Archiv der Kategorie: Faktotum

Political-Correctness-Debatte: Ich mag die Tomate einfach nicht

Flickr (c) MaplessInSeattle

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Political Correctness, das N.-Wort, heiße Diskussionen – und nun die Zeit, das Frittierfett nochmal ein bisschen zu ordnen. Gestern las ich in Zadie Smiths „Von der Schönheit“ einige ganz erhellende Stellen, die man ohne Umschweife zwecks lustigen Denkexperiments auf die Debatte übertragen könnte. Es geht um: Die „Tomate“.

Ich übernehme Smiths Passagen Wort für Wort, um zu verdeutlichen, wie die Debatte von einigen Debattierern geführt wird. Manche Diskutanten betonten den  „natürliche[n] Gegensatz zur anerzogenen Tomate“ und glaubten, das Problem per Erläuterungen beim Vorlesen in den Griff kriegen zu können – was beim marginalen Themen-Verständnis dieser Fraktion ein eher bedenkliches Unterfangen zu sein scheint.

Was ebenfalls erklärt wurde: „Um eine Tomate in ihrer Totalität verstehen zu können, müssen wir erst die unterdrückte (…) Seite in ihrer Entwicklung freilegen.“ Es geht natürlich auch jenseits jeglicher Hermeneutik, ich nenne es „Strukturalismus by Accident“: „Die Tomate weist die Struktur einer Aubergine auf.Weiterlesen

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Paradies: Liebe. Film: Hölle.

Paradies: Liebe

Paradies: Liebe (Screenshot)

Wider besseren Wissens tut man ja vieles. Zum Beispiel: Ins Kino gehen. Um sich Filme anzugucken, von denen man schon ahnt, man sollte besser die Augen und Ohren davon lassen. Trotzdem wirken sie auf einen wie eine Massenkarambolage und man kann einfach nicht weggucken, auch nicht beim zweiten, dritten, vierten Mal. „Paradies: Liebe“ ist so ein Film.

Die Story geht so wurde mir versprochen: Die Österreicherin Teresa (im Übrigen grandios gespielt von Margarethe Tiesel) fliegt nach Kenia, um dort nochmal sowas wie Liebe zu erleben. Im Zweifelsfall gegen Bares. Sowas gibt es ja in echt, sagt das Feuilleton, also, weibliche Prostitutionskundinnen. Und Ulrich Seidl, der Filmemacher, würde auch zeigen, wie sehr das Ganze Business mit Rassismus durchzogen ist.

Grund genug für mich also, einen Kinosaal in Deutschland aufzusuchen, denn warum auch immer habe ich mich also entschieden, mir diesen Film anzugucken. Der Saal ist halbleer oder halbvoll – je nachdem, wie man`s nimmt. Ich gucke mich um und bemerke schnell, dass ich von deutschen Bildungsbürger_innen umzingelt bin, vor mir, hinter mir, rechts-links. Ich bin die Einzige von allen, die sowas hat, was Bildungsbürger_innen im Allgemeinen einen Migrationshintergrund nennen, und ich bin wahrscheinlich nur deshalb hier weil ich mich ab und zu in den Feuilleton-Bereich von Bildungsbürgermassenmedien verirre. Aber nun ja, diese Settings kenne ich bereits, und ich kann sie – das weiß ich mittlerweile aus Erfahrung – ziemlich schmerzbefreit überleben. Weiterlesen

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Kim Vegan Wonderland, oder: Was sie schon immer über Antifaschismus wissen wollten

Flickr (c) Max and Miles Hanley

Flickr (c) Max and Miles Hanley

Wie im Wunderland ging es tatsächlich rund ums Aufregerthema Kim Kalkowski in den letzten Tagen zu. Viele Fragen in Bezug auf die Nazi-Connections blieben offen, das Internet shitstormte als gäbe es kein Traffic-Morgen mehr, und dann, endlich, hat das Plastic Bomb Magazine sich erbarmt. Und einfach mal nachgefragt. Und dann? Erfuhren wir eine ganze Menge.

Über die Simpsons, Rechtsschutz-Versicherungen, den Sinn von Facebook-Fake-Profilen, das Leben in der Öffentlichkeit, viele wundersame Zufälle, “Damals, 2011″ und einen ominösen Ex-Freund. Um nur einige Beispiele zu nennen. Viruletta und ich haben also nochmal in dem Interview herumgestochert und den vorliegenden Text gemeinsam verfasst. Einfach, weil wir wiederholt fasziniert waren. Weiterlesen

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Über Gewalt, Komplizenschaft und Racial Profiling

Flickr (c) bitmask

Flickr (c) bitmask

Racial Profiling. Schon mal gehört? Racial Profiling ist das, was Polizei-, Einwanderungs-, Sicherheitsbeamte dann machen, wenn sie Personen aufgrund der Kriterien wie ethnischer Zugehörigkeit, Religion, nationaler Herkunft, phänotypischer Merkmale (also Aussehen) kontrollieren. Im Zug, zum Beispiel. Es geht dabei nicht um Verdachtsmomente, die dem Personenverhalten zuzuordnen sind, sondern um Identitätskontrollen und Durchsuchungen ohne konkretes Indiz durch die Bundespolizei. Interessiert Dich nicht? Vielleicht, weil es Dir egal ist.

