zeitgemäßen, nicht-rassistischen Sprache anzupassen und seiner Entscheidung, in diesem Zuge das N-Wort aus seinen Werken nachträglich entfernen zu lassen. Es geht also um das Wort, mit dem der Feuilleton jetzt wie von der Tarantel gestochen um sich schmeißt, und im gleichen Atemzug das Hinaufziehen alter böser verbietender Zeiten beschwört: Z E N S U R. Das Ganze wird dabei oft gezwungen witzig verpackt, damit man sieht, wie ewiggestrig und unlustig die Befürworter der Änderungen sind, und wie pfiffig-originell-unterhaltsam-lebensfroh die Freiheitskämpfer, die sich für die Rettung der r a s s i s t i s c h e n Originalsprache einsetzen. Weiterlesen

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Simone de Beauvoir: Chabos wissen wer die Mama ist

Flickr (c) ELAINE CAMPOS

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Simone de Beauvoir wäre heute 105 Jahre alt geworden, und zur Feier des Tages gibt`s hier nochmal ein paar hübsche Anekdoten, die ich letztes Jahr schon mal an anderer Stelle veröffentlicht habe.

  • Michel Foucault und Simone de Beauvoir hatten zu Lebzeiten einen kleinen, besonderen Beef miteinander. Sartre und de Beauvoir hatten “Les Mots et les choses” [„Die Ordnung der Dinge“] abgewatscht, und das konnte Chefmaster Foucault natürlich nicht leiden. Im zweiten Teil von Didier Eribons “Michel Foucault und seine Zeitgenossen” kann man dazu einige lustige Passagen lesen. Unter anderem war Foucault irgendwann zu einer Veranstaltung geladen, zu der auch de Beauvoir kommen sollte, und Foucalt sagte völlig entnervt ab: “Nicht wenn diese Frau kommt!” Weiterlesen
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