Racial Profiling ist institutioneller Rassismus. Racial Profiling ist möglich, weil die personale Vermittlung dieser Art von rassistischer Gewalt legitim ist. Es ist per se keine körperliche Gewalt (obschon möglich), es ist eine symbolische, auch eine strukturelle: Eine Sanktionierung, die vordergründig nicht weh tut. Vordergründig wie gesagt. Eine Gewalt, oft verkannt und damit anerkannt, und eine, die hilft, die herrschende Sicht der sozialen Welt zu legitimieren. Eine Gewalt, die vermittelt: Ich darf Dich anders behandeln weil „wir“ finden dass Du „anders“ bist. Interessiert Dich nicht? Du wirst wahrscheinlich nie davon betroffen sein.

Racial Profiling ist nur einer der vielen Grundpfeiler der symbolischen Herrschaft des vom Staat legitimierten Rassismus in unserem Land. Die Gewalt, die durch das Racial Profiling vermittelt wird, braucht – und hat – Komplizenschaft. Interessiert Dich nicht? Hast Du Dich schon mal gefragt, ob Du ein Komplize bist?  Weiterlesen

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Alice Schwarzer wird 70

Flickr (c) Happydog

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Was ich heute noch zu Alice Schwarzers 70. Geburtstag sagen wollte: Weiterlesen

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Kim Vegan Wonderland: Wenn die Prinzessin vom eigenen Imperium zurückgeschlagen wird

linksunten hat gestern einen Artikel veröffentlicht, in dem die (privaten) Facebook-Verwicklungen von Kim „Vegan Wonderland“ Kalkowski kritisch unter die Lupe genommen und allerlei fragwürdige Verbindungen aufgedeckt wurden. Kim Vegan Wonderland ist auch mir als Nicht-Veganerin ein Begriff – durchaus mit Interesse verfolg(t)e ich Ihre Geschäftsaktivitäten des Dortmunder Cafés „“Cakes’n’Treats“, dass sich vor allem im Internet als sehr heimeliges Szene-Etablissement mit liebevollen Food-Kreationen in Szene zu setzen wusste. Vor allem via Web, insbesondere auch auf FacebookWeiterlesen

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Fancy Adventskranz für auf die Schnelle

Ein kleiner Servicepost – weil im letzten Jahr meine Do-It-Yourself-Kreation ein bis zwei Kranzkäufern ganz gut gefallen hat (… da hatten sie ihr Geld allerdings schon für andere Gewinde ausgegeben). Weiterlesen

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„Tiere sind viel leichter zu verstehen, als zum Beispiel Frauen.“

Die taz schafft es einfach immer wieder mich negativ zu faszinieren. Heute trumpft sie mit einem merkwürdigen Interview auf („Zoophile gegen das Tierschutzgesetz„), geführt mit Michael Kiok, „Lobbyist für die Rechte der Zoophilen“.

Das Thema allein ist schon ziemlich umstritten – was mich zudem dann aber noch total vom Hocker riss war dann unter anderem dieses Argument pro Zoophilie: Weiterlesen

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„Der „Hurensohn“ ist eine Frau“

Was für eine Woche! Das Phänomen „Trailerpark“ enterte erstmalig Teile der aktivistischen Blogosphäre, Basti Trailerpark „diskutierte“ mit Feministinnen, und es blieb kein Auge trocken. Hand auf`s Herz, sollte man sich dazu die passende Metapher aussuchen, dann käme wahrscheinlich nur eine in Frage: Wie ein Splatter das Ganze, in dem gegen Massen von Zombies gekämpft wird – und dann landet auch noch auf einmal ein Raumschiff, und Aliens entern die Szenerie, und keiner weiß so wirklich warum.

Es wurde gestritten um eine „Provokation“, die keine mehr ist, weil sie keine sein kann – nicht in Zeiten, in denen die Mainstream-Medien für die „gebildeten Menschen“ Jörg Kachelmann zum Widerstandskämpfer der Entrechteten hochstilisieren und Buschkowsky für jemand gehalten wird, der sich „auch wenn es vielleicht problematisch ist endlich mal traut zu sagen was Sache ist“. Weiterlesen

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Remember, remember, the 4th of November

“I would hurl words into this darkness and wait for an echo, and if an echo sounded, no matter how faintly, I would send other words to tell, to march, to fight, to create a sense of the hunger for life that gnaws in us all.” (Richard Wright)

Abdurrahim Özüdoğru
Mehmet Kubaşık
Enver Şimşek
Sueleyman T.
Theodorus Boulgarides
Halit Yozgat
Ismail Yaşar
Habil Kılıç
Michele Kiesewetter
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